Filmregal Juni-Juli 2014

Ralf Stegmann – Schaut am liebsten Komödien und Dramen

In diesem Jahr findet das Heilbronner Open-Air-Kino zum 13. Mal auf dem

Gelände der Weingenossenschaft Heilbronn statt. Vom ersten Tag an ist Ralf Stegmann Organisator und Chef der beliebten Heilbronner Veranstaltung. Auch diesmal werden wieder 1500 Cineasten unter freiem Himmel Platz finden. Nachdem im letzten Jahr die aufblasbare Leinwand vom Winde verweht wurde, gibt es heuer eine fest installierte, windgeschützt platziert und befestigte Leinwand, das diesbezüglich kein Schaden entstehen sollte. Wir trafen den Filmliebhaber, um von ihm zu erfahren, wie es in seinem privaten Filmregal aussieht und welches seine Lieblingsfilme sind.

Beginnen möchte ich mit »Harold and Maud«. Eine sehr skurrile Komödie, die Anfang der Siebziger gedreht wurde. Meine erste große Schulliebe hat mich auf den Film aufmerksam gemacht. Ich habe mir den Film dann sicherlich 15 Mal angeschaut. Vor zwei, drei Jahren habe ich versucht ihn mir noch mal anzuschauen, aber es ging nicht mehr, ich musste den Film ausschalten. Der Film passt nicht mehr in die heutige Zeit, sei es wegen der Dialoge, der Schnitte, der Bildfolgen oder wegen meinen veränderten Sehgewohnheiten. Lieber behalte ich mir die wunderbaren Erinnerungen an den Film in Erinnerung als mir diese kaputtzumachen, weil ich den Film noch mal bis zum Ende anschaue.

Weiter geht es mit »Local Hero« mit Burt Lancester. Diesen Film kann ich auch heute noch ansehen. Die Geschichte spielt in einem verwunschenen schottischen Küstenort. In diese naturbelassene, wunderschöne Landschaft soll ein riesiger Ölhafen gebaut werden. Burt Lancester soll als Mitarbeiter dieser Ölfirma alles vorbereiten. Natürlich verliebt sich Lancester in den Ort und auch in eine Dame. Am Ende überzeugt er seinen Chef, den Hafen nicht zu bauen. Zum Film gibt es auch einen wunderbaren Soundtrack von Marc Knopfler. Meine heutige Frau und ich haben auf Urlaubsfahrten über Jahre den Soundtrack von »Local Hero« gehört.

Den nächsten Film haben wir auch im Open-Air-Kino gezeigt, »Calendar Girls«. Durch diesen Film gingen übrigens die Produktion und der Absatz von individualisierten Kalendern steil nach oben. Ich war sehr skeptisch, dass der Film im Open-Air-Kino funktionieren würde. Aber der Film ist sensationell gut gemacht, und das mit ganz einfachen Mitteln. Am Ende war der Film bei uns sensationell gut besucht, womit ich niemals gerechnet hätte.

»FC Venus« ist vielleicht meine Lieblingskomödie schlechthin. Toller Wortwitz, wunderbare Dialoge, skurrilste Bilder. Der Film erinnert mich aber vor allem daran, dass ein lieber, inzwischen leider verstorbener Kollege, noch Monate nach dem er den Film gesehen hatte, von einzelnen Szenen und Dialogen erzählte und sich dann dabei vor Lachen nicht mehr einbekam. Er hat sich wirklich kringelig gelacht. Der Film hat im Open-Air-Kino, obwohl es ein Frauenfußball-Film ist, deutlich besser funktioniert als »Das Wunder von Bern«.

Last, but not least noch ein Film, der sich in den 13 Jahren Open-Air-Kino am nachhaltigsten in meiner Erinnerung gehalten hat. Und zwar »Jenseits von Afrika« mit Robert Redford. Sicher ist es ein sehr beeindruckender, bildgewaltiger Film, mich persönlich hat er aber nicht vom Hocker gehauen. Aber es gibt eine Szene in dem Streifen, in der es anfängt, sintflutartig zu regnen. Und in dem Moment, als es sintflutartig auf der Leinwand anfängt zu schütten, passiert dasselbe im realen Leben bei uns im Open-Air-Kino. Es hat angefangen zu regnen, als gäbe es kein Morgen mehr. Die Besucher, die damals dabei waren, sprechen mich heute noch auf diese im wahrsten Sinne des Wortes multimediale Vorstellung an.

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