Editorial Hanix No.44

Liebe Leserinnen, liebe Leser,
ein lebendiges, buntes und freies Kunst- und Kulturangebot wird immer mehr zum Standortfaktor im Wettbewerb der Städte um neue, junge Einwohner und talentierte Arbeitnehmer. Denn, wie SASCHA LOBO in unserem Interview des Monats sagt: »Attraktive Standorte zeichnen sich eben nicht dadurch aus, dass die Müllabfuhr exakt um 8:37 Uhr kommt.«
In Heilbronn kommt die Müllabfuhr pünktlich, soweit wir das beurteilen können. Aber wie ist es um die freie und unabhängige Kultur- und Kunstszene in der Stadt bestellt? Gibt es eine? Wird sie wahrgenommen und gefördert? Und wie organisiert sie sich? Viele Fragen, die zum Titelthema dieser Ausgabe geführt haben: »Freie Radikale!? Heilbronns
unabhängige Kunst- und Kulturszene«. Dr. Alexandra Manske, die viele Publikationen zur »Kreativen Klasse« veröffentlicht hat, u. a. »Kapitalistische Geister in der Kultur- und Kreativwirtschaft. Kreative
zwischen wirtschaftlichem Zwang und künstlerischem Drang«, schreibt »Es ist offensichtlich: Je mehr Kultur, desto attraktiver wird eine Stadt im globalen Wettbewerb der ›Creative Cities‹. Als zukunftsweisend gilt heute, wer auf die Produktivität von Startups und den ökonomischen Sternenstaub von Künstlern setzt.« Dabei stellt sie aber fest, dass sich aus der »Kreativen Klasse« Widerstand und politischer Anspruch formt.
Ende letzten Jahres gründete sich in Heilbronn die Interessengemeinschaft der Freien Kulturschaffenden Heilbronn. Autorin
Leonore Welzin hat bei einem Treffen vorbeigeschaut, um die Intention der Gründung zu erfragen. Vonseiten des Heilbronner Rathauses ist zu hören, dass sich mit der neuen Bürgermeisterin AGNES CHRISTNER und der noch neueren Kulturamtsleiterin in Sachen freie Kulturarbeit ein Dialog auf Augenhöhe anbahnt. CHARLOTTE MISCHLER heißt die neue Leiterin der städtischen Kulturabteilung übrigens. Im Interview stellt sie
sich vor. Ein weiteres Gespräch zum Thema führte Nicolai Köppel mit dem aus Heilbronn stammenden Dramaturgen LUTZ HÜBNER, der in den Theaterspielzeiten 2011/2012 sowie 2013/14 der meistgespielte lebende Autor auf deutschen Bühnen war. Hübner sagt: »Eine
freie Szene, die Impulse gibt, die auch mal widerständig Räume besetzt, die eine Institution nicht besetzen kann, das wirkt sich extrem fruchtbar aus, und zwar für alle.«
Für das Interview des Monats trafen wir Blogger, Autor und Strategieberater SASCHA LOBO nach einem seiner Vorträge in Karlsruhe. Wir sprachen mit dem gebürtigen Berliner und SPIEGEL Online-Kolumnisten über seine Frisur, Deutschlands digitale Rückständigkeit und Marketingtipps für Heilbronn. Wo wir sonst noch für diese Ausgabe waren: in Hößlinsülz bei einer Brettermanufaktur,
in Los Angeles, im Salzbergwerk, bei einem Protestsong-Konzert, bei hiesigen Wengertern, in Braunsbach und in der Baugrube und an vielen weiteren Orten in und um Heilbronn.
Macht ihr Ding!
Die Hanix-Redaktion.

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