Plattenkiste August 2012

Yves Alexander:»Und jedes Mal hört es sich anders an«

Yves Alexander betreibt mit Gabriel Holzinger »ProtectYourStyle«, DEN Sneaker-Laden in der Heilbronner Innenstadt. Darüber hinaus ist er Sänger von »Liquid Kitty« und spielt Klavier. Für uns hat der 31-jährige Heilbronner seine Plattenkiste geöffnet. Hier seine Top fünf Alben – von Klassik bis hin zu elektronischen Sounds.

Auf dem fünften Platz steht bei mir »Grateful Dead« mit der Platte »Grateful Dead from the Mars Hotel«. Diese Platte wurde mir am Ende meiner Schulzeit von einem Lehrer empfohlen und ich fand sie gut. Inzwischen habe ich viele schöne Erinnerungen an die Platte, zum Beispiel gemütliche Sonntage im Bett.

»Fever Ray« mit dem gleichnamigen Album belegt in meiner Top fünf einen guten vierten Platz. Obwohl elektronische Musik nicht wirklich meins ist, ist diese Platte für mich unheimlich interessant und ich höre sie auch mehr als es mir eigentlich lieb ist. Ich finde einfach, dass das Konzept der Platte gut passt. Hierzu gehören sowohl der Sound und die Texte als auch die Videos die zu der Platte produziert wurden. Eine runde Geschichte, möchte ich behaupten.

Die Bronzemedaille erhalten bei mir die »Black Lips« aus den USA mit dem Album »Good Bad not Evil«. Für mich ist dieses Album eine der besten Garage-Platten der letzten Jahre. Diese Platte beinhaltet die typischen Hits, die man von Anfang an gern hört, aber auch Lieder die mit jedem weiteren Hören erst richtig gut werden. »Good, Bad not Evil« kann man glaube ich in jedem Gemütszustand hören, am liebsten höre ich die Musik vor dem Weggehen, um gute Laune zu tanken. Meine Nummer zwei sind die »Rolling Stones« mit ihrem Album »Sticky Fingers«. Ehrlich gesagt kommt man an den Stones ja nicht vorbei, zumindest ab dem Moment in dem man ein Radio einschalten kann. Seit etwa vier Jahren höre ich die Stones, sagen wir mal »richtig«. Also nicht nur die Songs, die im Radio laufen. Das Sticky-Fingers-Cover ist von Andy Warhol. Dazu ist es die erste Platte, die die »Rolling Stones« unter ihrem eigenen Label veröffentlicht haben. Erstmals war hier die berühmte Zunge zu sehen. Vor allen Dingen gefällt mir aber der Sound der Platte „rotzig und schön“. Unter anderem ist eine der schönsten Rock´n´Roll-Balladen, »Wild Horses«, Teil des Albums.

Auf Platz Eins steht bei mir keine Platte. Es ist vielmehr ein Werk. Es heißt »Canto Ostinato« vom zeitgenössischen niederländischen Komponisten Simeon ten Holt. Warum ich das Werk ausgesucht habe? Ich bin eigentlich kein Klassikhörer. Aber dieses Werk hat mich überzeugt davon, dass es zeitgenössische klassische Musik gibt, die schön ist. Das Stück ist so komponiert, dass es den Pianisten viele Freiheiten lässt. Zum einen wird nicht festgelegt mit welchen und zum anderen mit wie vielen Tasteninstrumenten das Stück arrangiert wird. Die minimalistische und sequenzielle Komposition macht es den Pianisten außerdem möglich viele eigene Emotionen beim Spielen auszudrücken. In den Niederlanden gibt es auch ein Festival, auf dem nur dieses Stück gespielt wird. Und jedes mal hört es sich anders an. Das finde ich faszinierend.

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