Titelthema Sex Mai 2012

»AU« STEHT FÜR AUTOEROTISCHER UNFALL

Eine Reise in die Randgebiete der menschlichen Sexualität. Aberwitzige Listen, unglaubliches, schmerzhaftes. Und Staubsauger spielen auch eine Rolle.

Jeder Mensch hat Sex. Halt, nein, fast jeder: Denn laut Sexualwissenschaftlern sind etwa 5 Prozent der Deutschen asexuell. Diese Menschenhaben keinerlei Interesse an irgendeiner Form von Sexualität. Weder paarweise noch in Gruppen, noch allein.

Sie, die wir jetzt der Einfachheit halber zu den restlichen 95 Prozent zählen, werden aber nach der Lektüre womöglich Angst haben, sich überhaupt noch sexuell zu betätigen. Denn wir führen Sie in eine Welt, die den meisten bisher verborgen geblieben ist. Danken Sie dem Herrgott dafür! Wir erzeugen Gänsehautgefühle, die ungefähr so angenehm sind wie das Kratzen an einer Schiefertafel, das Beißen auf Alufolie oder der Anblick eines offenen Beinbruchs. Sie werden einen Ausflug in die »Randgebiete der menschlichen Sexualität« unternehmen, wie es der Münchner Urologe und Sexunfallarzt Michael Autenrieth so wunderbar euphemisiert. Eine brutale Expedition! Und dennoch: Es wird auch ein großes Vergnügen sein. Denn wenn der Verstand erst einmal ausgeschaltet ist, begibt sich der Mensch offenbar blind in schier unglaubliche Situationen.

Vor allem, wenn er denkt, dass es niemals jemand mitbekommen wird. Wenn ihm dann aber der Gang zum Arzt nicht erspart bleibt, dann wird es so richtig peinlich. Viele Betroffene erfinden noch auf dem Weg ins Krankenhaus die tollsten Geschichten. Da wollte man sich gerade, nichts Böses ahnend, auf die Toilette setzen, ist dann aber ganz unglücklich, Herrgott, so was von unglücklich, abgerutscht und, ja, es hört sich komisch an, mit dem Hintern voran auf eine Flasche Deodorant gestürzt. Die stand eben genau da, denn am Abend zuvor war man in großer Eile und hat das Deodorant auf den Boden fallen lassen. Das Flakon stand dann eben senkrecht da und ist, ähem, im Hintern gelandet. Alles ein sehr unglücklicher Zufall. Die Ärzte sind Kummer gewohnt, nehmen auch die unglaubwürdigsten Münchhausiaden mit einer hochgezogenen Augenbraue zur Kenntnis und vermerken auf ihrem Krankenblatt ein einfaches »AU«. Autoerotischer Unfall.

Die meisten Betroffenen aber fügen sich ohnehin schweigend. Denn ihre aktuelle Lage, die Größe und Beschaffenheit des zweckentfremdeten Gegenstands und überhaupt die ganze Situation lassen keinen Raum für glaubhafte Alternativgeschichten. Und der erfahrene Urologe/ProktologeGynäkologe ist immer auch Psychologe genug, um schweigend und ernsthaft zu tun, was zu tun ist. Wenn man bedenkt, wie häufig man im Leben Sex hat und wie viele Menschen es gibt, verwundert es eigentlich, dass die Notaufnahmen nicht voll von Menschen sind, die sich beim Geschlechtsakt verletzt haben. Ist es vielleicht sogar ein sexuelles Armutszeugnis, wenn man sich nicht schon mindestens einmal den Kopf geprellt, den Arm ausgekugelt oder bis zur Ohnmacht masturbiert hat? Oder den Penis gestaucht, geknickt oder eingerissen? Oder die Hoden verdreht? Oder eine holländische Salatgurke, na ja, Sie wissen schon … Es gibt unendlich viele Möglichkeiten, beim Sex zu verunfallen. Die hier beschriebenen Fälle zeugen also zumindest von sexueller Aufgeschlossenheit. Allerdings meist in Verbindung mit einem gewissen Grad an Dämlichkeit oder wenigstens Tollpatschigkeit. Trotz allem wünschen wir Ihnen viel Spaß bei der Lektüre und hoffen, dass Sie sich »die Sache« keinesfalls vermiesen lassen.

57 Dinge, die schon einmal aus einer Harnröhre entfernt werden mussten

Thermometer, Wunderkerzen, Streichhölzer, Nussschalen, Wäscheleinen, Kupferdraht, Kabel, Rosen, Maden, Kugelschreibermine, Zweig, Getreideähre, Bohne, Gitarrensaite, Hühnerknochen, Füllfederhalter, Glasrohr, Haare, Kleiderreste, Paraffin, Siegellack, Schilfrohr, Efeublatt, Stiel einer Erdbeere, Blütenstiel, Grashalm, Strohhalm, Petersilienwurzel, Pflanzensamen, Haselnuss, Kirschkern, Fuchsschwanz, Schweinssehne, Schwamm, Ausgebrannte Kohle, Geschrumpfte Gurke, Papier (zusammengerollt), Schieferstift, Dattelkern, Goldkettchen, Schießpulver, Korkstück, Zähne, Kreidestück, Roter Pfeffer ungemahlen, Erbsen, Zimmerernagel, Watte, Kaugummi, Uhrenbatterie (Knopfzelle), Eisenstücke, Schuhbänder, Angelhaken, Zigarettenstopfer, Lockennadel, Metallkatheter, Streichholz,

27 Dinge, die schon mal in einem Rektum gefunden wurden

Handy, Schnur, Hamsterskelett, Konservendose, Lampenschirm, Gummiball, Kerze, Blumen, falscher Fingernagel, Apfel, Glühbirne, Glassplitter, Zwiebel, gefrorener Schweineschwanz, Regenschirm mit Hülle, Werkzeugtasche; komplett mit Werkzeug, Sektflasche, Colaflasche, Massagestab, Bocciakugel, Spraydose, Staubsaugeransatzteil, Hartgummistab, Tischtennisball, Spatenstiel (19 Zentimeter), Stuhlbein, Ausgabe der »Bild am Sonntag« (zusammengerollt)

24 Dinge, die schon einmal aus einer Vagina entfernt wurden

Plastikkappe eines Filzstifts, Kappe einer Haarspraydose, Blechbüchse, Kinderspielzeug, Plastikpropeller, Glassplitter, Senftube, Ende eine großen Holzpinsels, Sicherheitsnadel, Wachsmalstift, Flaschenverschluss, 0,5-Liter-PET-Flasche, Keramikscherbe, Tauchsieder, Gabel, Besenstiel, Stuhllehne, Bohnenstange, Zylinder, Küchenlampe, Gurke, Brillenbügel, Schraubenzieher, Kopfteil eines Aals

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