Sie wollen der FC St. Pauli der Medienszene sein

 

 

Heilbronn – 13 Monate dauerte es, bis die erste Ausgabe fertig war. Im Oktober erscheint Nummer zwei. Ein Jahr geben sie ihrem Projekt Zeit, dann sollte es sich finanzieren: Hanix heißt das neue, monatlich ausschließlich online erscheinende Gesellschaftsmagazin der beiden Herausgeber Robert Mucha (33) und Marcel Kantimm (37). Während die Schulfreunde in der hiesigen Medienszene schon länger bekannt sind, wollen sie mit ihrer Internetzeitung Neuland in der Region betreten.

Dabei übernimmt der Journalist und frühere VfR-A-Jugendspieler Mucha den Chefredakteursposten. Verlagskaufmann Kantimm sagt: “Ich bin der BWLer im Team.” “Frisch, unabhängig, kreativ und sympathisch”, wünscht sich Mucha sein Hanix. Ein Vorbild kommt aus dem Profifußball: “Wir sehen uns als FC St. Pauli der Unterländer Medienlandschaft.” Die beiden Herausgeber mit ihrer Firma 74Elf haben vorher keine Marktstudien gemacht. Zu teuer war die Investition bisher ohnehin nicht. Kantimm taxiert die Summe auf einen “geringen vierstelligen Betrag”. Geht die Sache schief, haften die Firmeninhaber zwar mit ihrem Privatvermögen. Doch Mucha versichert: “Das Risiko ist kalkulierbar. Wir werden nicht zahlen müssen, bis wir 70 sind.”

Zielgruppe
Wichtig ist ihnen die Optik, das Layout von Hanix. Bilder, die die Sehgewohnheiten bedienen, sind tabu. Mucha: “Wir wollen weg vom Standard.” Die Zielgruppe, die sie erreichen möchten, ist groß: “Leser soll die 59-jährige Rektorin genauso sein wie der junge Mobilat-Gänger.” Große Einnahmen haben sie mit ihrer 130-Seiten-starken Erstausgabe zwar noch nicht generiert. “Aber wir werden gelesen”, erklärt der Kreativchef. Das September-Hanix hatte 4000 Besucher, die das Magazin 18 000 Mal aufgerufen haben und im Schnitt fast elf Minuten auf den Seiten blieben. Damit ist das Duo zufrieden. Bis Freitag gefiel der Hanix-Auftritt 202 Personen im sozialen Netzwerk Facebook. Das ist für ein Online-Magazin mit multimedialem Anspruch ausbaubar.

Kein Print
Die Ideen werden der 18-köpfigen Hanix-Crew − fast alles Leute aus der Region − nicht ausgehen, glaubt Mucha. “Viele schimpfen auf Heilbronn, doch es geht viel, man muss es nur finden.” Thematisch sei alles möglich. “Wir sind offen.” Im Mittelpunkt stünden Menschen. Nur eines werde nie passieren, ist sich Mucha sicher: “Dass wir in einer Print-Ausgabe erscheinen.”

Von Helmut Buchholz

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