Titelthema Wirtschaft Dezember 2012

Alte Heilbronner Unternehmen

Emil Seelig Cichorien-Fabriken; 1870

Seit den 1850er Jahren betrieb Emil Seelig seine Fabrik an der Wilhelmstraße. Die Wurzeln der Wegwarte (Cichorium intybus) wurden geröstet und gemahlen als Kaffeezusatz verkauft. Später kamen andere Kaffeesurrogate hinzu. Das bekannteste Markenprodukt wurde “Seelig’s kandierter Kornkaffee”. 

1908 übernahm die Firma Franck die Aktienmehrheit; sie stellte 1928 die Produktion in Heilbronn ein. Die Firma und ein Verkaufsbüro bestanden noch bis 1956.

Baugesellschaft Heilbronn; 1906

Im Jahr 1872 wurde die Firma als zunächst als Bauunternehmung gegründet, die auch ihre eigenen Ziegelsteine herstellte. Die Maschinen-Ziegelei in Böckingen wurde dann zum Hauptzweck der Aktiengesellschaft.

Nach der Stilllegung im Zweiten Weltkrieg liefen die Geschäfte ab den 1950er Jahren wieder sehr gut. Nach verschiedenen Verkäufen wurde die Firma schließlich liquidiert. Auf dem Betriebsgelände in Böckingen befindet sich heute der Ziegeleipark.

Landauer & Macholl; 1905

Die 1862 gegründete Firma entwickelte sich aus einer Spirituosenhandlung und stellte später selbst Liköre und Branntwein her. Ab den 1880er Jahren entstand an der Karmeliterstraße ein ansehnlicher Fabrikbetrieb. 1894 wurde der Hammer als Schutzmarke eingetragen.

Die ausgestellte Flasche aus den 1920er Jahren stammt von der Firma Steigerwald, dem zweiten Heilbronner Anbieter in dieser Branche.

Mech. Schuhfabrik Wolf & Comp.; 1911

Seit 1890 produzierte die Fabrik in Sontheim Schuhe unter dem Markennamen Wolko. Ende der 1920er Jahre wurde nach amerikanischem Vorbild die Fließbandfertigung eingeführt.

In der NS-Zeit mussten die jüdischen Eigentümer emigrieren; ein Geschäftsführer rettete den Besitz über den Krieg hinweg für die Familie. 1960 wurde die Firma in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, 1970 die Produktion eingestellt und das Gelände mit Wohnungen bebaut.

Kraemer & Flammer Seifenfabrik; 1912

Die im Jahr 1871 im Süden der Stadt als Fabrik für Harzprodukte gegründete Firma begann bald mit der Herstellung technischer Fette und Öle. Nach 1900 entwickelten sich Seife und Waschpulver zum Hauptgeschäftsfeld. 

Markenprodukte wie Flamil-Waschpulver oder Dirndl-Seife erlangten durch zeittypische und originelle Werbung große Bekanntheit. Die Produktion lief bis 1970, anschließend entstand auf dem Gelände das „City-Süd-Center“.

Wilh. Wecker; 1904

Die Branntwein- und Essigfabrik Wecker entwickelte sich wie andere Firmen im Umfeld des Weinbaus. Kurz nach 1900 bezog die Firma neue Gebäude im Industriegebiet Kleinäulein, wo Essiggurken und Sauerkonserven zu den Hauptprodukten wurden. 

Nach dem Ersten Weltkrieg kam auch die Senfherstellung hinzu. Die Firma bestand unter verschiedenen Besitzern bis Anfang der 1990er Jahre.

Zwirnerei Ackermann A.-G.; 1921

Firmengründer Karl Ackermann baute im Jahr 1868 mit Maschinen aus England in Sontheim eine Strick- und Nähgarnfabrik auf. Nach der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft 1882 begann ein schnelles Wachstum und um 1900 waren 650 Personen beschäftigt. „Ackermann´s Schlüsselgarn“ wurde eine bekannte Marke im In- und Ausland.

In den 1980er Jahren verschwand – nach Wolko – auch dieser zweite große Industriebetrieb in Sontheim.

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