Musikkoffer HANIX-Magazin No.37

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THE ROOMS CLUB:

»Unsere ›Function One-Soundanlage‹ ist eine richtige Ansage!«

Hört, hört! Heilbronn bekommt nach längerer Zeit wieder einmal einen neuen Club serviert. Hinter dem neuen Projekt The Rooms Club steckt kein geringerer als Ralph Munz, seines Zeichens einer der top Szene-Gastronomen der Stadt. Grund genug uns mit ihm in den alten und aufwendig umgebauten Räumen des ehemaligen Manhatten auf dem Gelände des Weipertzentrums zu treffen und über erfolgreiche Gastrokonzepte, die Lust auf ein forderndes Publikum und die Gedanken, die hinter dem Rooms Club stehen, zu philosophieren.

Ralph Munz, The Rooms Club

HANIX – War nach dem Aus der Neckarlust klar, ein neues Clubprojekt in Angriff nehmen zu wollen?

RALPH MUNZ — Nie und nimmer. Grundsätzlich hatten alle Beteiligten die Schnauze voll. Die ganze Entwicklungsarbeit und das oftmals aufwendige Buchen von guten DJs und im Gegenzug so wenig Dankbarkeit dafür zu erfahren, hat mich schon beschäftigt. Die Leute haben das ganze Ding dann mit der Zeit immer weniger zu schätzen gewusst. Der Laden wurde ja zum Ende hin erst zu diesem Dreckloch, das er dann war, gemacht. Die Neckarlust wurde vollgekritzelt, die Toiletten auseinander geschlagen. Wir hatten ursprünglich auch ein ganz anderes Konzept dafür geplant, das dann aber leider nicht angenommen wurde. Irgendwann hat es einfach keinen Spaß mehr gemacht.

HANIX – Wie kam es jetzt dazu, dass du dir mit dem Rooms Club ein solch anspruchsvolles, neues Clubprojekt angelacht hast?

RALPH MUNZ — Der ausschlaggebende Punkt war mein Partner bei dieser ganzen Geschichte, der unmissverständlich klar gemacht hat, diese Gelegenheit beim Schopf packen zu müssen. Begünstigend kam hinzu, dass ich die Räumlichkeiten des ehemaligen Manhatten schon seit jeher als sehr reizvoll empfand. Für mich war schon immer ein Clubprojekt, wie es das Mach1 in Nürnberg betreibt, das einzig Wahre. Kurz zusammengefasst bietet dieser Club mit seinen Räumlichkeiten, nämlich Lounge, Club 1 und Club 2 große Flexibilität in puncto Größe. Man ist immer in der Lage das Ding groß oder klein zu halten und dadurch auf den sogenannten Gusto der Menschen die kommen einzugehen. In Heilbronn empfand ich diese Räumlichkeiten als am ähnlichsten und passendsten, um ein solches Konzept durchzuführen. Mein erster Besuch im Mach1 war einfach nur »Wow«. Du kommst rein und kriegst durch den Loungebereich nicht direkt das Clubbrett vor den Kopf geschlagen. Man kann sich ordentlich unterhalten und dazu entspannt etwas trinken. Wenn es dann ans Feiern geht, pilgert man in den Clubraum rüber. Großer DJ, großer Club und kleiner DJ, kleiner Club. Damit lässt sich unendlich spielen.

HANIX – Damit erklärt sich der Name The Rooms Club quasi von selbst.

RALPH MUNZ — Der Prozess der Namensfindung hat ursprünglich auch einiges an Zeit für sich beansprucht. In Gedanken befanden wir uns damit etwas im Clinch, befassten uns anfangs auch mit deutschen Namen so, wie es zum Beispiel in Berlin gang und gäbe ist. Davon wichen wir aber wieder ab, da Heilbronn einfach nicht Berlin ist. Ich persönlich wollte mich eher am »New York«-Stil orientieren, da auch in unserer Location dieser Loftstil prägend ist. Und so gab es mitunter Gedankenspiele zur Thematik Studio54 und wie die wohl ihre Konzepte entwickelt und umgesetzt haben. Wir bieten mit der Lounge, unserem großen Club, sowie dem hoffentlich Ende des Jahres nutzbaren zweiten Club, mehrere Räume mit verschiedenen Inhalten. Somit macht der Name The Rooms Club schon am meisten Sinn.

HANIX – Gäste beschäftigt im Vorfeld durchaus auch eine, wenn vorhandene, Türpolitik. Wird es eine geben?

RALPH MUNZ — Selbstverständlich hat die Türe die Aufgabe zu selektieren. Das betrifft weniger den Dresscode, den es in unserer heutigen Zeit kaum noch gibt und der auch nicht mehr zeitgemäß wirkt. Aber wir möchten unseren Gästen schon eine Wohlfühloase schaffen. Das schaffst du nicht, wenn du keinen Einfluss auf den zu erwartenden Charakter deines Publikums nimmst. Oder anders formuliert: Wir dulden keinen Stress in unserem Laden.

HANIX – Ist es an der Zeit, dass Heilbronn einen neuen Club braucht?

RALPH MUNZ — Eigentlich müsste man da die Gäste fragen, ob es denn tatsächlich so ist. Meiner Meinung nach braucht eine Stadt immer mal wieder neue Dinge, neue Läden, an denen man sich orientieren kann. Im Grunde bringt jeder neue Club auch neue Menschen mit in die Stadt oder aktiviert altes Publikum, das sich plötzlich wieder motivieren kann, aus dem Haus zu gehen. Als Konsument wirst du doch der Routine der immer gleich bleibenden Clublandschaft irgendwann überdrüssig. Dazu nehmen wir eine mögliche Rolle als Initiatoren zur Veränderung der bestehenden Läden gerne an. Es ist doch so: Kommt etwas Neues, bewegen sich in der Regel die anderen Clubs etwas mit. Und genau diese Veränderung innerhalb der Club- oder Gastroszene einer Stadt brauchen wir.

HANIX – Was kann das Heilbronner Publikum vom Rooms Club erwarten?

RALPH MUNZ — Das Thema Wohlfühlen steht dabei ganz oben auf der Liste. Diese Räumlichkeiten sowie das Konzept mit Loungebereich und abgetrenntem Club lassen jedem Besucher selbst die Wahl, wie er den Abend verbringen möchte. Für diejenigen, die sich nicht den Vollalarm an Musik geben möchten, dient die Lounge im amerikanischen Loftstil der 50er, 60er oder 70er mit großen Bildern an der Wand und jeder Menge guter Cocktails als perfekter Aufenthaltsort. Sehr gemütlich gehalten das Ganze. Und diejenigen, die ihren Spaß am Tanzen haben, gehen rüber in den Club. Wenn wir, wie angedacht, zum Ende dieses Jahres den zweiten Floor eröffnen dürfen, bieten wir unseren Gästen eine mögliche Auswahl an Partys an. Dazu kommt, dass wir auf eine Location mit richtigen Laufwegen Lust hatten. Der Weg von der Bar hin zur Toilette beträgt ungefähr 25 Meter. Das heißt hin und zurück musst du 50 Meter Laufstrecke zurücklegen. Da triffst du mit Sicherheit jede Menge Leute.

HANIX – Welche Zeitspanne wird benötigt, um die Räume für euer Konzept umzubauen?

RALPH MUNZ — Interessant wurde es vergangenes Jahr im Oktober. Da eröffnete sich uns die Möglichkeit, diese Räumlichkeiten zu übernehmen. Dann ging das noch eine ganze Weile hin und her nach dem Motto: Machen wir es oder machen wir es nicht. Ich für meinen Teil habe da natürlich nicht sofort zugesagt. Ich war mit meinen Neckarlust-Erfahrungen ein wenig in meiner eigenen Gedankenwelt und skeptisch mit der Frage ob, oder ob nicht, beschäftigt. Das hat seine Zeit gebraucht. Im Januar wurden dann letztendlich die Verträge unterschrieben, doch die Geschichte mit den Baugenehmigungen zog sich noch etwas. Mit den vielen geplanten Umbauten kamen natürlich einige neue Auflagen seitens der Ämter, die es zu berücksichtigen gilt, ins Spiel. Mittlerweile sind die Arbeiten in vollem Gang, es wurden Wände gezogen und der Laden ausgestattet. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, bis zur Eröffnung am Osterwochenende mit allem durch zu sein.

HANIX – Du bist ein sehr erfahrener Gastronom und hast schon an vielen erfolgreichen Projekten mitgewirkt. Gibt es deiner Meinung nach ein Erfolgsrezept beim Konzeptionieren und Führen eines Clubs?

RALPH MUNZ — Eventuell ernte ich für die folgende Aussage Gelächter. Aber im Grunde denken wir in erster Linie schon lange nicht mehr an einen möglichen Profit. Im Vordergrund unserer Gedanken stehen die Gäste und der Spaß, den sie in unserem Laden und mit unserem Konzept haben sollen. Es schadet nicht, sich über das Verhalten der Gäste Gedanken zu machen, denn wenn die sich wohlfühlen, kommt das Geld in der Regel von alleine. Denke nicht an das Geld, das ist für uns wirklich wichtig. Dieser Gedanke wird verbannt. Und seitdem wir so verfahren, geht es uns auch viel besser. Investitionen wie Lust, Liebe und Leidenschaft bemerkt der Gast und honoriert das im Idealfall.

HANIX – Wie verhält sich das mit dem angebotenen Programm? Denkst du, es ist erforderlich selbst zu veranstalten oder wird der Erfolgsquotient höher, indem man sich bereits erfolgreiche Veranstalter und deren Konzepte mit ins Boot holt?

RALPH MUNZ — Im Grunde beides. Die Kontrolle über dein Programm komplett aus den Händen zu geben gewährleistet auch nicht zwingend Erfolg. Jedoch kann ich mich und mein Verständnis für das, was die jungen Menschen, auf Musik bezogen, haben möchten, ganz gut einschätzen. Diesbezüglich habe ich nicht den Anspruch an mich selbst ständig »up to date« zu sein. Das sollen dann Leute entscheiden, die voll in der aktuellen Thematik drin sind. Das können die besser als ich. Wir haben hier gerade im elektronischen Bereich erfahrene Leute verpflichtet, die die Musik Leben und motiviert sind, hochwertige Künstler zu verpflichten.

HANIX – Gerüchten zufolge soll die Soundanlage sehr hochwertig und im süddeutschen Raum einzigartig sein. Kannst du uns dazu mehr Informationen geben?

RALPH MUNZ — In Süddeutschland ist uns aktuell nur die Halle 02 in Heidelberg mit dem gleichen Function One-Soundsystem bekannt. Man sollte den Gedanken, eine Clubgastronomie zu führen, immer ganz zu Ende denken. Dabei ist selbstverständlich die Soundperformance ein immens wichtiger Baustein. Lieferst du in diesem Bereich deinen Gästen schlechte oder inakzeptable Qualität, macht sich das in der Regel innerhalb kürzester Zeit bei deinen Besucherzahlen bemerkbar. Das Ganze kostet zwar einen unwahrscheinlich hohen Preis, für den sich andere lieber schöne Autos kaufen. Für uns stand allerdings sehr schnell fest, dass, wenn wir etwas Neues machen, dann auch in diesem Segment eine richtige »Ansage« gemacht werden muss. Läden auf der ganzen Welt, die mit dieser Anlage beschallt werden, genießen ein sehr hohes Ansehen. Vielleicht gehören wir da auch irgendwann einmal dazu. Dazu kommt, dass solch eine Anlage auch als Maßstab für viele international erfolgreiche DJs gilt. Wenn die hören, dass ein Function One-System im Club steht, kommen die auch gerne mal zu uns nach Heilbronn, obwohl Sie die Stadt nicht unbedingt kennen oder als besonders reizvoll empfinden.

HANIX – Nun zum eigentlichen Programm. Welche Genres werden im Rooms Club vertreten sein?

RALPH MUNZ — Den Freitag haben wir für elektronische Musik eingeplant. Hierfür haben wir einige bekannte Heilbronner DJs und Veranstalter, die die Szene sehr genau kennen und wissen, was hier gehört wird. Sie haben sich explizit Gedanken über diverse Konzepte gemacht. Heilbronn hat sicherlich einen ganz eigenen Musikgeschmack, den es zu berücksichtigen gilt. Dazu wurden jetzt schon einige sehr interessante Bookings mit größeren Namen bestätigt. Samstags hingegen liegt der Fokus auf abwechslungsreicher und anspruchsvoller Musik, zum Beispiel in Form von vocallastigem Soul oder auch Hip-Hop, ohne uns jetzt nur auf diese beiden Genres festlegen zu wollen. Es wird sehr vielseitig mit einem hohen Maß an Qualität. Wir hoffen, dass für jeden etwas dabei ist.

HANIX – Jetzt bist du abseits des Rooms Club auch verantwortlich für das Heilbronner Hip Island 2.0, das im Zuge der umfangreichen BUGA unter anderem im Heilbronner Oberbürgermeisterwahlkampf thematisiert und leider auch instrumentalisiert wurde. Wie ist dort der Stand der Dinge?

RALPH MUNZ — Dank unseres Oberbürgermeisters Harry Mergel haben wir unseren Standort um ein Jahr verlängert bekommen und sind darüber auch sehr froh. Leider haben sich die dort ansässigen Anwohner vehement und erfolgreich gegen unseren ersten Standortvorschlag zur Wehr gesetzt. Wir sind jetzt einfach mal gespannt, welche neuen Möglichkeiten sich in den folgenden Monaten ergeben. Stand heute ist eine bestimmte Örtlichkeit etwas in den Fokus gerutscht. Aber es ist noch lange nichts unter Dach und Fach und wir warten mit einem positiven Gefühl die Entwicklung ab. Im Endeffekt entscheidet das ja die Stadt Heilbronn, wo sie uns unterbringen möchte und vor allem kann.

HANIX – Mit welchen Wünschen hinsichtlich der bevorstehenden Eröffnung eures Rooms Club beschäftigst du dich?

RALPH MUNZ — Wir wünschen uns vor allem, dass sich unsere Gäste bei uns wohlfühlen. Wir wünschen uns auch, dass unsere Mitarbeiter Spaß haben, an diesem Projekt mitzuarbeiten. Das ist ganz wichtig. Wir wünschen uns motivierte Acts, die ihren Beitrag zu möglichst unvergesslichen Partynächten leisten. Wir wünschen uns, dass alles friedlich bleibt und unsere Gäste achtsam miteinander umgehen. Und zu allerletzt wünschen wir uns, dass die Wünsche unserer Gäste niemals verfliegen werden und dass sie uns damit fordern. Uns mitteilen, was sie gerne hätten und man zusammen interagiert und somit am Leben bleibt. Lasst uns gemeinsam feiern, wir sind eine Stadt. Wir sind einfach nur – Heilbronx.

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