Musikkoffer Februar 2012

Revolution der Bässe – Fünf Jahre Dubwars

Wir schreiben das Jahr 2012. Die Akustische Föderation der Galaxie befindet sich in Aufruhr. Das Imperium Kommerz legt langsam seinen Schatten über alles existierende. Unerträgliches Leid getragen von Schall besiedelt große Teile des Universums. Scheinbar unaufhaltsam zieht Kommerz die Bewohner der verschiedenen Sonnensysteme in das geistige Tal des Stumpfsinns. Doch einem kleinen Rebellenstützpunkt auf einem blauen Planeten Namens Erde probt den intergalaktischen Aufstand und rekrutiert unverdrossen Gleichgesinnte, die sich mit Leidenschaft gegen das drohende Unheil stemmen. Den Rebellen ist es gelungen unabhängig vom System des Kommerz den Widerstand aufrecht zu erhalten. Durch regelmäßige Zusammenkünfte der immer größer werdenden  Anhängerschaft wird Kraft getankt und das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt. Es geht in eine  große Schlacht mit ungewissem Ausgang. Doch die Rebellion besitzt eine starke Waffe. Die Macht des Basses. Wir trafen uns mit einem Kommandanten des Stützpunktes Mannheim, genannt Sickhead und dem Anführer der Gemeinschaft Ridick stellvertretend für eine große Gruppe von Aktivisten.

HANIX – Wann erblickte euer Sprössling DUBWARS das Licht der Welt?

DUBWARS — Das lässt sich sehr genau datieren und zwar war das am 7. Januar 2007. Es war damals eine sehr kleine Geschichte, an mehrere Floors war nicht zu denken. Jedoch war es tatsächlich die erste Veranstaltung unter dem Namen DUBWARS. Sozusagen der erste Versuch, den damals noch sehr frischen Sound „Dubstep“ der Öffentlichkeit zu präsentieren. Es waren so ungefähr zehn Leute an diesem Abend zu Gast, man kann somit definitiv nicht von einem Erfolg sprechen. Nichts desto trotz war diese Party ein entscheidender Schritt, denn zweifelsohne regten sich Ambitionen.

HANIX – Wie entwickelte es sich dann weiter?

DUBWARS — Nun ja, im April 2007 folgte Ridicks Rückkehr aus Frankfurt, wo er fünf Jahre lebte. Durch den Plattenladen von Heiko Schweitzer knüpfte er dann erste Kontakte zu einem anderen Künstler aus Heilbronn, wohl außer Ihm der einzige der sich in dieser Stadt zu diesem Zeitpunkt für Dubstep interessierte: Zombeatz. Sie beschlossen kurzum gemeinsame Sache zu machen und im Juni dieses Jahres war es dann soweit. Dieses mal kamen ungefähr einhundert Leute, die sich jedoch mit Dubstep konfrontiert etwas schwer taten. Jedoch bekamen wir aber auch die Möglichkeit, häufiger im Mobilat den Support Part, zum Beispiel im Hof zu übernehmen und konnten somit unsere Musik weiter pushen.

HANIX – Welchen Stellenwert messt Ihr bei eurem zweifelsohne erfolgreichem Weg dem Mobilat bei?

DUBWARS — Für uns ist das selbst über die Landesgrenzen hinaus ein Club der seinesgleichen sucht. Wir finden diese Location wunderschön, super Flair und Atmosphäre. Für uns gibt es überhaupt keinen Grund uns nach etwas anderem umzuschauen, den das Mobi ist auf seine spezielle Art einzigartig. Wir freuen uns auch sehr über das neugierige Publikum, das uns auf unseren Dubwars Reisen begleitet. Sehr open minded.

HANIX – Thema Dubstep. Wie kann man diesen Hype erklären?

DUBWARS — Ersteinmal wollen wir einem massiven Vorurteil entgegenwirken. Wir werden geläufig als reine Dubstep Crew gebrandmarkt. Das ist mit Nichten der Fall. Wir stehen für Bassmusik. Dieses Feld erstreckt sich von Hip Hop über Reggae, Dub und Dancehall bis hin zu House, Techno, Dubstep und Drum’n’Bass. Jedoch hat schon alles mit der Leidenschaft für Dubstep begonnen. Mit dieser Musik ist das so ein Ding, der Sound den junge Leute heutzutage entdecken hat nicht mehr viel mit dem Sound gemeinsam, der uns vor einigen Jahr in den Bann gezogen hat. Grenzen verwischen. Der Sound wird ja nur noch durch das Tempo definiert. Einflüsse aus fast allen Genres sind vertreten und dieser Umstand macht Dubstep auch so erfolgreich. Diese Vielfalt gepaart mit dem etwas langsameren Tempo spricht im Kern halt doch eine viel breitere Masse von Menschen an. Welcher Veranstalter hat es hinbekommen das sich die Headliner bei Ihm melden um auf einer seiner Veranstaltungen spielen zu dürfen? Wer hat es geschafft, Heilbronn auf die Nationale Karte des Genres Dubstep ganz weit oben zu platzieren? Wer hat überhaupt diesen Sound nach Heilbronn gebracht und uns Künstler wie AMIT, INSTRA:MENTAL oder die DMZ CREW mit Mala, Coki, Loafah und Sgt Pokes alle sammt aus London, oder DJ HIDDEN aus Holland, DUB FX aus Australien und ADDISON GROOVE aus Bristol beschert? Das ist geniales Booking und die Antwort ist einfach. Dubwars.

HANIX – Welches Prinzip verfolgt Ihr beim buchen eurer Artists?

DUBWARS — Wir buchen einzig und allein nach dem Qualitätsprinzip. Wir hohlen uns unsere Helden. Leute die man Jahrelang anhimmelte, deren Musik man mit jeder Pore des Körpers aufsaugte. Mit diesen Künstlern dann auf der selben Bühne zu stehen. Das ist schon grundsätzlich etwas besonderes. Dub FX mal stellvertretend für viele tolle Künstler, hat mittlerweile ja Weltstar Qualität erreicht. Solche Menschen dann kennenzulernen ist schon beeindruckend.

HANIX – Habt Ihr uns eine Geschichte über einen eurer Helden?

DUBWARS — Nun ja, besagter Dub FX, seines Zeichens Australier hat uns auch schon Kopfzerbrechen bereitet. Man muss wissen das er zu dieser Zeit in den wettertechnisch erträglichen Monaten mit seiner Frau im Wohnmobil quer durch Europa von Gig zu Gig pilgerte. Den Winter verbrachte er dann häufig in Australien. Eine Woche vor der Veranstaltung, bei der wir Ihn das erste mal gebucht hatten klingelte das Telefon. Dub FX war an der anderen Leitung und teilte uns kurzum mit das sein Bus sich in Italien dazu entschied nicht mehr weiter zu wollen und nun zusätzlich zur Gage noch zwei Flüge, einen für sich und einen für seine Frau anstehen, sonst fällt der anstehende Auftritt ins Wasser. Die Kostenaufstellung die im Vorfeld gemacht wurde machte natürlich unendlich viel Sinn, wenn sich herausstellt das unser Headliner auf dem beschissen kleinsten Flughafen von ganz Italien herumhängt. Die Entscheidung zusätzliche zig Tausend Euro an Flugkosten in Kauf zu nehmen viel uns nicht leicht, doch wir haben es getan und es nicht eine Sekunde bereut.

HANIX – Eure Events erhalten ja auch durch umfangreiche Rahmenprogramme das Prädikat „ Besonders „ Woher stammt diese Motivation?

DUBWARS — Mit dem Einzug ins Mobilat war von Anfang an klar das wir keine reine Musikveranstaltung haben wollten. Dubwars versteht sich als ein Künstlerkollektiv das Menschen die etwas besonderes machen eine Plattform bietet. Wir hatten zum Beispiel schon Schweißer und Graffitti Künstler, einen Tätowierer der vor Ort arbeitete. Verschiedene Percussionisten oder einen Holzschnitzer der im Laufe der Nacht Skulpturen fertigte. Oder einen Feuerspucker. Wir arbeiten mit sehr hochwertigen Video- und Dekorationskünstlern zusammen. Unser Anspruch ist es ein einzigartiges Nachterlebnis zu schaffen. Wir möchten Akustisch wie auch Visuell für etwas besonderes stehen und laden unsere Gäste ein in diesen Rausch mit einzutauchen. Es ist das Besondere. Es ist eben Dubwars.

HANIX – Mittlerweile beehrt Ihr große Teile der Republik, jedoch findet sich in der Kätchenstadt der Ursprung. Wie ist euer Verhältnis zu Heilbronn?

DUBWARS— Heilbronn ist super. Es ist Heimat. Wir sind sehr beeindruckt und überrascht das die Geschichte die wir hier auf die Beine gestellt haben in dieser Stadt überhaupt so möglich war. Wir habe ja das Glück viel herumzukommen, lernen andere Städte und andere Szenen kennen, im Vergleich dazu finden wir Heilbronn doch sehr abwechslungsreich. Einzig an der konservativen Mentalität der Süddeutschen, auch oftmals in Entscheidungsämtern gibt es Kritik zu  äußern. Man darf sich nichts vormachen. Heilbronn ist sicher keine Weltstadt, doch gerade unter diesem Gesichtspunkt gab es in den letzten 5 bis 10 Jahren eine tolle Entwicklung zu beobachten. Gerade Subkulturell.

HANIX – Der Dubwars Virus hat sich mittlerweile ja auch in anderen Städten breit gemacht. Wie entsteht so etwas?

DUBWARS — Man lernt als DJ ja auch viele Kollegen kennen und unter denen finden sich eben auch Leute die die selbe Leidenschaft teilen, für das selbe einstehen und dann auch das selbe Ziel verfolgen. Es wird sich kennengelernt und beschlossen in eine Richtung zu gehen und gemeinsam Spaß zu haben. Neunkirchen, Erlangen, Karlsruhe, Stuttgart und natürlich Mannheim konnten wir so schon erschließen. Wobei wir feste Bezugspunkte ausschließlich in Stuttgart und Mannheim verankert haben. Auf diese Art und Weise kommen natürlich immense Kontakte zum tragen. Es entsteht eine Idee, die wird durchgesprochen und dann einfach versucht mit den Leuten vor Ort umzusetzen.

HANIX -Wir schreiben das Jahr 2012. Was ist in diesem von euch zu erwarten?

DUBWARS — Auch wenn wir uns vorgenommen hatten dieses Jahr etwas langsamer zu machen können wir vorwegnehmen: Es wird ganz Groß dieses Jahr! Da ist zum einen unser 5 Jähriges Jubiläum bei dem es stark danach aussieht das SKREAM persönlich zum gratulieren vorbeischaut. Des weiteren werden wir im Drum `n Bass Bereich etwas machen, für die Freunde der etwas härteren Gangart denen Current Value sicher ein Begriff ist. Wir werden RSD ( Rob Smith von Smith & Mighty ) in Stuttgart zu Gast haben, The Kidz Make Noize werden Ihr Debut geben, die Jungs von NSF. Viele großartige Künstler werden sich ein Stelldichein geben. Nur ein paar Geheimnisse behalten auch wir uns vor.

HANIX – Man hört Gerüchte über ein eigenes Plattenlabel. Ist da was dran?

DUBWARS — Ein Thema das uns schon lange beschäftigt und es wird tatsächlich im Laufe des Jahres ein Hauseigenes Label namens RAW DUBS  ins leben gerufen auf dem wir nationale sowie internationale Artists featuren. Die Planungen sind in vollem Gange, nur auf ein Datum möchten wir uns noch nicht festlegen.

HANIX – Gibt es einen Masterplan wo euch der Weg hinführen soll?

DUBWARS — Ganz klar ist die Weltherrschaft unser Ziel! Nein, einen Masterplan gibt es nicht. Wir sind sehr dankbar das wir uns mit diesem Projekt nun schon 5 Jahre auseinandersetzen dürfen, das es solch großen Zuspruch erfährt. Wir wollen jetzt erst einmal versuchen das weitere 5 Jahre dazukommen und dann vielleicht nochmal fünf. Wir möchten weiterhin für Qualitative Abwechslung im Nachtleben stehen und bleiben weiterhin am Puls der Zeit. Nichts ist festgeschrieben außer unserer Liebe zu Bassmusik.

HANIX – Eure Message an die Hanix Leser lautet?

DUBWARS — Vielen Dank an alle die uns seither unterstützt haben und mit uns waren. Und ein Herzliches Hallo an alle die uns noch nicht kennen aber uns bald besuchen werden. Habt Spaß, seid ehrlich zu euch selbst und bleibt kritisch. Wir sind unter euch.

Mehr Infos gibt’s unter www.dubwars.net

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