Interview des Monats Februar 2012

Interview mit Holger Stanislawski

HANIX — Holger Stanislawski, was macht für Sie den Reiz an Hoffenheim aus? 

HOLGER STANISLAWSKI — Ich denke, die guten Möglichkeiten und Perspektiven, hier etwas geduldig und nachhaltig aufzubauen, sind das reizvollste in Hoffenheim. Hier gibt es nicht nur im sportlichen Bereich Entwicklungsmöglichkeiten. Ob es das Umfeld des Vereins betrifft, die Fankultur oder eben mit der jüngsten Mannschaft der Bundesliga arbeiten zu können. Das erfordert zwar sehr viel Akribie, macht aber gleichzeitig für mich den Reiz aus, hier zu arbeiten. 

HANIX — In Hoffenheim wurde in den letzten Jahren doch schon sehr viel aufgebaut und entwickelt. Welcher Entwicklungsschritt muss aus ihrer Sicht als nächstes kommen?

HoLGER STANISLAWSKI —Es ist in den letzten Jahren unheimlich viel von außen verpflichtet worden. Es kamen sehr viele Aufstiege hintereinander. Plötzlich spielte man in der Bundesliga. Der Verein mit all seinen Bereichen ist dieser Entwicklung etwas hinterher gehinkt. Inzwischen hat man gerade im Nachwuchsbereich Bedingungen geschaffen, die meiner Meinung nach in Deutschland einzigartig sind. Daraus muss der Verein nun Kapital schlagen. Die Zeiten, in denen für wahnsinnig viel Geld Spieler verpflichtet worden sind, sind abgeschlossen. Jetzt gilt es, dass man den ein oder anderen aus dem eigenen Stall an die Profimannschaft heranführt und dass man qualitativ gute junge Leute ausbildet. Aber wir wissen auch, dass jedes Haus ein ordentliches Fundament benötigt. Sprich die Mischung muss stimmen. Wir wollen deshalb auch Spieler, die hier in Hoffenheim schon viel mitgemacht haben, längerfristig an den Verein binden.

HANIX — Wie kommt das Hoffenheimer Umfeld aus ihrer Sicht damit zurecht, dass die Zeiten, in denen das Geld mit beiden Händen großzügig ausgegeben wurde, nun vorüber sind?

HOLGER STANISLAWSKI — Ich glaube, dass sich das direkte Umfeld damit nicht sehr schwer tut. Die Leute sehen und verstehen, dass man auch mit etwas weniger Budget, dafür mit mehr Identifikation, erfolgreich und attraktiv Fußball spielen kann. Aber Außenstehende werden das nicht sofort verstehen. Früher wurden in Hoffenheim mal acht Millionen hier, dann wieder zehn Millionen dort ausgegeben. Diese Transferpolitik wurde als selbstverständlich für Hoffenheim angesehen. Unsere Verpflichtung ist es nun, diese Attitüde etwas herunter zu drehen.

HANIX — Macht das für Sie auch den Reiz aus, hier zu arbeiten?  Über weniger Budget als der Vorgänger zu Verfügen macht normalerweise keinen Trainer glücklich.

HOLGER STANISLAWSKI — Das muss einen Trainer nicht immer unglücklich machen. Ich kenne richtig eng begrenzte Transferbudgets aus St. Pauli. Dort waren wir nur einmal in der Lage für eine Neuverpflichtung Ablöse zu bezahlen. Sonst mussten wir nach Ablösefreien Spielern Ausschau halten. Inzwischen ist man am Millerntor aber glücklicherweise deutlich gesünder als vor vier, fünf Jahren. Ich weiß auch, dass es nicht unbedingt sein muss, dass der Spieler, der 7,5 Millionen Ablöse gekostet hat, erfolgreicher und besser Fußball spielt als ein Spieler aus dem eigenen Nachwuchs. Aber es gibt natürlich Spieler, die eine gewisse Qualität haben, für die wir dann auch Bezahlen müssen, da es unser Ziel ist, uns im oberen Tabellendrittel festzusetzen. 

HANIX — Als Sie noch Trainer des FC St. Pauli waren, haben Sie sich über den Zulauf von sogenannten Modefans beschwert, die nach dem Bundesligaaufstieg vermehrt den Weg ans Millerntor gefunden haben. Als Außenstehender hat man den Eindruck, dass der Großteil der Hoffenheimer Anhänger diesem Modefan-Bild entspricht. Das muss furchtbar für den Fußballtraditionalisten und -malocher Holger Stanislawski sein?

HOLGER STANISLAWSKI — Bis es hier eine gewachsene Fankultur gibt, benötigt es mehr Zeit als ich wahrscheinlich hier sein werde. Die Zuschauer, die zu uns ins Stadion kommen, waren lange Zeit hauptsächlich beim Amateurfußball unterwegs. Da ist es ganz logisch, dass diese Menschen sich nicht über Nacht zum Auswärtsfahrer nach Wolfsburg entwickeln. Das muss wachsen. Uns muss es gelingen, die nachfolgenden Generationen zu binden. Ich kenne das aus Hamburg vom Handball und Eishockey. Dort wurden Mannschaften gekauft, die dann auf einmal da waren. Hier in Hoffenheim haben wir momentan sehr viele Fußball-Zuschauer und weniger die klassischen Fans, die Bundesligafußball schauen. Dementsprechend ist die Stimmung im Stadion. Das gab es bei St. Pauli auch als die neuen Süd- und Haupttribünen gebaut wurden. Auf einmal bestand die Haupttribüne zu dreiviertel aus VIP- und Logen-Bereich. Dort sitzen eben größtenteils Zuschauer, die die Karten über eine Firma bekommen haben und ab und zu zum Fußball gehen. Klar, dass die nur zugucken und nicht aufspringen, um die Mannschaft nach vorne zu peitschen. Aber das gibt es im Profifußball überall. Grundsätzlich fehlt hier in Hoffenheim naturgemäß noch eine gewachsene Fanstruktur und -kultur. So etwas braucht seine Zeit. Aber auch da kann man Dinge anschieben. Es gibt hier beispielsweise keinen Fanladen oder eine Fankneipe als Treffpunkt. Dort könnte man Montags zusammen Zweitligafußball schauen. Allemal besser als alleine zuhause zu sitzen. Solche Dinge müssen hier noch entstehen.

HANIX — Hoffenheim ist – anders als St. Pauli – nicht zwingend auf eine gewachsene, beziehungsweise wachsende Fanstruktur angewiesen. Fehlt ihnen das nicht? Sie waren bei St. Pauli ja mittendrin im Geschehen des Stadtteilvereins und hatten engen Kontakt zu den Anhängern.

HOLGER STANISLAWSKI — Mir fehlt das ein oder andere für meine Jungs. Mir persönlich fehlt das nicht zu meinem Glück. Ich habe das bei St. Pauli natürlich jahrelang genossen. Letztendlich geht es aber darum, dass sich die Spieler wohlfühlen. 

HANIX — Nun verlassen wir Hamburg. Wie gefällt es ihnen in der Provinz? Ist es ihnen hier nicht zu ruhig?

HOLGER STANISLAWSKI — Nein. Ich habe Ruhe immer schon gerne genossen. Ich muss nicht jeden Tag durch die Innenstadt rennen. Die wenige Freizeit, die ich habe, verbringe ich gerne für mich oder mit meiner Familie und Freunden. Und wenn ich doch mal in die Stadt möchte, fahre ich in 20 Minuten nach Heidelberg. In Hamburg komme ich in dieser Zeit von meinem Haus gerade nach Wandsbek und bin dann auch noch nicht in der Innenstadt. Ich habe hier optimale Möglichkeiten. Ich finde die Lebensqualität ist hier sehr hoch. Ich habe das ländlich beschauliche und bekomme trotzdem alles was ich brauche, muss auf nichts verzichten. Wir müssen uns hier unsere Milch auch nicht selbst melken. 

HANIX — Hier werden Sie sicherlich öfter auf der Straße angesprochen als im weltoffenen Hamburg. Ist das nicht anstrengend?

HOLGER STANISLAWSKI — Hamburg ist durch die Größe natürlich anonymer, dort beschäftigen sich viele Leute nicht mit dem FC. St Pauli und seinem Trainer. Das ist hier in der Gegend sicher anders. Aber es hat grundsätzlich einen wahnsinnigen Zuwachs genommen mit dem Aufstieg in die Bundesliga. Die Anonymität war damit vorbei.

HANIX — Inzwischen sind Sie ein halbes Jahr in Hoffenheim. Haben Sie die Umstellung sich nun hier mit einer völlig anderen Mentalität auseinandersetzen zu müssen schon vollzogen oder erleben Sie immer noch kleine und größere Kulturschocks? 

HOLGER STANISLAWSKI— Einen Kulturschock habe ich nicht erleiden müssen. Ich bin ja auch nicht der typische Klischee-Hamburger. Sprich: kühl, nordisch, reserviert. Ich bin eher offen, gehe auf Leute zu und nehme sie mit. Manchmal nehme ich sie auch hoch. Ich lache gerne, auch über mich. Hier wurde zunächst einmal abwartend geschaut, was das denn für ein Typ ist, der da aus dem Norden kommt. Man muss den Ein oder Anderen manchmal aus einer Art Tunnelblick herausholen. Aber ich glaube, dass die Menschen hier grundsätzlich im tiefsten Inneren ganz herzlich sind. 

HANIX — Ihre beiden Assistenztrainer, André Trulsen und Klaus-Peter Nemet, kamen auch aus Hamburg mit. Haben Sie sich schon bei ihnen beschwert, dass sie jetzt in der badischen Provinz gelandet sind?

HOLGER STANISLAWSKI — Die fühlen sich ebenso wohl hier, wie ich. Das Problem ist ja meist nicht darin begründet, dass die Heimatstadt, in unserem Fall eben Hamburg, an sich fehlt sondern das private Umfeld. Sich daraus zu lösen und sich einen anderen Rhythmus anzugewöhnen fällt nicht auf Anhieb leicht.

HANIX — Mögen Sie den badischen Dialekt? Und viel wichtiger: verstehen Sie die Menschen hier?

HOLGER STANISLAWSKI — Wenn die Leute hier Dialekt sprechen, dann habe ich Probleme. Ich verstehe dann wenig. Das ist genauso, wie Plattdeutsch oder die Kesselflickersprache für Süddeutsche. Und der Sound des Dialektes ist jetzt auch nicht so, dass ich `Hurra`schreie. Aber ich habe mich mittlerweile daran gewöhnt.

HANIX — Können Sie schon ein wenig badisch? Wir hätten gerne eine Hörprobe…

HOLGER STANISLAWSKI — Nein, badisch habe ich noch nicht gelernt. Aber ich habe mir eine Zeile aus dem Badener Lied gemerkt. Die geht: »Der Schwob muss raus, der Schwob muss raus.« Das fand ich witzig. 

HANIX — Wo und wie entspannen Sie in ihrer neuen Heimat?

HOLGER STANISLAWSKI — Ich wohne direkt am Trainingsgelände, bin eigentlich den ganzen Tag hier. Ich schätze die kurzen Wege. Das war in Hamburg anders. Um zu entspannen gönne ich mir einfach Ruhe oder gehe Essen. Ich brauche nicht viel, um zu entspannen und bin da sehr genügsam.

HANIX — Was könnte Hamburg vom Kraichgau lernen und umgekehrt?

HOLGER STANISLAWSKI — Oh, das ist eine schwierige Frage. Dazu habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht. Ich glaube, dass man hier öfters optimistisch und positiver denken sollte. Man achtet hier beim eigenen Handeln sehr darauf, wie das bei anderen ankommen könnte. Da sind die Hamburger anders, das schert dort nicht so sehr. Dort herrscht eine Einstellung nach dem Motto »Man ist so, wie man ist und los gehts. Egal was andere davon halten mögen.« Das liegt aber auch an der fehlenden Anonymität hier. Hier kennt man sich, da wird man anders beäugt. Was könnte Hamburg vom Kraichgau lernen? Vielleicht das Entspannte. Hier sind die Menschen bei aller Hektik gelassen und entspannt. Das tut auch ganz gut, finde ich.  

HANIX — Nun zum sportlichen. Mit Platz neun nach der Hinrunde sind Sie sicherlich nicht zufrieden. Dafür läuft es im DFB-Pokal so gut wie noch nie in ihrer Laufbahn. Noch drei Siege und Hoffenheim spielt kommende Saison international. Da Sie sich momentan im Bundesliganiemandsland befinden, können Sie den Fokus doch getrost auf die Pokalspiele legen.

HOLGER STANISLAWSKI — In der Bundesliga haben wir eine ganz gefährliche Situation. Es sind sechs Punkte nach unten und vier nach oben. Das darf man nicht unterschätzen. Deshalb hat die Bundesliga Priorität, ganz klar. Aber im Pokal lief es bisher sehr gut. Wir stehen im Viertelfinale und wollen mehr. Den Schritt ins Halbfinale wollen wir zunächst gehen, auch wenn wir mit Greuther Fürth einen schweren Brocken vor der Brust haben. Und der Traum jedes Fußballers ist es natürlich, im Pokalfinale in Berlin aufzulaufen. Da wollen wir hin.

HANIX — Achten Sie als Chefcoach Hoffenheims bei Neuverpflichtungen auf andere Dinge als zu ihrer Zeit beim FC St. Pauli?

HOLGER STANISLAWSKI — Hier schauen wir weltweit nach Spielern. Bei St. Pauli war es schon grenzwertig Norddeutschland zu verlassen. Dort gab es auch kein Scouting. Das ist hier anders, hier gibt es ganz andere Möglichkeiten. Und das Budget für Transfers ist hier natürlich größer als es bei St. Pauli war. Ob das immer auch besser sein muss, wage ich einmal zu bezweifeln. 

HANIX — Viele Spieler benötigen bei einem neuen Verein eine Eingewöhnungszeit von bis zu einem Jahr. Ist das bei Trainern ähnlich? Sie machen die Erfahrung ja gerade am eigenen Leib.

HOLGER STANISLAWSKI — Diese Zeit hat man als Trainer in der Bundesliga nicht, weil man sie nicht bekommt. Man muss sofort in allen Bereichen funktionieren. Das geht mal besser, mal schlechter. Meiner Meinung nach ist der Trainer in dieser Kette das schwächste Glied, was nicht sein dürfte. Der Trainer hat die größte Verantwortung, verdient aber nicht am meisten. Bei Misserfolg ist der Trainer der erste der gehen muss. Es ist nicht immer der Trainer, der verantwortlich dafür gemacht wird, wenn etwas gut funktioniert. Als Trainer kommt man irgendwo hin, alle schauen einen an und erwarten, dass gesagt wird, wie es gemacht wird. Entweder es funktioniert dann oder nicht. Auch wenn ein Trainer immer wieder darauf hinweist, dass man geduldig sein müsse, um etwas aufzubauen. Wenn ich hier zehnmal hintereinander verliere, interessiert mein Gequatsche von Umbruch niemanden mehr. Dann heisst es: Schickt die Vollpfeife wieder nach Hamburg zurück.

HANIX — Wie kommen Sie mit diesem Druck zurecht?

HOLGER STANISLAWSKI — Man muss die Mechanismen kennen und darauf vorbereitet sein, dass man bei Misserfolg den Job verlieren kann. Wenn man damit klar kommt, schreckt das auch nicht ab. Ich hatte auch in der Phase als wir aus neuen Spielen nur einen Sieg geholt haben einen fünfziger Ruhepuls vor dem Schlafen gehen.

HANIX — Haben Sie sich die Eingewöhnungszeit in Hoffenheim leichter oder schwerer vorgestellt?

HOLGER STANISLAWSKI — Ich hatte mir das grundsätzlich schwerer vorgestellt. Es war sehr spannend für mich, ein ganz neues Umfeld und komplett neue Leute anzutreffen. Ich wurde hier sehr gut und herzlich aufgenommen. Es war für mich der richtige Schritt, den ich nicht bereue. 

HANIX – Die Strukturen in Hoffenheim sind sicher weiter entwickelt als sie es bei St. Pauli waren. Hier werden den Spielern wahrscheinlich die meisten Wünsche von den Augen abgelesen. Waren die Spieler des FC St. Pauli eigenverantwortlicher als ihr aktueller Kader es ist?

HOLGER STANISLAWSKI — Das glaube ich nicht. Hier ist die infrastrukturelle Situation besser, die Spieler verdienen auch etwas mehr als bei St. Pauli. Aber Eigenverantwortung der Spieler gab es dort und die gibt es selbstverständlich auch hier.

HANIX — Sie haben als St. Pauli-Coach immer betont, dass Sie neugierig darauf sind, andere Vereine und Strukturen kennenzulernen. Nach einem halben Jahr in der Fremde können Sie ein erstes Resümee ziehen. Welche Vereinsstruktur und welche Fußballphilosophie schmeckt ihnen besser? Die des fannahen, gewachsenen Stadtteilvereins mit Proletarier- und Anarchoattitüde oder die Philosophie des Konzeptvereins, der durch Mäzenatentum und strategische Planung erfolgreich sein möchte, um einer Region, die traditionell ohne Spitzenfußball auskommen musste, Bundesligafußball anbieten zu können.

HOLGER STANISLAWSKI — Man kann das nicht miteinander vergleichen. St. Pauli ist der letzte Stadtteilverein, der so eng verwoben ist mit seinem Kiez. Das ist ein besonderer Verein, der mit keinem anderen Bundesligisten verglichen werden kann. Ich glaube aber, dass man, um erfolgreich zu sein, beides ein bisschen zusammenführen muss. Bei St. Pauli muss man in manchen Bereichen sicher strukturierter arbeiten. Hier würde man an einigen Stellen durch mehr Offenheit Prozesse beschleunigen. Ein Mix aus beidem tut sicher jedem Verein gut. Aber jeder Verein muss auch seine eigene Philosophie und eigene Abläufe haben. Es ist aber in allen Klubs so, ganz unabhängig von der Vereinsphilosophie, dass es Leute gibt, die wahnsinnig viel tun, damit der Verein am Laufen bleibt und auf der anderen Seite Menschen, die sich im Erfolg der anderen sonnen und nur mitschwimmen. Die große Kunst ist es, hierbei die Spreu vom Weizen zu trennen.

HANIX — Welche kommerziellen Kompromisse kann Holger Stanislawski  aufgrund seiner Sozialisation am Millerntor in Hoffenheim nur sehr schwer ertragen?

HOLGER STANISLAWSKI — Wir, die im Profifußball tätig sind, müssen aufpassen, dass Fußball nicht zu einem einzigen Event verkommt und wir nicht versuchen alles auf Teufel komm raus zu vermarkten und uns noch ein Firmenlogo auf den Arsch flocken lassen und alle drei Jahre den Stadionnamen ändern. Das finde ich grenzwertig und gewöhnungsbedürftig. Fußball ist ein Arbeitersport, dort hat der Sport seine Wurzeln. Fußball wurde früher mit Coladosen in Hinterhöfen oder auf dem Grandplatz (Anm. d. Red.: Hartplatz) gebolzt. Wir müssen aufpassen, dass wir den Fußball auch so lassen, wie wir ihn alle kennen. Da muss man nicht alles mit Musik hinterlegen. Das finde ich immer sehr schwierig. Aber das gibt es überall. Auch bei St. Pauli. Dort wird nur auf ein Maskottchen verzichtet.

HANIX — Zum Schluss noch zur Problematik »Tom Starke«. Im Sommer konnten Sie ihn nicht loswerden. Gab es erneute Bemühungen, ihn im Winter endlich zu entsorgen? Und wie erfolgreich waren Sie damit, ihn wie angekündigt aus dem Team zu isolieren, da er aufgrund seiner Frisur, die laut ihnen aussieht, wie ein aufgeplatztes Kopfkissen, jedes Mannschaftsbild kaputt macht.

HOLGER STANISLAWSKI —  Wir haben ihn jetzt so weit, dass er sich verletzt hat und somit ruhig gestellt ist. Nein, im ernst: Tom ist ein guter Typ mit gutem Charakter. Der gut einstecken und austeilen kann. Das war auch neu für die Jungs, das man sich gegenseitig auch mal hochnehmen kann. Es soll ja auch alles Spaß machen und man soll miteinander lachen können.

HANIX — Wie hat die Mannschaft auf ihre Späße reagiert?

HOLGER STANISLAWSKI — Die Jungs haben sich zunächst sehr gewundert aber mittlerweile ist das hier in Zuzenhausen der erste Kult geworden, den ich eingeführt habe.

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