Plattenkiste März 2013

 Philipp Seitz: Elektronische Sounds von Massive bis Dorfmeister

Der 30-jährie Philipp Seitz ist ausgebildeter Tontechniker. Von Veranstaltungstechnik über Filmton hin zu eigenen Musikproduktionen und Bandaufnahmen in seinem Tonstudio kümmert sich der Heilbronner um guten Sound. Nebenbei organisiert er das Römersee-Festival in Bad Rappenau.

Ich habe fünf Alben ausgewählt, die mich langfristig betrachtet am meisten geprägt haben. Allesamt sind es definitiv Tonträger aus der elektronischen Ecke. Wobei es mir schwergefallen ist, mich für eine Reihenfolge festzulegen.

Als erste Platte möchte ich das Remix-Album »No Protection« von »Massive Attack« und »Mad Professor« nennen. Das Album hat mich sehr geprägt, ich habe aber sehr lange gebraucht, bis ich einen Zugang zu der Platte gefunden habe. Es war ein Geschenk meiner Schwester und lag zunächst zwei Jahre im Regal herum. Ich konnte nichts damit anfangen. Dann auf einmal hat es mich gepackt. Dieses Album hat sehr viel Dynamik. Man könnte meinen, dass es ein Chillout-Album ist. Aber dann reißen einen sehr schrille Töne immer wieder heraus. Dieses Album hat auch die Musik, die ich selbst produziere, stark beeinflusst. Gerade was die Rohheit angeht, hat mich »No Protection« beeindruckt. Den Mut zu haben und sich soviel Spielraum, was Schrägheit und Verzerrtheit angeht, zu lassen, finde ich faszinierend.

Als nächstes Album kommt eine »Mouse on Mars«-Platte, nämlich »Iaora Tahiti«. »Mouse on Mars« ist eine deutsche Elektronik-Band. Es ist schwer zu sagen, was für eine Musik sie machen. Jedenfalls klingen sie für mich sehr interessant. Deren Spektrum geht von technoiden Einflüssen hin zu ruhigeren Ambient-Sounds. Die Produktionstechnik der Band hat mich auch in meinem Schaffen beeinflusst. »Mouse on Mars« höre ich schon immer und ich werde sie auch immer hören. Die Band besticht auch durch schöne Live-Performances. Alles in allem eine schöne Platte.

Die dritte Platte, die es in meine Top Fünf geschafft hat, ist »Greetings from Birmingham« von Mick Harris, dem Ex-Schlagzeuger von »Napalm Death«, der sich, als es mit dem Erfolg von »Napalm Death« losging, ausbezahlen lies und seither seine eigenen Projekte umsetzt. Das Album hat er unter dem Pseudonym »Scorn« herausgebracht. Ich würde seine elektronischen Produktionen als sehr minimal bezeichnen. Zum Teil ist er auch auf den Dubstep-Zug aufgesprungen, allerdings mit seiner sehr speziellen Art. 

Kommen wir zur vierten Scheibe, die ich nennen möchte: »Mishaps Happening« von »Quantic«, der im wahren Leben Will Holland heißt. Zunächst hat er sample- und instrumentallastigen Trip-Hop-Sound produziert. Er hat sich dann von reiner Computermusik hin zu Produktionen mit echten Instrumenten hinentwickelt. Das ist bei mir selbst ganz ähnlich. »Quantic« hat das sehr konsequent und gut umgesetzt. Von Will Holland kann man eigentlich alles hören. Er ist ein sehr genialer Musiker, wie ich finde.

Zu guter Letzt kommt die »DJ-Kicks« von »Kruder und Dorfmeister«. Ein perfekter Mix an chilligem, downbeatigen und trip-hoppigem Zeug, was mich extrem beeinflusst hat. Diese Platte hat mir gezeigt, was in dieser Musik so alles geht.

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