Kultur im Hanix-Magazin No.42

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Der Stoff aus dem die Bücher sind

Von Leonore Welzin

April, April, macht, was er will! Wie auch immer das Wetter im Literaturländle wird, eins steht fest: In Heilbronn gibts ein Veranstaltungsgewitter rund ums Buch! Am 4. April starten die 22. Baden-Württembergischen Kinder- und Jugendliteraturtage mit einem vielseitigen und originellen Programm.

»Lesen ist Kult« heißt es sechs Wochen lang, in denen viele Highlights im ganzen Stadtgebiet locken: Ausstellungen, Bilderbuchkino, Kindertheater, Workshops und Wettbewerbe sowie ein Lesefest am 9. April – und literarische Stadtführungen für die ganze Familie. Ob experimenta-Rätselrallye oder Osiander-Kinderbuch-Quiz, ob klassische Autorenlesung (mit Größen wie Paul Maar, Jana Frey, Jörg Hilbert, Manfred Mai, Jens Sparschuh und dem Cowboy-Klaus-Team) oder Arbeitsplatzlesungen an ungewöhnlichen Orten wie dem Salzbergwerk, dem Eisenbahnmuseum, dem Türmer-Zimmer, der Kilianskirche und dem »Neckarbummler«-Schiff mit Promis (OB Harry Mergel, Theater-Intendant Axel Vornam und andere). Es ist für jedes Alter und jeden Geschmack etwas dabei.

Ohne Papier gäbe es keine Bücher. Aber wo und wie wurde Papier erfunden? Worauf wurde vorher geschrieben? Und was hat Heilbronn damit zu tun? Die Ausstellung »Heilbronn am Neckar – die Entwicklung einer Stadt am Fluss!« gibt Antworten: Sowohl die Herstellung von Hand als auch das Modell einer Heilbronner Papiermaschine sind zu erleben, denn hier kann jeder selbst einmal Papier schöpfen. Während des Ausstellungsrundgangs trocknen die selbstgeschöpften Bögen, die dann zu einem kleinen Büchlein gebunden werden. Es wird mit Feder und Farbe gestaltet, dabei lernt man auch noch Kalligrafie, also Schönschrift kennen.

Wer mehr Lust am Ausprobieren und Selbermachen hat sollte schleunigst das Programm durchstöbern, denn unter den 150 Veranstaltungen gibt es viel zu Entdecken. Beispielsweise einen Trickfilmworkshop, einen Rap-Workshop oder wie man selbst Haikus schreibt. Haikus sind dreizeilige Kurzgedichte und in Japan eine Art Volkssport. Oder seid ihr Fans von »Gregs Tagebuch« und wollt lernen, wie man diese witzigen Comicfiguren ganz einfach und schnell zeichnet? Dann kommt in den Greg-Zeichenkurs! Kursleiterin Charlotte Hofmann zeigt, wie die liebenswerten Helden aus den Büchern Schritt für Schritt zum Leben erweckt werden, wie Sprechblasen eingesetzt werden und welche Gefühle Greg mit Mimik und Körperhaltung zum Ausdruck bringt.

»Lach doch, wenn es zum Weinen nicht reicht«, das war das Motto des Heilbronner Lebenskünstlers Karl Eulenstein. Der größte Maultrommel-Virtuose seiner Zeit wurde 1802 in Heilbronn geboren und ließ sich, trotz häufiger Rückschläge, nicht unterkriegen. Eines Tages bricht beim Musizieren sein letzter Zahn. Seine Maultrommel verstummt für immer. Steckt er den Kopf in den Sand? Nein, denn er kann ja auch Gitarre spielen, komponieren, Bücher schreiben oder Kuchen backen. Udo Grunwald und Alexander Kranich trällern, hämmern, spielen, klopfen, (maul)-trommeln, tirilieren und präsentieren unterhaltsam Stationen aus Eulensteins bewegtem Leben – Eine Theaterspielerei für die ganze Familie.

Nervenkitzel und Spannung stehen am 30. April bei der Walpurgisnacht-Lesung auf dem Programm: »Von Edgar Allan Poe bis Stephen King« jagen die Horror-Storys eiskalte Schauder über den Rücken. Für viele berühmte Schriftsteller ist Poe Vorbild gewesen. Er hat mit seinen Geschichten das Horror-Genre begründet und auch die ersten Detektiv-Storys der Welt geschrieben. »Wer das Genre liebt, kommt an Edgar Allan Poe nicht vorbei!«, meint der Vorleser Nicolai Köppel, der den Bogen von den Anfängen der Horror-Literatur bis zu King, dem modernen Meister des geschriebenen Schreckens, spannt.

Heiß wirds am 5. Mai, am Vatertag lesen Heilbronner Väter um die Wette. Eine Jury aus Kindern im Alter zwischen sechs und 14 Jahren kürt den Gewinner. Der wird am Ende der Veranstaltung feierlich zum »1. Heilbronner Vorlese-Papa 2016« ernannt. Jeder Vater hat maximal sechs Minuten Zeit, um dem Publikum seinen Text aus einem Kinderbuch seiner Wahl vorzulesen. Klassiker oder Geheimtipp, ein aktueller Bestseller, ein Gedicht oder auch Selbstgeschriebenes sind erwünscht. Gelesen werden können ausgewählte Passagen, aber auch eine abgeschlossene Geschichte. Bewerbungen für Vorleseväter oder die Kinderjury bis zum 01. Mai 2016 an: papa_liest@hanix-magazin.de

Nach einem guten Dreivierteljahr Vorbereitungszeit, in der unterschiedliche Orte gefunden, Formate erdacht und auf Durchführbarkeit geprüft wurden, hat sich gezeigt, »dass die Möglichkeiten in Heilbronn sehr reichhaltig sind. Das Planungsteam ist auf viel Offenheit bei den Kooperationspartnern gestoßen. Sehr willkommen ist die Unterstützung durch die Volksbank«, freut sich Projektleiter und Hanix-Kolumnist Nicolai Köppel. Details zu allen Veranstaltungen »Lesen ist Kult« sind im Internet (www.kjlt-heilbronn.de/programm/) ersichtlich oder können einem der 25.000 Programmhefte entnommen werden.

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