Musikkoffer September 2012

WUNDERBARE KATZE

HANIX — Liebe Wunderbare Katze, wie setzt sich eure Musikkapelle zusammen?

Gudrun Mohácsi — Wir haben zu zweit angefangen, nachdem wir schon vorher gemeinsam in der Band HiPNoSES waren, die sich aufgelöst hatte. Der Beatboxer Sebastian Fuchs kam dann dazu und war drei Jahre oder besser gesagt anderthalb Platten mit dabei. Sebastian war ursprünglich aus München und hat in Stuttgart Sprecherziehung studiert, mittlerweile lebt er in Berlin, wo er als Dozent an der Ernst-Busch-Schule unterrichtet. Für uns war von Anfang an klar, der Mann ist jung und gut und gefragt in seinem Metier Sprecherziehung aber auch als Beatboxer und Sprecher, und irgendwann werden wir ihn ziehen lassen müssen. Carpe diem! Von daher war die Idee mit Sebastian noch die besten gemeinsam erarbeiteten Songs einzuspielen die perfekte Lösung. Schaut euch seine Seite an: www.sprechersebastianfuchs.de. Die CD aufgenommen hat unser »neuer« Mann Jörg Bielfeldt, der uns unheimlich gut ergänzt und auch schon in unserer früheren Band dabei war.

HANIX — Und wer hat welche Rolle in der Band inne?

Gudrun Mohácsi — Ich bin, schlicht gesagt, die Sängerin. Von mir kommen Melodien und Texte.

MAIKI MAI — Ich spiele die Gitarren und Jörg spielt sein spezielles Schlagzeug und hinzu kommen, wie eben erwähnt, noch die Beatbox-Sets von Sebastian.

HANIX — Und was macht ihr, wenn ihr nicht zusammen spielt?

Gudrun Mohácsi — Ich gebe Gesangsunterricht, bin ganz offiziell freischaffende Künstlerin und Stimmtrainerin nach Atemtypen.

MAIKI MAI — Ich bin Gitarrenlehrer und Tai Chi-Lehrer. Jörg ist durch und durch Schlagzeuger und lehrt ebenfalls. Er hat mehrere Bands, was bei Schlagzeugern üblich ist, spielt Liveloops in der Electronicband GOMO PARK und Latingrooves bei Bedarf. Für uns hat er sich aber ein ganz besonderes Set ausgedacht, was irgendwie an Steinzeitmenschen erinnert. Er hat die Bassdrum vor sich hingelegt und spielt dazu Tom-Waits-artiges Geraschel. Das Ganze ist ein Zwischending aus reduziertem Schlagzeug und Percussion mit unglaublichem Timing und Feingefühl. Somit verdienen wir also alle unseren Lebensunterhalt mit Musik oder sagen wir doch gerne als Künstler.

HANIX — Wie kam es zu dem Namen?

Gudrun Mohácsi — Es ist der Name eines Zen-Buches. Karl Friedrich von Dürkheim hat in den 1920iger Jahren den Zen-gedanken für Europäer übersetzt und u.a. eine Geschichte über eine Katze geschrieben die mittels Absichtslosigkeit Mäuse fängt. Das heißt, die Katze legt sich einfach hin und die Mäuse kommen zu ihr. Als wir zu zweit angefangen haben, wollten wir es etwas anders angehen als in unser vorherigen Band, die durchaus ambitioniert war, einen Agenten und auch hohe Ziele hatte. Mit der alten Band HiPNoSES, gehörten wir nach Auswahlverfahren der Rockstiftung BW und des SWR zu den zehn besten Bands in Baden Württemberg, allerdings hat uns das irgendwie nirgends hingebracht und es entstand natürlich schon auch ein gewisser Druck. Als wir dann die Geschichte gelesen haben, stand fest, dass alles was zukünftig passieren sollte, sich irgendwie von alleine ergeben soll, also, Mitmusiker, Partner, Konzertveranstalter, Arbeitsweisen, weg von dem gierigen Blick auf den Markt , hin zu einer authentischen und gelösten Kunst und somit war der Name prädestiniert für unsere neue Band und unseren neuen Weg, zumal man sich den Namen sehr gut merken kann.

HANIX — Seit wann gibt es die Wunderbare Katze?

Gudrun Mohácsi — Wir haben im Jahr 2007 zu zweit mit unseren ersten Konzerten angefangen und dann ist auch sehr schnell der Basti hinzugekommen. Unsere erste CD namens Soap, haben wir dann schon zu dritt im Jahr 2008 herausgebracht. Darauf ist sehr spartanische eins-zu-eins-Musik zu hören. Die neue CD »Gold on the pavement« klingt anders. Da wir einfach nicht wussten in welchen Konstellationen wir die CD aufnehmen werden, haben wir einfach angefangen unsere Songs einzuspielen und uns im Nachhinein Gedanken gemacht, was daraus werden kann. Letztendlich hat dies dann auch sehr gut funktioniert.

MAIKI MAI — Ich hatte damals auch einfach mal Lust ein wenig zu experimentieren. Die ganzen verschiedenen Sound-Elemente machen Spaß und ich wollte diese dann eben auch mal einsetzen.

HANIX — Kommen bei absichtslosem Musizieren dann auch Anerkennung und Erfolg von alleine?

Gudrun Mohácsi — Der erste absichtslose Erfolg der kam, war der 23jährige Basti, den ich in einem relativ spontanem Beat-Box-Kurs kennengelernt habe und der sagte, »ich hab Lust bei euch mitzumachen!«. Wir versuchen unser Credo natürlich weitgehend zu halten, aber der Weg des Zen ist eben auch nicht immer einfach. Da wir anders geprägt sind, fällt es manchmal schon schwer nur das zu nehmen was kommt. Der Punkt ist, wach, aufmerksam und offen zu sein, um dann im rechten Augenblick in Aktion zu treten. Generell können wir aber sagen, dass es sich besser anfühlt als vorher, da man die Standards wie Plattenvertrag oder im Radio gehört zu werden, nicht mehr erfüllen muss. Natürlich sind die Wünsche immer noch da und wir möchten auch eine breite Masse ansprechen, aber wir nehmen eben die Zuhörer und die Veranstalter, die auf uns zukommen und die wir bekommen und erreichen. Somit habe ich immer noch das Gefühl, dass der Weg breiter ist als vorher und dadurch ist die Arbeit, wenn man es überhaupt so nennen kann, einfach entspannter.

HANIX — Ihr seid eine akustische, alternative Indieband. Das liest man auf eurer Myspace-Seite. Was darf man sich darunter vorstellen?

Gudrun Mohácsi — Wir sind noch immer unabhängig, weil es niemanden gibt, der uns vorschreiben kann, wie unsere Musik klingen soll oder wann eine neue CD fertig sein muss. Unsere Musik wird nicht mehr als ganz so »anders« gehört wie früher, es gibt mittlerweile auf den Festivals viele Bands wie wir die in keine Schublade passen. Schubladendenken ist auch wirklich letztes Millenium und nur Ausdruck von Hilflosigkeit, nennen wir es doch schräge Gitarrenmusik mit weiblichen Gesang musikalisch auf hohem Niveau. Neue Schublade auf – Wunderbare Katze rein…

HANIX — Erzählt mehr von den Wurzeln eurer Musik. Wie würdet ihr sie beschreiben?

Gudrun Mohácsi — Meine Wurzeln fangen beim White Album von den Beatles an und zwar genau in dieser Vielseitigkeit. Frauen wie Janis Joplin, Lotte Lenya, Nina Hagen, PJ Harvey, Björk und Crissie Hynde von den Pretenders haben mich geprägt, aber eben in früher Kindheit auch die fifties-Schlagertonbänder meines Vaters. Maiki hat mich geprägt, die Art wie er in allen Stilen großzügig plündert, haha. Schon bei HiPNoSES hat mich inhaltlich immer interessiert, was so an den Grenzen der Aggregatszustände passiert, auf Messers Schneide, zwischen Lachen und Weinen, Sanftmut und Mordgelüsten, das ergibt bei mir den mittlerweile sehr breitgefächerten stimmlichen Ausdruck Man könnte auch sagen, mir graust erst mal vor nix, aber ich liebe auch glockenreinen Gesang.

MAIKI MAI — Ich glaube tief im innersten bin ich ein Folkey, womit ich ganz am Anfang auch begonnen habe. Durch mein klassisches Studium habe ich aber auch viel neue Musik kennengelernt und selbst gemacht, wodurch ich auch einen sehr großen Hang zum Experimentieren habe. Grundsätzlich zupfe ich auch auf der E-Gitarre sehr viel mit Fingern und schicke diese Töne dann durch Effektgeräte, um sie zu kombinieren oder zu verfremden, was mir unheimlich viel Spaß macht. Somit fließen auch bei mir alle möglichen Musikstile, von Folk über Klassik bis hin zu arabischer Musik ein. Dies allerdings weniger in der puristischen Form sondern eher in einer Kombination aus verschiedenen Stilen, Instrumenten und Soundmaschinen. Allerdings muss ich schon darauf aufpassen dass dies nicht Mittel zum Selbstzweck wird, da klar ist: Gudrun will Songs! Ich könnte mich auch stundenlang in irgendwelchen Klängen verlieren, wobei hier dann kein Song heraus entstehen könnte. Ganz oft entsteht ein ganzer Song oder eine Melodie in Gudruns Kopf und ich kann dann ein Gerüst darunter bauen, Feinheiten unterlegen, Melodien unterstreichen oder Gegenpole dazu setzen, was mir die liebste Arbeitsweise ist. Somit sind unsere Konzerte nicht irgendein Soundgewaber sondern Konzerte mit echten Songs die Boden haben.

HANIX — Für wen schreibt ihr eure Songs?

Gudrun Mohácsi — Es ist schon so, dass es bei den meisten Songs vom Inhalt her einen Adressaten, beispielsweise Freunde, gibt. Wenn ich allerdings einen Song schreibe, geht der in erster Linie mal an mich und durch mich, eine Art Katharsis, dann darf er raus. Wir machen aber nie Songs weil es zu dem Zeitpunkt eine bestimmte Richtung gibt. Zeitgeist ist was mich umgibt und ich bin immer wieder überrascht, wer alles unsere Musik mag, wen sie berührt.

HANIX — In Kürze kommt euer neues Album »Gold in the pavement« heraus. Wie lange seid ihr an dem Silberling gesessen?

Gudrun Mohácsi — Es hat SEHR lange gedauert. Durch den Wechsel unseres dritten Mannes und unseren überraschenden Umzugs hat alles eben etwas mehr Zeit benötigt. Als ich die Stuttgarter Künstlerin Kerstin Schaefer und mit ihr eine Schwester im Geiste »lass uns spielen!« kennengelernt haben, die unser benötigtes Layout gestaltet hat, hat das Projekt augenblicklich Fahrt aufgenommen. Ehrlich gesagt können wir eine echte Zeitspanne von Idee bis zum Herausbringen der CD gar nicht nennen, da wir einfach meistens im Jetzt leben.

HANIX — Was darf man vom neuen Album erwarten?

Gudrun Mohácsi — Die neue CD »Gold on the Pavement«, ist eine Ansammlung von Schätzen, eine CD, die man sehr laut im Auto hören und auch auf eine Party mitbringen kann. Die Platte ist ein Appetizer auf ein Konzert aber auch eine Belohnung nach einem Konzert. Die ganze Musik ist sehr rund und beinhaltet auch ungewöhnliche Pop-Songs, somit ist es also nicht das was man heute so im Radio hört.

MAIKI MAI — Ich würde sagen, man kann mit der CD eine Entdeckungsreise mit außergewöhnlichen Sounds und besonderen Melodiebögen und -formen machen. Man sollte allerdings Gitarren und Frauenstimmen mögen.

HANIX — Geht ihr damit auch auf kleine Tour durch die Region oder gar überregional?

Gudrun Mohácsi — Auch dies lassen wir tatsächlich auf uns zukommen. Ich sehe uns natürlich in sehr vielen Städten spielen, aber momentan bereiten wir uns auf zwei Auftritte in Heilbronn vor, am 1.September beim HANIX-Jubiläum – Glückwunsch, endlich 1!, dann am 15.September in der Ebene3 in Heilbronn, wo wir gleich fremdgehen und mit einem schwedischen Schlagzeuger auftreten, da Jörg verhindert ist. Visionen sind definitiv vorhanden. Warum nicht Glastonbury? Later with Jools, das Gloria in Köln, das Mobilat in Heilbronn (Grinst) man muss zum richtigen Zeitpunkt die richtigen Leute erreichen und treffen, dann geht vieles von allein und entwickelt sich immer weiter und wird immer größer. Sollte dies aber nicht so sein, wird es dem Glück, welches ich empfinde, weil ich tun darf was ich liebe und am besten kann und auch der CD überhaupt nicht schaden.

MAIKI MAI — Natürlich muss man auch selbst etwas tun und unternehmen. Mit der neuen CD im Ärmel geht jetzt auch wieder die Heimarbeit los – Veranstalter bestücken und hinterher telefonieren, so richtig gehts erst im 1.Halbjahr 13 los, also nach dem Weltuntergang.

HANIX — Habt ihr ein Label oder ist das Album in Eigenregie entstanden?

MAIKI MAI — Wir haben das Ganze schon in Eigenregie gemacht, haben aber auch ein Label, Tucan Records in Kornwestheim, das uns unterstützt, für uns produziert und unsere CD vertreibt. Gerade im Bereich Vertrieb benötigt man Fachleute, um die ganzen Kanäle, wie YouTube und iTunes, anzusprechen. Jörg hat eine ganz große Rolle gespielt, er war vom ersten Moment an dabei und hat kurz vor Schluss noch zwei Asse aus dem Ärmel gezaubert, zwei klasse Songs, die ich für ihn blanko eingesungen hatte und er hat sie bearbeitet. Zu finden am Ende der CD!

HANIX — Ihr seid schon lange gemeinsam unterwegs. Sicher gab es schöne, schreckliche und skurile Momente …

Gudrun Mohácsi — Ich bin mal zu HiPNoSES-Zeiten im Longhorn in Stuttgart mit Tomaten beworfen worden. Das ich die Tomaten abbekommen habe lag daran, dass wir die vierte Vorband waren und die Fans des Hauptacts dann verständlicherweise irgendwann ungeduldig geworden sind. Dies war also dann mein schrecklichstes Erlebnis. Das schönste gibt es nicht, meistens ist es sehr schön.

HANIX — Kann man euch nur hier in der Region live hören oder durchaus auch überregional?

Gudrun Mohácsi — In den allermeisten Fällen sind wir irgendwo im Raum Stuttgart unterwegs. Wir spielen allerdings auch sehr gern in den Regionen Jagsttal und Taubertal, denn dort kommt es uns immer so vor, als ob es noch mehr Leute mit »Ohren« gibt, die etwas besonderes hören wollen. Als Basti noch ständig dabei war, hatten wir auch ein paar Auftritte in Berlin, was natürlich toll war, da man hier davon ausgehen konnte, dass niemand unsere Musik kennt und für die Zuhörer alles etwas neues ist.

HANIX — Wo habt ihr für eure Musik das beste und offenste Publikum erlebt?

MAIKI MAI — Für viele überraschend sagen wir jetzt nicht Berlin sondern Lauda-Königshofen. Hier hatten wir einen indischen Sitar-Spieler dabei und das Publikum hat unsere Musik von vornherein als »nicht zum Sitzen« empfunden und nach der Hälfte des Konzerts hat die Decke getropft. Man kann vielleicht sogar generell sagen, dass das Publikum in ländlichen Regionen einfach dankbarer und offener ist. Außerdem kann so ein Publikum sehr gut erkennen, dass es bei uns etwas Neues zu hören bekommt, was nicht unbedingt im Radio rauf und runter läuft.

HANIX — Wie nehmt ihr Musikszene im Unterland wahr?

Gudrun Mohácsi — Wir haben eher Kontakte zu jungen Bands, weil wir eben auch unterrichten und Bandcoachings anbieten. Über angesagte Heilbronner oder Unterländer Bands können wir allerdings nicht soviel sagen, was nicht heißt, dass es diese nicht gibt. Nur wir haben uns eben eher um unsere Entwicklung gekümmert und kennen nur die Stuttgarter Szene gut. Aber kennt ihr schon KAELA? Aus Lauffen? Richtig geil!.

Maiki Mai: Es gibt meines Wissens auch nicht den einen Club in Heilbronn, in dem man mal spontan erfahren könnte, welche alten und neuen Bands es in Heilbronn und Umgebung gibt.

HANIX — Nach unserem Geschmack gibt es zu viele beliebige Coverbands hier im Heilbronner Land. Empfindet ihr das genauso?

Gudrun Mohácsi — Dies sehen wir absolut genauso. Ich denke der Grund hierfür ist, dass diese Art von Musik ein relativ leichtes Futter ist, alle Zuhörer kennen die Songs und müssen sich eben auf nichts neues einlassen, was auch anstrengend sein könnte. Ich muss aber sagen, dass ich als Jugendliche auch gecovert habe und bekannt war wie ein bunter Hund. Heute bekommen wir eben auch keine 900 Menschen mehr in unsere Konzerte.

MAIKI MAI — Ich denke dies liegt daran, das Musik jahrelang wie Leitungswasser verkauft wurde und irgendwann sehr vieles gleich geklungen hat. Hinzu kommt noch, dass, obwohl bei jungen Menschen, das Thema »Radio hören« in den letzten Jahren wieder extrem zugenommen hat, und die Radiolandschaft, mit wenigen Ausnahmen, nicht gerade individuell ist und die Zuhörer mit den sagenumwobenen 100 Titeln abspeist.

Gudrun Mohácsi — In meinen Augen ist dies eine große Fehlentwicklung was den öffentlich-rechtlichen Bildungauftrag angeht. meiner Meinung nach müssen Radio und TV-Sender auch musikalische Vielfalt und Neues zu zeigen, anstatt nur wiederzukäuen. Das geschieht leider nur sehr selten.

HANIX — Gudrun, du hast Heilbronn lange gemieden. Inzwischen entdeckst du die Stadt aber neu. Wieso hast du so lange einen Bogen um die Stadt gemacht und was war deine erste städtische Neuentdeckung in der letzten Zeit?

Gudrun Mohácsi — Erst mal muss man sagen, dass wir plötzlich wieder mehr Freunde in Heilbronn haben. Ich hatte mich jahrelang nach Stuttgart ausgerichtet, wir gingen dort aus und spielten dort gerne. Wir möchten eigentlich unsere Musik immer für unsere Leute und für unser Umfeld spielen, von daher haben wir mehrmals versucht in einschlägige Läden in Heilbronn, wie das Mobilat zu kommen. Doch ehrlich gesagt wollte uns niemand da haben, wir fanden keine Ansprechpartner womit dann damals für uns klar war, es in der Stadt Heilbronn auch erst mal nicht mehr zu versuchen. Allein in der Ebene3 im K3 waren wir regelmäßig, die Veranstalterin findet uns gut. In letzter Zeit ist es aber so, dass viele Freunde von uns hier wohnen, die sehr interessante Dinge machen, man hat also das Gefühl dass sich in Heilbronn etwas tut. Ohne schleimen zu wollen: Auch bei eurem Magazin »HANIX« hatte ich sofort das Gefühl: Hurra, das sind Leute die so ticken wie ich, was ich sehr selten so empfinde. Zusammenfassend kann man vielleicht sagen, dass ich nicht mehr nach Berlin reisen muss um Gleichgesinnte zu treffen und sich zu fühlen wie ein »normaler« Mensch.

MAIKI MAI — In dieser Region ist es nun mal auch so, dass man als Musiker und Tai-Chi-Lehrer so ein bisschen ein »Alien« ist und das Schöne momentan ist, dass es immer mehr dieser »Aliens« gibt, die selbst etwas neues entwickeln und umsetzen wollen.

HANIX — Was würdet ihr euch für Heilbronn und die Subkultur in der Stadt wünschen?

Gudrun Mohácsi — Ich würde mir wünschen, dass es Begegnungsstätten gibt, die so gestaltet sind, dass dort sowohl Konzerte, aber auch Ausstellungen und Veranstaltungen jeglicher Art stattfinden können. Ein guter Anfang ist mit dem Complex23 gemacht. Und davon darf es bitteschön noch viel viel mehr geben. Es gibt momentan eine Art Vakuum in diesem Bereich. Um es aber positiv zu sehen: Vakuum heißt auch immer, dass es viel Platz für Neues gibt. Ein tolles Beispiel in Stuttgart sind hier die Wagenhallen, in denen viele kleine Läden auf einem Fleck sind und wo man auch nach einem Reggae-Konzert noch zum Tango-Tanzen gehen kann. Und ich würde mir viele neue und alte Fans in Heilbronn wünschen, die dürfen dann alle mal von meinem Badewasser schlürfen.

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