Kulturbeutel November 2012

Tim Ungermann: »Das Beste was man tun kann ist den Film einfach weiterzuverbreiten«

Tim Ungermann stammt aus Heilbronn und studiert mittlerweile in Hamburg Film. Wir sprachen mit dem Wahl-Hanseaten über seinen Kurzfilm »Schöne Füße«, seine kommenden Film-Projekte und Hamburger U-Bahnstationen.

HANIX — Du bist verantwortlich für den Kurzfilm »Schöne Füße«, der im Mobilat-Hof gedreht wurde. Welche Idee steckt hinter dem Film?

TIM—Bei diesem Film kann man nicht wirklich von einer Idee sprechen. Der Film ist entstanden für einen Kurzfilmwettbewerb zum Thema „Das erste Mal“. Zeitvorgabe: 5 Minuten. Die Ideenfindung war dann rein assoziativ in Bezug auf das Thema oder einfach ausgedrückt: Die Story ist mir morgens während des Trainings im McFit eingefallen. Nachmittags war das Ganze dann auf Papier und wurde für cool und lustig befunden. Mehr ist da nicht dahinter. Für diejenigen, die mehr brauchen: Es geht natürlich auf der Metaebene eigentlich um soziale und gesellschaftliche Missentwicklungen und die Einsamkeit des anonymen Lebens in deutschen Großstädten mit Fernsehturm.

HANIX — War es schwer ein Team zusammen zu stellen, um den Film zu realisieren?

TIM—Nein. Es gab einen festen Kern von Leuten, mit denen ich bereits gearbeitet hatte und während der Suche nach einem passenden Drehort kamen diesmal durch glückliche Fügung sogar noch weitere Leute direkt aus Heilbronn hinzu, sodass wir am Ende sogar doppelt besetzt waren, wenn man so will.

HANIX — Was sind die größten Herausforderungen, denen sich ein junger Filmemacher wie Du stellen muss, um ein Filmprojekt zu realisieren?

TIM—Die Organisation von Drehorten, Drehplänen, Schauspielern, Requisiten, Teammitgliedern, Equipment. Wenn man anfängt mit dem Filmemachen ist das noch relativ schwer. Sobald man aber mit seinen ersten Arbeiten Leute für sich und seine Projekte begeistern kann, wird automatisch alles leichter. Das Problem, das jedoch immer gleich bleibt, ist die Finanzierung der Projekte.

HANIX — Wer hat an dem Film, neben dir, überhaupt mitgewirkt? Ausschließlich Heilbronner, beziehungsweise Unterländer?

TIM—Die Mitwirkenden waren bunt gemischt. Wir hatten mit Steven Zuleger (Kamera) und Philipp Seitz (Ton) zwei Leute direkt aus Heilbronn. Hinzu kamen mit Harald Götz (ebenfalls Kamera), Virginia Oesterle und Lou Schwender (Setassistenz und Licht) drei weitere Leute aus Freiburg und Heidelberg hinzu, mit denen ich bereits zuvor gearbeitet hatte. Die beiden Schauspieler Lisa Weidenmüller und Florian Mania kamen für den Dreh aus Heidelberg und Frankfurt hinzu.

HANIX — Magst Du schöne Füße?

TIM—Nur die meiner Freundin, andere Füße sind mir egal

HANIX — Wie lange hat es gedauert, bis der Film von der ersten Idee bis nach dem Schnitt fertig war?

TIM—Alles in allem waren es bei diesem kleinen Projekt nur 4 Wochen.

HANIX — »Schöne Füße« wird auch auf mehreren Kurzfilm-Festivals gezeigt. Wo überall wird der Film ins Rennen gehen?

TIM—Im Moment ist nur noch die Aufführung beim Kurzfilmfestival »Zum Goldenen Hirsch« am 31.Oktober im Karlstorkino in Heidelberg aktuell. Ein sehr sehr schönes Festival, bei dem wir auch schon mit einem älteren Film waren. Die Stimmung ist dort sehr gut und ich kann nur jedem empfehlen dort hinzugehen. Dort trifft man wirklich ein bunt gemischtes Publikum von Leuten die einfach Spaß am Filme gucken haben, nicht nur anstrengende Cineasten mit denen man dann über jede Kleinigkeit diskutieren muss. Nichts gegen Cineasten, aber ich persönlich zähle mich lieber zum normalen Publikum, das einfach Spaß an Filmen hat.

HANIX — Kann man den Film als Heilbronner unterstützen? Gibt es Online-Votings bei manchen Filmfestivals oder ähnliches?

TIM—Voten nicht. Das Beste was man tun kann ist ihn einfach weiterzuverbreiten oder z.B. auf Facebook weiter zu posten, falls einem der Film gefällt. Der Sinn eines Films ist schließlich gesehen zu werden, von daher ist das der größte Support, den man so einem Film geben kann.

HANIX — Inzwischen lebst Du in Hamburg. Was hat dich in die Hansestadt verschlagen?

TIM—Ich habe im Oktober mein Studium im Bereich »Film« an der HFBK in Hamburg begonnen.

HANIX — Und wie kommst Du mit der norddeutschen Mentalität zurecht?

TIM—Super, aber ich kenne bisher auch nur die U-Bahnstationen und die Uni. Mal schauen wie sich das entwickelt, wenn ich mal mit dem richtigen Leben in Kontakt komme.

HANIX — »Schöne Füße« wird nicht dein letztes Filmprojekt gewesen sein. Kannst Du uns schon von filmischen Zukunftsplänen erzählen oder ist alles noch streng geheim?

TIM—Das nächste Projekt was ansteht wird ein Uni-internes Erstsemesterprojekt sein, bei dem wir einen Film mit einer 16mm Filmkamera drehen müssen. Das wird ziemlich spannend, da ich wie die meisten Amateurfilmer bisher nur Digital gedreht habe. So eine Filmrolle, die dann noch entwickelt und digitalisiert werden muss, ist schon was anderes als eine Speicherkarte. Vor allem kann man eine Speicherkarte nicht aus Versehen belichten, wenn man sie aus der Kamera holt. Inhaltlich gibt es hierfür noch keine konkrete Idee.

HANIX — Wird es eine Fortsetzung von »Schöne Füße« geben? »Schöne Hände« zum Beispiel oder »Hässliche Füße«?

TIM—Nö, der Drops ist gelutscht! Obwohl, mir würden da spontan noch ganz andere Körperteile einfallen, aber da macht dann am Ende doch wieder keiner mit.

Weitere Infos gibt es hier:

http://vimeo.com/channels/timufilme

Kontakt: timufilmekontakt@hallo.ms

Facebook: facebook.com/derkuchenrollt

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