Musikkoffer September 2011

L I Q U I D  K I T T Y

ÜBER VERGANGENES, GEGENWÄRTIGES UND ÜBERHAUPT

Liquid Kitty formierte sich 2007 in Heilbronn und machen seitdem »irgendetwas in Richtung Rock’n’Roll«. Das erste Konzert spielten sie gemeinsam 2008 in Tübingen auf der Sommerinsel, einem Open-Air-Festival. 2010 haben sie ihre erste Platte »The Sweetest Pet In The World« selbstständig auf Vinyl veröffentlicht. Wir haben den vier Jungs einige Fragen gestellt, die uns brennend interessieren.

HANIX — Hallo und danke, dass ihr euch für die erste Ausgabe des »HANIX« Zeit genommen habt. Ihr gehört zu den bekannteren Bands, die Heilbronn zu bieten hat. Worin lag euer Antrieb eine Band zu gründen und wie habt ihr euch gefunden?

Liquid Kitty — Moinsen. Die Band bestand zunächst aus Philipp, Yves und Jens. Also aus Bass, Piano und Gitarre. Über einen gewissen Zeitraum hatten wir einen Schlagzeuger, der ein elektronisches Drumset benutzte. Alles andere als Rock’n’Roll. Unsere Musik war zu dieser Zeit eher etwas jazzig und loungig angelegt. Von manch’ einem unserer Freude wurde die Musik auch als »Fahrstuhlmusik « beschimpft. Nevermind. Zu dritt waren wir dann gegen Ende 2007 auf der Suche nach einem neuen Schlagzeuger. Eines Abends hat Yves einen Typen – den Hans – im Club Mobilat angehauen und zu einer Probe eingeladen. Ein Wochenende später saßen wir dann das erste Mal gemeinsam zu viert im Proberaum. So nahm die Geschichte ihren Lauf. Nach einigen Wochen und den ersten Proben haben wir unsere erste EP »Kill TV« aufgenommen. Mit diesen Songs haben wir uns bei verschiedenen Clubs und Festivals beworben und angefangen Auftritte zu spielen. Unsere Antriebsgründe gemeinsam Musik zu machen bzw. eine Band zu gründen sind eigentlich eher profan. Wir sind alle verrückt nach Musik und wir haben Spaß daran Lieder zu schreiben, sie aufzunehmen und sie auf der Bühne zu spielen. Pretty simple!

HANIX — Wie würdet ihr das was ihr Musikalisch macht, jemandem, der euch bisher noch nicht gehört hat, beschreiben?

Liquid Kitty — Liquid Kitty sind zu viert. Einer spielt Bass, einer Gitarre, einer Piano und einer Schlagzeug. Drei singen. Unsere Musik geht in Richtung Power-Pop-Rock’n’Roll- Hip-Hop-Blues-Jazz-Soul-Acid- Thrash-Beat mit etwas Schokoladensoße und Paprika-Tortilla-Dip dazu. Mal ehrlich, es gibt einfach zu viele Schubladen in welche man versucht Bands einzuordnen. Wir machen es uns da einfach und sagen wir machen »irgendetwas in Richtung Rock’n’Roll«. Wir machen Musik, die sich live wohl noch besser entfaltet als zu Hause auf der Couch. Für alle, die uns bisher noch nicht gehört haben: Kommt auf ein Liquid Kitty-Konzert und dreht gemeinsam mit uns am Rad!

HANIX — Euch gibt es jetzt seit 2007. Habt ihr schon immer diese eher spezielle Musik gemacht oder habt ihr früher anders geklungen als heute?

Liquid Kitty — Ob unsere Musik speziell ist oder nicht, das sollen andere bewerten. Wir machen die Art von Musik auf die wir Lust haben, die uns etwas sagt und es uns ermöglicht live Vollgas zu geben und durchzudrehen. Natürlich entwickeln wir uns als Band von Tag zu Tag, von Probe zu Probe und von Auftritt zu Auftritt weiter. Und wenn man unsere ersten Aufnahmen mit den aktuellen vergleicht, dann liegen da — zum Glück — inzwischen Welten dazwischen. Unsere Songs werden ausgereifter und differenzierter. Durch die Erfahrungen, die wir in den letzten Jahren gesammelt haben, wissen wir heute genauer was wir mit unserer Musik erreichen wollen und wie sie klingen soll. Die Konstellation in unserer Band ist nicht so, dass wir alle den gleichen musikalischen Background haben und ein genau definiertes musikalisches Ziel verfolgen. Jeder bringt sich mit seinen Gedanken und Vorstellungen ein und daraus entsteht die Musik von Liquid Kitty. Unser Ziel ist es in der Zukunft weiter als Band zu wachsen, verstärkt Auftritte zu spielen und weiter Platten aufzunehmen.

HANIX — Mit welchen Inhalten setzt ihr euch lyrisch auseinander? Schreibt ihr gemeinsam die Texte oder ist das die alleinige Aufgabe des Sängers?

Liquid Kitty — Die Text- und Liedideen kommen in der Regel von Yves – unserem Sänger. Wir arbeiten gemeinsam im Proberaum am Musikalischen, während diesem Prozess verändern oder erweitern sich Texte des Öfteren. Die Inhalte der Songs behandeln unsere subjektive Sichtweise auf die Welt, auf Alltägliches und zwischenmenschliche Beziehungen. Wir verpacken das Ganze oft in einen ironischen, unterhaltsamen Kontext, wobei die Inhalte aber durchaus Ernst gemeint sind. »It could be good to be in love with a sweet pet…«

HANIX — Habt ihr noch Erinnerungen an euer erstes Konzert? Lief dabei alles so ab wie ihr euch das vorgestellt habt?

Liquid Kitty — Das erste Konzert war das erste Konzert. Nichts wirklich Spektakuläres. Wahrscheinlich lief das bei uns so wie bei jeder anderen Band ab, man war ein bisschen aufgeregt und hat gehofft, dass man keine Songs vergisst. Am Ende hat alles einigermaßen geklappt und wir waren bereit für mehr. Es war ein Anfang, nicht mehr und nicht weniger.

HANIX — Gibt es irgendeinInstrument bei euch innerhalb der Band auf das Ihr verzichten könntet? Oder eines ohne welches eure Musik nicht so klingen würde wie sie es jetzt tut?

Liquid Kitty — Strange Frage. Also wenn es ein Instrument geben würde, auf das wir verzichten könnten, dann würden wir es nicht benutzen. Alles was wir benutzen hat seinen Platz und damit zum zweiten Teil der Frage. Hätten wir kein Klavier, keinen Bass, keine Gitarre und kein Schlagzeug, sondern zwei Trompeten, eine Tuba und ein Saxophon, dann wären wir ne Blaskapelle und nicht Liquid Kitty. Ist klar, oder?

HANIX — Welche Bands würdet ihr mit Liquid Kitty gerne mal supporten?

Liquid Kitty — Backstreet Boys, Take That und Michael Jackson.

HANIX — Ihr habt uns zwei Songs von eurem Album zum Reinhören gegeben? Welcher davon ist euer Favorit? Um was geht es bei diesem Song, hat das Lied eine besondere Story?

Liquid Kitty — Yes. Yes. The Songs are »Love Pt. 2« und »Living A Lie«. Die sind beide so dermaßen gut, da gibt es von unserer Seite wirklich keinen echten Favoriten. Bei Love Pt. 2 geht es um eine durchschnittliche, langweilige und ziemlich armselige Person, die allerdings nicht versteht warum deren Leben so trist ist, wie es nun mal ist. Unsere Lösung für dieses arme Würstchen ist ganz einfach: Er braucht einfach ein bisschen mehr Liebe in seinem Leben, dann würde es ihm wieder besser gehen. »You need love…«

HANIX — Wieso habt ihr eure aktuelle Platte »The Sweetest Pet In the World« auf Vinyl rausgebracht? Wäre da eine CD nicht praktischer gewesen?

Liquid Kitty — Eine Vinyl ist schöner, größer und besser. Nein, ganz im Ernst, wir wollten durch die Veröffentlichung auf Vinyl genau die Leute erreichen, welche wirklich Wert auf Musik legen. Und das sind nun mal hauptsächlich Leute, die sich Platten kaufen. Zu denen zählen wir vier ebenso. Die Platte lebt und wird niemals sterben. Für alle, die unsere Songs digital haben möchten gibt’s zu jeder Platte das komplette Album als MP3- Download dazu. Es stellt sich für uns also nicht die Frage eine CD zu produzieren. Mit einer Vinyl plus MP3-Download decken wir alles, was für uns interessant ist, ab. Es kommt aber auch immer wieder vor, dass sich Leute unsere Platte gekauft haben ohne einen Plattenspieler zu haben. Die stellen sich das Ding einfach in’s Regal, hängen sich die Platte an die Wand oder im besten Fall kaufen sie sich einen Plattenspieler und wir haben sie »bekehrt«. Mission completed!

HANIX — Warum sollte man euch mal Live sehen?

Liquid Kitty — Ganz hinten sitzt ein Typ am Schlagzeug, der sich einen abdrischt bis man ihn nach dem Auftritt wie ein nasses Handtuch auswringen und über die Wäscheleine zum Trocknen hängen kann. Some call him Hansen. Rechts daneben steht ein langhalsiger, dezent unterernährter, schlacksiger Typ am Bass, welcher sich non-stop einen abgrinst und seine legendären Disko-Dance-Moves auspackt. It’s Philly Phil. In der Mitte ist der Platz der Rampensau am Piano. Allerdings treibt sie sich die meiste Zeit wälzend auf dem Boden rum oder turnt durch die tanzende Menge. Natürlich spielt er neben seinem sehr speziellen Zirkeltraining auch Klavier und singt. It’s Mister Yves Alexander. Ach ja – fast vergessen – links in der Ecke steht so ein Typ, der fast keine Miene verzieht, niemals lacht und so aussieht als hätte er überhaupt keinen Spaß an der Sache. Allerdings packt dieser Kerl zur rechten Zeit seine zungenschnalzenden Solos aus seiner Gitarre ’raus. Zusammen sind diese vier sehr unterhaltsamen Herren Liquid Kitty und sie sorgen bei jedem Auftritt, egal ob auf einer WG-Party vor 30 Leuten oder auf einem Festival vor 100 000 Menschen, dafür das die Temperatur und das Schweißbarometer enorm ansteigt. Deshalb solltet ihr uns auf jeden Fall ein- – nein – mehrmals live sehen!

HANIX — Vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt euch Vorzustellen. Was ihr schon immer loswerden wolltet lautet? Liquid Kitty — Blockflöte spielen ist unter Umständen wesentlich mehr Rock’n’Roll als Luftballons aufzublasen!

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