Der Brief an die Heimat HANIX No.30

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Liebe Heimat,

ich schreibe dir, denn du bist mir abhanden gekommen. Heute morgen stand ich früher auf als sonst. Um 4 Uhr morgens, einer Zeit, zu der selbst eine Stadt wie Caracas noch schläft. Etwa zwei Stunden bevor schwarze Wolken und der Lärm von unzähligen Autos und Motorrädern die Straßen der Stadt mit der ihr zueigenen Unruhe erfüllen stehe ich in der Küche und bereite mir das landestypische Frühstück zu – Arepa. Eine Art Maisbrot das man je nach Belieben füllt. Ich mische es mit einem Stück Heimat das mir meine Schwestern bei ihrem Besuch mitbrachten, und streiche eine dicke Schicht Nutella darauf. Mein Blick schweift noch schlaftrunken durch mein Zimmer. Es ist mir ein Spiegel meiner Reisen, in ethnisch – antiquitarem Stil würde es dir, liebe Heimat, wohl eher fremd erscheinen. Mir auch, von Zeit zu Zeit. Mein Blick schweift von der Küche vorbei an einem Bild des Rio Caura und einem weiteren des Sarisariñama Tepuy wohin mich mein Job in diesem Jahr mit einer Gruppe Expeditionisten geführt hat. Das Bild zeigt mich am Rande der 350 m tiefen Einsturzkaverne. Wenn ich mich konzentriere sehe ich noch genau das Loch vor mir, das mir nach vier Tagen beinahe undurchdringbarem Dschungel die erste Lichtung bot.

zum Brief an die Heimat

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