Titelthema Wirtschaft Dezember 2012

Erfolgsmodell Familie

Ein Blick in die Liste der 52.000 Mitgliedsunternehmen der IHK Heilbronn-Franken zeigt, dass Familienunternehmen den Löwenanteil der Mitgliedsunternehmen der IHK ausmachen. Vom Kleinbetrieb bis hin zum Weltkonzern. Diese Unternehmen sind die Basis des wirtschaftlichen Erfolges der Region.

Von Matthias Marquart

Einer Studie der Stiftung Familienunternehmen zur volkswirtschaftlichen Bedeutung von Familienunternehmen zufolge, sind über 93 Prozent der in Deutschland ansässigen Betriebe und Firmen familienkontrollierte Unternehmen. Sie tragen mit einem Anteil von 49 Prozent zum Umsatz aller Unternehmen bei und stellen über 54 Prozent der Arbeitsplätze. Die Studie bietet ebenfalls anhand der Kriterien „Beschäftigte und Umsatz“ eine Liste der Top-500-Familienunternehmen in Deutschland. Auch zehn Unternehmen aus der Region Heilbronn-Franken sind dort aufgeführt. Mit den Firmen Berner, Bürkert, ebm-papst, Getrag, Klenk, Läpple, Lidl, Optima, Würth und Ziehl-Abegg stellt die Region Heilbronn-Franken immerhin zwei Prozent der Top-500-Familienunternehmen in Deutschland.

Hohe Innovationskraft

Die Unternehmen in der Region Heilbronn-Franken zeichnen sich durch eine hohe Innovationskraft aus. Im globalen Wettbewerb sind sie besonders gut aufgestellt. Die starke Exportorientierung unserer Wirtschaft sowie die überdurchschnittlich hohe Zahl an Weltmarktführern in der Region verdeutlichen dies eindrücklich. So zählen zu den Generaltugenden bei familiengeführten Unternehmen Kontinuität, Bodenständigkeit, Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem eigenen Unternehmen, den Mitarbeitern und dem Standort.

Kontinuität ist Trumpf

Eine weitere, vom Institut für Mittelstandsforschung (ifm), Mannheim, für die Stiftung Familienunternehmen durchgeführte Studie zur „Verweildauer des Managements von Familienunternehmen und Unternehmen in Streubesitz“ zeigt: Geschäftsführer und Vorstände von Familienunternehmen bleiben signifikant länger im Amt, als die entsprechende Führungsriege bei Unternehmen in Streubesitz. „Gerade die Führungsriege in einem Unternehmen hat eine enorme Vorbildfunktion. Wenn hier ein ständiges Kommen und Gehen herrscht, ist regelmäßig eine Verunsicherung aller Angestellten zu verspüren. Zusätzlich ist dabei auch die Frage zu stellen, ob Veränderungen, die Spitzenmanager treffen, nicht auch Zeit brauchen, um sich auszuzahlen. Nachhaltige Unternehmenspolitik ist nicht mit einer hohen Fluktuation immer neuer Spitzenleute durchzusetzen“, so Prof. Dr. Dr. h.c. Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen.
Eigentümergeführte Unternehmen sind erfolgreicher
Und auch vom Kapitalmarkt wird ein schneller Wechsel nicht gefordert, wie ein Blick auf die Unternehmen zeigt, die in der Rechtsform der AG geführt werden: Mit 8,2 Jahren Verweildauer im Mittel der Aktiengesellschaften liegen Familienunternehmen deutlich höher als Unternehmen im Streubesitz mit 6,3 Jahren. „Die beiden Indizes DAXplus Family und GEX, die eigentümergeführte Unternehmen an der Börse abbilden, sind bei weitem erfolgreicher. Auch hier scheint sich Langfristigkeit und Nachhaltigkeit im wahrsten Sinne des Wortes auszuzahlen“, ergänzt Hennerkes.

Das Rückgrat der Wirtschaft

Familienunternehmen sind ein wesentlicher Bestandteil unserer wirtschaftlichen Kultur und werden es sicherlich auch bleiben. Sie sind das Rückgrat unserer Wirtschaft und sorgen auch dank einer starken regionalen Vernetzung für Kontinuität. Eine Kontinuität, die es auch in Zeiten eines rasanten wirtschaftlichen Wandels nach wie vor braucht.

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