Interview des Monats September 2012

Hanspeter Faas: »ICH ENTSPANNE NICHT BEI GARTENARBEIT «

Wir sprachen den Bayern Hanspeter Faas, der sich als Buga-Chef in den kommenden Jahren darum bemühen wird, Heilbronn ergrünen zu lassen und das Stadtbild zu erneuern.

HANIX — Herr Faas, haben Sie ihre Frau im Garten kennengelernt?

Hanspeter Faas — Kennengelernt habe ich sie tatsächlich im Grünen. Sie hatte einen Planungswettbewerb für die Landesgartenschau in Augsburg 1985 gewonnen. Näher gekommen sind wir uns bei einer Veranstaltung.

HANIX — Ihre Frau, Claudia Knoll, ist momentan Geschäftsführerin der Landesgartenschau in ­Bamberg, Sie gehen ihre dritte Bundesgartenschau in führender Position an. Im Hause Faas-Knoll wird viel über Grünzeug und Blumen geredet, stellen wir uns vor.

Hanspeter Faas — Eigentlich nicht. Unser Garten hat dennoch eine besondere Rolle. Wir leben mitten in einer Kleinstadt und haben einen schönen alten Garten. Er hat aber keine traditionell repräsentativen Funktion. Vielmehr ist er für uns wie ein weiteres Zimmer. Im Sommer wohnen wir praktisch im Garten.

HANIX — Entspannen Sie in ihrer Freizeit bei Gartenarbeit?

Hanspeter Faass — Klar, der Rasen muss gemäht und die Hecke geschnitten werden. Aber ich freue mich nicht die ganze Woche darauf am Wochenende meinen Rasen mähen zu dürfen. Eine große Last ist es allerdings auch nicht. Meine Nachbarin nimmt mich gerne auf den Arm, weil der Garten noch gepflegter sein könnte. Ich persönlich entspanne in den Bergen am Besten.

HANIX — Was fasziniert Sie so am Garten- und Land­schaftsbau? Immerhin beschäftigen Sie sich beruflich seit nunmehr 32 Jahren mit Gartenschauen und deren Umsetzung.

Hanspeter Faas — Das Grün in der Stadt stellt für mich einen Qualitätsanspruch dar. Park- und Grünanlagen sind Rückzugs- und Erholungsgebiet für uns Menschen. Aber auch für die ökologische Entwicklung einer Stadt ist das Grün wichtig. Es ist Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Und das begeistert mich an den Freiräumen in Städten. Darüber hinaus, und das ist eine neue Entwicklung, wird die Lebensqualität in einer Stadt immer mehr über diese Freiräume definiert. Die Stadt wird heute viel bewusster über das Grün wahrgenommen als noch vor 20 Jahren. Und eine Gartenschau kann einen guten Beitrag dazu leisten, das die Wahrnehmung und das Image der Freiräume gesteigert wird und auch in die Köpfe der Menschen transportiert wird. Das ist es, was mich an Gartenschauen begeistert.  

HANIX — So, nun Butter bei die Fische, wie wir Gärtner sagen. Was hat Sie dazu bewogen, nach Heilbronn zu kommen? Der erste Eindruck kann es ja nicht gewesen sein, wie wir in der Heilbronner Stimme lesen konnten.

Hanspeter Faas — Ich bin jemand, der von Anfang an mit Gartenschauen neue Konzepte verfolgt hat. Meiner Meinung nach ist nicht die eigentliche sechsmonatige Schau am wichtigsten. Sie ist auch wichtig, soll aber als Transportmittel fungieren, um städtebauliche Konzepte zu realisieren. An dem Heilbronner Konzept ist sehr reizvoll, dass hier die Chance besteht, etwas extrem zukunftsorientiertes umzusetzen. Das ehemalige Fruchtschuppenareal hat ein großes Entwicklungspotential. Um diese Maßnahmen in Gang zu setzen, bedarf es einer großen Kraftanstrengung. Gleichermaßen bin ich überzeugt davon, dass es möglich ist, das zeitnah zu realisieren. Und aus meiner persönlichen Erfahrung möchte ich behaupten, dass eine Gartenschau das ideale Instrument ist, um derartige Pläne umzusetzen. Ich gebe auch gerne zu, dass ich in meiner beruflichen Zeit meistens im süddeutschen Raum tätig war und mir die Mentalität der Menschen im südlichen Teil der Republik einfach etwas mehr zusagt. Auch das war ein Beweggrund, mich für die Aufgabe hier in Heilbronn zu entscheiden.

HANIX — Sie sagten: »Der zweite Eindruck der Stadt, ist besser als der erste.« Was haben Sie beim zweiten Hingucken gesehen, was ihnen beim erstenmal verschlossen blieb? Wir behaupten ja, dass man manchmal sogar drei-, viermal schauen muss, bevor man die Perlen dieser Stadt entdeckt und zu schätzen lernt.

Hanspeter Faas —Der zweite Blick hat mir offenbart, dass es unglaublich schöne Ecken und Details hier in Heilbronn gibt. Auch das Thema »Grün in der Stadt« spielt hier traditionell eine große Rolle. So sind die ganzen Bereiche um den Neckar wunderbare Flächen inmitten der Stadt, die in den letzten Jahren meiner Meinung nach mit unglaublichem Engagement und Liebe fürs Detail gestaltet wurden. Man spürt auch, dass die Stadt sich in einem Umbruch befindet. Heilbronn positioniert sich neu und stellt sich neu auf. Und das ist etwas, was ich auf den zweiten Blick sofort erkannt habe. Ich habe auch das Gefühl, dass die Menschen, die hier leben, Lust auf diese Veränderung haben. Der erste Eindruck, den ich von der Stadt hatte, war geprägt von meiner Fahrt ab von der Autobahn bis ins Stadtzentrum. Zunächst durchfährt man einfach Gewerbe- und Industriegebiete und dann hat die Stadt, begründet durch die Zerstörung im 2. Weltkrieg, eine sehr durchwachsene, lebhafte Architektur, wo nicht alles zueinander passt. Und das irritiert zunächst einmal. Wenn man ein paar Wochen da ist, wie ich jetzt, und die Menschen hier kennenlernt, macht die Arbeit hier sehr viel Spaß.

HANIX — Wie erwähnt, haben Sie an vielen Landes- und Bundesgartenschauen federführend mitgewirkt. Wenn Sie die Heilbronner Ausgangssituation betrachten und mit den Startbedingungen anderer Gartenschauen, für die Sie tätig waren, vergleichen: Wo steht Heilbronn im Ranking?  

Hanspeter Faas — Was ich jetzt sage, ist wirklich ernst gemeint. Ich sage das nicht nur, weil ich in Zukunft hier arbeiten werde. Heilbronn steht da ganz weit vorne. Das liegt an der hervorragenden Vorarbeit, die die Stadtverwaltung und das Buga-Projektbüro hier betrieben hat. Viele Eckpfeiler sind schon gesteckt, die Stadt ist diesbezüglich sehr gut aufgestellt. Ich persönlich empfinde es so, dass hier ein guter Entscheidungs- und Meinungsbildungsprozess im Gange ist. Gerade zu der jetzigen Zeit des Projektes. Alles wird sehr offen diskutiert, um den besten Weg für Heilbronn zu finden.

HANIX — Die Buga 2019 ist in der Stadt jetzt schon in aller Munde. Fast jeder Heilbronner, so unser Eindruck, hat schon mal darüber gesprochen. Viele Heilbronner hoffen, dass durch die Buga auch hier ein Fleckchen Stadt entsteht, der sogar für einen ersten guten Eindruck taugt. Und das sieben Jahre vor der vermeintlichen Eröffnung. Das erinnert etwas an die Vorfreude der Fußball-WM 2006 im eigenen Land. Kann, natürlich nur auf die Stadt und die Region bezogen, ein ähnlicher Hype entstehen?  

Hanspeter Faas: Zunächst möchte ich einmal sagen, dass es mich als jemanden, der Gartenschauen macht, etwas ärgert, dass Gartenschauprojekte gelegentlich belächelt werden. Die Nachhaltigkeit und die Wirtschaftlichkeit wird hier deutlich unterschätzt. Sicherlich kann eine Gartenschau medial nicht mit einem sportlichen Großereignis mithalten. In allen anderen Feldern aber schon. Für mich war es ein spannendes Erlebnis als Christian Ude, Münchens Oberbürgermeister, sich positiv über die Bundesgartenschau geäußert hat. Er hatte 2005 die Buga in seiner Stadt, ein Jahr später war München Spielort bei der Fußball-Weltmeisterschaft. Im Nachgang hat er gesagt, dass das Feedback aus der städtischen Wirtschaft positiv war, dass man lieber nochmals eine Buga in der Stadt hätte als eine Fußball-Weltmeisterschaft. Weil der Impuls viel stärker ist. Bei der wirtschaftlichen und städtebaulichen Entwicklung für eine Stadt, hat die Bundesgartenschau im Vergleich zur Fußball-WM deutlich die Nase vorne.  Unsere Aufgabe wird es also sein, dafür zu sorgen, dass die Menschen in Heilbronn über die Buga sprechen, sie in ihren Köpfen haben und auch ihr Potential erkennen. Der Höhepunkt der Vorfreude muss erst kurz vor Eröffnung erreicht sein und nicht schon zwei Jahre vorher. Insofern werden wir den offenen Austausch mit dem Bürger suchen, wir werden aber nicht schon frühzeitig die größten Marketingmaßnahmen einleiten. Fatal wäre, wenn wir ein Strohfeuer abbrennen würden und uns 2018 die Luft ausginge.  

HANIX — Alle hoffen auf ein Stück vom Buga-Kuchen. Ob es Gastronomen, Immobilien-Makler, Künstler und Kulturschaffende, Freizeitjunkies oder FKK-Anhänger sind. Schafft man es, alle Gruppen zu befriedigen?

Hanspeter Faas — Allen gerecht werden kann man nie. Unsere Aufgabe wird sein, mit allen offen und ehrlich zu sprechen und ganz klar auch Grenzen aufzuzeigen. Gleichzeitig müssen wir aber auch die vielen Chancen präsentieren, die meiner Ansicht nach alle noch gar nicht offenkundig sind. Ich glaube, dass die Vorbereitung in verschiedenen Stufen abgearbeitet wird. Zunächst die Grundsatzentscheidung des Gemeinderates, ob die Stadt die Buga durchführen wird. Wenn das der Fall sein sollte, wovon ich ausgehe, wird die nächste zu klärende Frage sein, was die Stadt mit der Bundesgartenschau erreichen will und wie diese dafür im Detail aussehen muss. Danach wird man Partner suchen und finden müssen. Eine Gartenschau ist aber grundsätzlich eine so große Plattform, dass viele davon profitieren werden. Es darf aber nicht darum gehen, nur im Blick zu haben, eine möglichst großes Stück des Buga-Kuchens abzubekommen. Das wäre ein falscher Ansatz. Meiner Meinung nach muss jeder, der hier mitspielen will, auch ein eigenes Stück Torte mitbringen.  

HANIX — Sie haben gesagt, dass durch eine Bundesgartenschau nicht nur die Kommune, in der das grün-bunte Treiben stattfindet, profitiert, sondern auch die Region drumherum.  

Hanspeter Faas — Ich bin überzeugt davon, dass eine Gartenschau nur funktioniert, wenn Stadt und Umland zusammen arbeiten. Es ist häufig so, dass in Städten in vergleichbarer Größe Heilbronns, die oft auch Oberzentren der jeweiligen Regionen darstellen, eine Art Konkurrenzsituation unter den Nachbarn herrscht. Ich glaube, dass eine Gartenschau auch das Potential birgt, diese gewachsene Konkurrenz etwas aufzubrechen. Das man eben gemeinsam Dinge realisiert. In Koblenz, wo ich für die Bundesgartenschau tätig war, hat die Gartenschau bewirkt, dass die ganze Region touristische Projekte in Gang gesetzt hat, die vorher über einen Zeitraum von mehr als 30 Jahren, aus welchen Gründen auch immer, nicht umgesetzt werden konnten. Wir hatten in Koblenz zum Beispiel die 13 Meisterwerke der Region gezeigt. Das ist ein Beispiel dafür, dass die Region auch wirtschaftlich von einer Gartenschau profitieren kann. In Koblenz sind die Übernachtungszahlen etwa 50 Prozent nach oben geschnellt. Darüber hinaus wird durch eine Gartenschau auch ganz anders über eine Stadt und deren Region berichtet. Auch überregional wird plötzlich positiv informiert. Hier ziehe ich ebenfalls gerne Koblenz als Vergleichsstadt heran. Auch dort wurde ein Großteil im Krieg zerstört, die Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt war sehr gering. Durch die Gartenschau fand hier tatsächlich eine Umkehrung statt, die Leute waren plötzlich stolz auf ihre Stadt. Ganz wichtig ist es auch, herauszuheben, dass die Gartenschau nur das Instrument ist. Die Gartenschau findet 2019 statt, doch eigentlich geht es um den Zeitraum nach 2019. Das heisst, wie schafft es die Stadt samt der Region sich durch die Gartenschau für die Zukunft zu positionieren?  

HANIX — Es gibt sicherlich Studien darüber: Wie lange währt die Strahlkraft einer Bundesgartenschau für die Stadt im Nachhinein und worin liegen nachhaltig die positivsten Effekte?

Hanspeter Faas — Es gibt keine Studien über ein Zeitfenster von 20 bis 30 Jahren. Aber es gibt Beispiele wie sich Städte und auch Unternehmen über eine Gartenschau positioniert haben. Auch Heilbronn mit seiner Landesgartenschau 1985 im Wertwiesenpark ist hier ein gutes Beispiel. Ich denke, dass die positiven Effekte der damaligen Landesgartenschau bis heute wirken. Die Heilbronner, so mein Eindruck, sind froh über den Wertwiesenpark. Es gibt zur Gartenschau in Koblenz Untersuchungen, die besagen, dass direkt oder indirekt durch die Gartenschau etwa 500 Millionen Euro in Bewegung gesetzt wurden. Und der größte Teil der Investitionen wird auch in der betreffenden Region eingesetzt. Das ist Wirtschaftsförderung erster Güte. Eine weitere Untersuchung sagt, dass die langfristige Wertschöpfung dazu führen wird, dass die Ausgaben, die durch die Stadt getätigt wurden, sich nach sieben bis acht Jahren amortisiert haben. An solchen Ergebnissen merkt man, dass eine Gartenschau langfristige Auswirkungen für eine Stadt und deren Region hat.

HANIX — Wird das Thema Bildung in die Buga integriert? Es könnten zum Beispiel Flächen angelegt werden, die von Kindergärten, Schulen aber auch ganz normalen Bürgern bepflanzt und gehegt werden. Eine Art urbaner Bildungs-Gemüse-Garten. Oder ist Gemüse bei der Buga kein Thema?

Hanspeter Faas — Gemüse und Obst spielen eine große Rolle bei den Gartenschauen, für die ich gearbeitet habe. Es ist von der Handhabe her nicht ganz einfach aber für mich persönlich haben Gemüse und Obst einen großen Stellenwert. Und dabei geht es nicht nur darum, Obst und Gemüse als Lebensmittel wahrzunehmen. Es sind auch ganz starke, schöne Impressionen, die damit kreiert werden können. Wenn sie sich nur die diversen Salatsorten mit ihren unterschiedlichen Farben vorstellen. Wenn man sie großflächig anpflanzt, ist das ein wunderbares Bild auf einer Gartenschau, das durchaus mit den bunten Blumenbeeten mithalten kann. Und meiner Meinung nach hat eine Gartenschau auch einen Bildungsauftrag – und zwar nicht nur für Kinder und Jugendliche sondern auch für Erwachsene. Dabei geht es um Fragen der Stadtentwicklung und Fragen der Nachhaltigkeit. Solche Themen können durch eine Gartenschau gut transportiert werden. Aber natürlich hat solch eine Großveranstaltung auch einen Bildungsauftrag für die ganz persönlichen Lebensbereiche der Bürgerinnen und Bürger. Dabei geht es um ganz allgemeine Fragen zum Garten und um den Garten herum. Gibt es Neuentwicklungen und wie kann der Kleingärtner diese in seinen Garten integrieren. Das Thema »Gemüseanbau zurück in die Städte« gewinnt auch immer mehr Relevanz. Urbane Gemüsegärten sind in den Metropolen schon gegenwärtig und Trend. Das sind teilweise revolutionäre Gedanken zum Thema Garten.

HANIX — Nicht alle angedachten Projekte für die Buga 2019 seien notwendig, so ihre Meinung. Durch die Stadt wabern Gerüchte, dass es einen städtischen Badesee auf dem Buga-Gelände geben soll. Dieses Projekt, dass wurde uns vom kleinen und großen Mann auf der Straße als persönliche Nachricht an Sie mitgegeben, ist notwendig! Wir wollten es nur einmal gesagt haben, damit es hinterher nicht heisst, Sie hätten von nichts gewusst.

Hanspeter Faas — Der Projektrahmen der Bundesgartenschau Heilbronn wird nicht von der BUGA 2019 GmbH vorgegeben. Dieses ist das legitime Recht der politischen Gremien. Für mich ist ganz wichtig, dass die Stadt, wie schon erwähnt, hervorragende Basisarbeit geleistet hat, was alles möglich wäre. Diese Punkte müssen dann detailliert abgearbeitet werden, um am Ende entscheiden zu können, welche Projekte bis 2019 umgesetzt und realisiert werden und welche nicht. Aber 2019 ist kein Schlusspunkt der Entwicklung. Es geht in erster Linie um die Jahre nach 2019. Wenn man so will, ist die Buga ein Konzept 2040 oder gar 2050. Stadtentwicklung ist nach meinem Verständnis ein dauerhafter Prozess, der nicht irgendwann abgeschlossen ist.

HANIX — Wenn die Buga in Heilbronn tatsächlich umgesetzt wird, steht Heilbronn hinterher in neuem Gewand da. Wie so oft ist die Finanzierung zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht geklärt. Wer finanziert die Buga und welche Geldmittel sollten und müssten die jeweils Beteiligten anteilig bringen, damit die Buga 2019 in Heilbronn stattfinden kann?

Hanspeter Faas — Ich glaube nicht, dass es momentan eine Frage der prozentualen Beteiligung ist, zumindest kann man das gegenwärtig nicht seriös sagen. Die Stadt sagt aus meiner Sicht zurecht, dass sich das Land an einem solchen überregionalen Projekt beteiligen muss, da die Bundesgartenschau auch eine Wirkung für das gesamte Bundesland hätte. Es gibt zum einen Fördertöpfe des Landes, die angezapft werden können, um einen Teil zu finanzieren. Darüber hinaus wäre es wünschenswert, wenn sich das Land mit einem Festbetrag an der Finanzierung der Bundesgartenschau beteiligen würde. Das Land wird feststellen, dass es auch zu den Nutzniessern der Bundesgartenschau gehören wird, weil eben die Wirkung weit über die Grenzen Baden-Württembergs strahlt. Das betrifft das Image aber auch den wirtschaftlichen Profit. Was ich derzeit etwas schade finde ist, dass sich die Diskussion zwischen Stadt und Land ausschließlich auf eine finanzielle Diskussion reduziert. Meiner Ansicht nach muss sich die Diskussion zu einer fachlichen Diskussion entwickeln. Es muss über die Inhalte der Gartenschau geredet werden. Der Koalitionsvertrag der Landesregierung geht auch mit allem was wir machen, konform. Ob es um Förderung der Baukultur geht oder um die Vereinbarkeit von ökologischen und ökonomischen Themen bei der Stadtentwicklung. All das will Heilbronn durch das Projekt und Instrument Bundesgartenschau forcieren. Insofern müsste hier zwischen Stadt und Land die angesprochene fachliche Diskussion in Gang gesetzt werden. Aber man muss auch wissen, dass dieser ganze Prozess sich gerade erst am Anfang befindet. Ich bin hoffnungsfroh, dass sich diese fachliche Auseinandersetzung zwischen Stadt und Land in den nächsten Wochen und Monaten entwickeln wird.

HANIX — Bevor wir es ganz vergessen. Wir sind hier schließlich im sparsamen Schwabenland. Was wird die Buga in Heilbronn eigentlich kosten?

Hanspeter Faas — Es gibt bislang nur grobe Schätzungen, aber wir werden demnächst mehr wissen.  

HANIX — Zum Abschluss zurück in ihren Garten. Sie haben sicherlich eine Lieblingsblume oder -pflanze in ihrer privaten Parzelle, Herr Faas. Sprechen Sie mit ihr? Und wenn ja: Was sagen Sie ihr?

Hanspeter Faas — Eine Lieblingsblume habe ich natürlich. Es ist die Christrose. Mich begeistert ihre einfache Struktur. Und sie zeigt den Wechsel zwischen den Jahreszeiten wunderbar an. Wenn sie durch den Schnee hindurch bricht und zu blühen beginnt, zeigt mir das jedes Mal wieder die Kraft der Natur. Ich gebe aber zu, dass ich nicht viel mit ihr spreche. Das hängt vielleicht auch mit meinem beruflichen Werdegang zusammen. Ich habe Gärtner gelernt. Vielleicht ist dann die Art mit Pflanzen umzugehen etwas unromantisch.

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