Titelthema Handarbeit März 2013

Joshis Meinung

Unser Kolumnist Joshua ist neun Jahre alt. Er schreibt und illustriert diesmal über Handarbeit und versteht nicht, wie er in der Schule seine Utensilien für den »Menuk-TW«-Unterricht, so heisst der Handwerks-Unterricht heutzutage, in einem Schuhkarton unterbringen soll, wenn seine Stiefoma davon mindestens 60 benötigt.

Handarbeit ist also das Titelthema von der neuen HANIX-Ausgabe… Handarbeit, Handarbeit… Handarbeit…

Wenn ich mir überlege was bedeutet eigentlich Handarbeit dann würde ich sagen alles was man mit den Händen und Gegenständen arbeiten kann. Das bedeutet aber NICHT, dass alles was man mit den Händen MACHT, Handarbeit ist. Zum Beispiel sich beim Rülpsen die Hand vor den Mund zu halten ist zwar wirklich fein, trotzdem aber keine Handarbeit.

Ich mache Handarbeit in der Schule und das macht Spaß, es kommt meistens auch was Tolles dabei raus. Das Fach heißt Menuk TW (TW steht für Textil Werken), auf englisch sagt man dazu Arts and Crafts.

Meine Stiefoma macht ganz viel verschiedene Handarbeiten, zum Beispiel Stricken, Nähen, Häkeln, Stopfen, Pätschwörk und alles was ihr einfällt, deshalb sieht ihr Handarbeitszimmer aus wie ein aufgeplatztes Kissen. So viel liegt da rum. Meine TW-Kiste in der Schule ist nur so klein wie ein Schuhkarton für einen einzelnen erwachsenen Schuh, da soll ich dann alles reinstopfen. Wie soll das gehen? Meine Stiefoma bräuchte mindestens 60 davon, aber dann die für zwei Schuhe. In TW hab ich mal eine »Schaukelpuppe« gestrickt. Das ist ein gestricktes Männchen das an einem kleinen Stock hängt, dann muss man den Stock hin und her drehen und das Männchen schaukelt. Deshalb heißt es Schaukelpuppe. Und auch wenn es SchaukelPUPPE heißt ist es nicht nur was für Mädchen, sondern auch für Jungs, schließlich ist es ja ein gestricktes MÄNNchen. Dann hab ich schon einen Pappkopf mit echten Haaren dran gebastelt – also nicht echt-echte Haare von irgend jemandes Kopf sondern Stoffhaare waren das. Trotzdem sieht es echt so aus wie echt. Bei mir in der Schule (Elly-Heuss-Knapp) gibt´s eine GTB, also Ganztagesbetreuung, die heißt Elly´s Ecke. Der Scheff davon ist der Stadt- und Kreisjugendring, über die hat HANIX auch schon geschrieben, in der letzten Ausgabe. Dort jedenfalls bau ich gern lustige Robotermodelle aus Holzklötzen, Pappe, Plastik, Korken, Flaschendeckeln… also quasi aus Müll. Die sind echt gut, manchmal sehen sie aber auch scheiße… ääääh, NICHT SO GUT aus. Naja, kann nicht immer alles gleich klappen. Jetzt hab ich einen Robotervogel aus dem Film »Ritter Rost – Eisenhart und voll verbeult« (muss man schon genau schreiben, damit die Leser wissen, welcher Ritter Rost-Film das war) nachgebaut. Im Auto hat meine Schwester aber ihre Tasche drauf geknallt und ein Bein ist abgebrochen, dann musste ich das mit dem Bein nochmal von vorne machen. Da war ich echt sauer, weil es ja viel Mühe war und das blöd ist, wenn andere nicht beachten, dass jemand so lange an was arbeitet. Alle in der Betreuung haben mich komisch angeguckt, weil ich maulig war und der Vogel gestern ja noch heile war.

Dinge, die mit Handarbeit hergestellt wurden sind oft wertvoller als Dinge, die von Maschinen gemacht wurden. Aber Dinge, die die Natur macht sind noch viel wertvoller, zum Beispiel Gold, Silber, Edelsteine und Diamanten. Oder was für unser Leben wertvoll ist, so wie LUFT. Handgearbeitete Sachen von Menschen sind deshalb so wertvoll, weil sie meistens mit Gefühl und viel Fleiß gemacht wurden. Als zum Beispiel meine Mama mir und meiner Schwester einen bunten Schal gestrickt hat. Darüber habe ich mich gefreut, weil: Sie hat es mit LIEBE gemacht.

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