Around the world August 2014

Eine Kulturreise durch das Land, in dem Gott seinen Beutel fallen liess – der Venezuela Dreiteiler

»Cuando dios ha creado el mundo con todas sus bellezas, se le cayó la bolsa enzima de Venezuela«

Eine venezolanische Volksweisheit besagt, dass Gottes Beutel mit allen Naturschönheiten bei der Schaffung der Welt aus dessen Hand glitt und von allem ein bisschen über Venezuela fiel. Evidenterweise ist der Nationalstolz der Venezolaner beinahe so gross wie das Land selbst, das mit seinen 916.445 qkm Fläche leicht 2-3 europäische Staaten umfassen könnte. Restringiert jedoch durch vorherrschende politische Probleme, allem voran in der Hauptstadt Caracas, wo meist Studenten blutige Strassenschlachten mit Militär und Nationalgarde ausgefochten werden um Unmut gegen Repressalien des Systems auszudrücken. Die Ohnmacht einer Nation gegen die Auferlegung eines angestrebten sozialistischen Systems nach Massen eines modernen Kuba haben nicht nur zur rapiden Verschlechterung der ökonomischen Lage und mangelnder Ambiguität im politischen Diskurs geführt, sondern im Hinblick auf den Tourismus allem voran dazu beigetragen, dass Veneuela´s Bild international durch auswärtige Ämter degradiert wurde. Der Schatz der Karibik liegt unter schwarzem Sand begraben und droht, in Vergessenheit zu geraten. Auf traurige Weise wird ein Land abandoniert, das kulturell sowie landschaftlich eine unvergleichliche Vielschichtigkeit bietet, die von Wüste und Karibikstränden über die Anden bis hin zu tropischem Regenwald reicht, der von indigenen Völkern bewohnt ist, die teils unerforschte Gebiete des Landes bewohnen, doch nicht minder unter den politischen Defiziten des Landes leiden. Was bleibt uns also anderes, als an ein einzigartiges Land zu erinnern. Einen Schatz, wie es ihn in einigen Jahren vermutlich nicht mehr geben wird. Was ist Venezuela? Aus soziologischer Sicht ist es unabdingbar dabei zu hinterfragen »wer« Venezuela ist. Die Bevölkerungsschicht umfasst den metropolitanen »Caraceño« ebenso wie die indigene Bevölkerung und allem voran einen Grossteil der Bevölkerung welcher in den Armenviertel, den sogenannte »Barrios«, in extremer Armut lebt und die Parallelwelt ausmacht. Wir werden in eine vergessene Welt vordringen und die schönsten und kulturell wertvollsten Seiten aufzeigen, jedoch nicht ohne auch die Schattenseiten zu beleuchten.

Im Norden des südamerikanischen Kontinents gelegen, grenzt der Karibikstaat an Brit. Guyana im Osten, Kolumbien im Westen und Brasilien im Süden an. Im Norden bilden 2800 km Küstenlandschaft die Grenze zum Karibikmeer das dem Land eines seiner Privilegien durch seine ausserordentlich vorteilhafte Lage verleiht und ein ganzjährlich stabiles Sommerklima geniesst. Die weissen Sandstrände und Inseln aus Mangrovenwäldern des Nationalpark Morrocoy im westlichen Teil des Landes bieten einen ebenso traumhaften Anblick wie der von Alexander v. Humboldt als Perlenküste bezeichnete Osten des Landes wo dessen »Blicke an den Gruppen von Kokosbäumen hingen, die das Ufer säumten und deren 20 Meter hohen Stämme die Landschaft beherrschten« sowie sie sich der Küste über das »ewig ruhige Meer« näherten und eine Note tropischer Natur vernahmen. Dieser Stempel der Natur ist noch heute zu spüren wenn sich der Reisende in die abgelegenen, sich scheinbar ins endlose erstreckenden Küstengebiete wie die »Playa Colorada«, oder die gold-schimmernden Sandstrände »Puipui« begeben, die durch üppige Vegetation geschützt nur jenen Urlaubern zugänglich gemacht werden, die sich auf die Suche nach dem bestgehüteten Geheimnis der Karibik begeben. Leichter zugänglich, aber nicht minder erlebnisreich ist die sogenannte »Perleninsel« Margarita, wo man dem Grossstadttummel der Hauptstadt Caracas in weniger als einer Stunde Flug entflieht. Neben entspannten Sandbänken findet sich der Besucher mitten im lebhaften Treiben der bunten Fischerboote bei Tagesanbruch am Strand wieder. Zigarrerauchende Frauen die wild gestikulierend den Fang an den Mann bringen und bei wildem Gefeilsche Preise ausgehandelt werden ehe sie vor Mittag mit Körben auf den Köpfen von dannen ziehen und der Reisende nicht mehr zu glauben vermag sich im selben Land zu befinden. Folgen wir den Spuren Humbold´s entlang der Küste, so kommen wir bald über die Pforte des stets in Bewegung stehenden Sumpfgebiet »Delta Amacuro« hinein in das Hochland von Guayana wo wir auf riesige, Millionen Jahre alte Tafelberge stossen, die eindruckvoll aus der Savannenlandschaft schiessen und oftmals von dichtem Regenwald umgeben sind, dessen Undurchdringlichkeit der Umgebung die ihr zu eigene Mystik verleiht. Kulturell, sowie sprachlich befinden wir uns, wenn auch im selben Land, in einer anderen, verlorenen Welt die bis an die Grenze Brasilien´s reicht. Die Pemón, die grösste der indigenen Gruppen die die Savannengebiete Venezuela´s beleben, sind hier zuhause. Doch sind sie nicht alleine, folgen wir dem Rio Orinoco, dem grössten Fluss des Landes der den kolumbianischen Anden entspringt, gelangen wir tiefer ins Landesinnere, hinein in die weitgehend unerforschte Amazonasregion. Belebt von einer reichen Tierwelt und indigenen Kulturen die zum Teil noch unerforscht von der Zivilisation, durch ein endloses Meer aus Regenwald getrennt, leben und antropologisches Interesse in jedem Reisenden wecken. Hier werden wir eine Reise in die mystische Welt jener indigenen Völker unternehmen, erforschen deren Traditionen und Herkunft ihrer Geschichten die der Aussenwelt so verschlossen sind wie die Tepuis, der Sitz ihrer Götter, ihnen selbst. Zuletzt kehren wir zurück in die Zivilisation mit all jenen urbanen Veränderungen die sie erschütterten und begeben uns in die sogenannten »Barrios«, die Armenviertel der Metropole Caracas die sich auf die Spitzen der Berge, bis in ungreifbare Entfernung ziehen. Verkastelte Gassen mit Barracken die scheinbar ineinandergewachsen, den Menschen keinerlei Freiraum zur individuellen Entfaltung lassen.

Wir versuchen das Leben zu begreifen das ein Grossteil der Bevölkerung erwählte, oder welches ihnen im Zuge des Existenzkampfes auferlegt wurde, um im Grossstadtjungle ihr Glück zu suchen. Wir werden in die Tiefen dieser Welt vordringen, die mit all seiner Brutalität und Armut, das unverweigerliche zweite Gesicht einer jeder lateinamerikanischen Grossstadt formt.

Unsere Reise beginnen wir jedoch idyllisch, in Richtung der kolumbianischen Grenze, wo die Ausläufe der Anden mit dem Páramo, die bis zu 4800 m hohe Gebirgskette bilden die sich mit scharfen Kunturen und expressiver Farbintensität vom Rest des Landes in Hinblick auf Landschaft, ebenso wie Kultur und Tradition seiner noblen Bevölkerung vom Rest des Landes unterscheidet. Wir nehmen euch auf eine Reise der Diversität, deren Bildgewalt einen solchen Kontrast schaffen, dass wir uns zwischen Raum und Zeit zu verlieren vermögen.

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