Students-Kneipen-Tour HANIX No.35

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Besser als erwartet!

Inzwischen ist es zur gepflegten Tradition geworden, dass Heilbronner Erstsemester von Gastro-Urgestein und Gemeinderat Thomas Aurich und einigen Dozenten einen Einblick in die Heilbronner Kneipen- und Gastroszene erhalten. Diesmal sind wir im überfüllten Bus mitgefahren.

Students Kneipen Tour Heilbronn

Die neuen Erstsemester der DHBW Heilbronn brachten Sixpacks und Chipstüten mit auf den Campus, um sich auf die anstehende Students-Tour vorzubereiten. Dem von der Dieter-Schwarz-Stiftung verordneten Alkoholverbot auf dem Campusgelände widersetzten sie sich für 30 Minuten, bis der von Gemeinderat Thomas Aurich georderte Stadtbus losfahren sollte. Wer nichts zum Vorglühen mitgebracht hatte, kam dennoch schnell auf Betriebstemperatur. Mit über 130 Studenten und Dozenten, dazu Tour-Organisator Aurich, der an der Bustüre Teilnehmerbändchen verteilte, war der Bus zum Bersten gefüllt und nach wenigen Fahrmetern tropfte bereits der Schweiß der neuen Heilbronner Studenten von der Busdecke. Freudig erregt erwarteten die Jungheilbronner und -heilbronnerinnen das Kennenlernen der städtischen Kneipenszene und redeten sich im Bus schon mal warm, um sich gegenseitig zu beschnuppern. Schließlich kannten die Studenten sich auch noch nicht.

Vor der ersten Station in der Shotz Bar im Shoppinghaus weisen DHBW-Rektorin Nicole Graf und Gastro-Urgestein Thomas Aurich die trinkwilligen Studenten noch kurz ein, (»Wer etwas mitgehen lässt, wird von der Tour ausgeschlossen!«) ehe es mit den ersten Kurzen losgehen kann. In keiner anderen deutschen Stadt gibt es solch eine Willkommenstour, die von den Heilbronner Gastronomen gesponsert wird, weiß Nicole Graf, die sich auf einer Colakiste Übersicht und durch ein Megafon Gehör verschafft, zu berichten. Heilbronn bemüht sich um seine Studenten, lautet die Message der Rektorin. Graf lässt es sich nicht nehmen, an den studentischen Willkommenstouren teilzunehmen. Erst einmal musste sie aufgrund eines Auslandsaufenthaltes absagen. Drei weitere Dozenten und zwei Mitarbeiter der Pressestelle ziehen ebenfalls mit den Erstsemestern durch die Heilbronner Kneipen. Das Interesse der Hochschulmitarbeiter an den Studenten ist echt und bei einem beziehungsweise mehreren Drinks lässt es sich ungezwungen und entspannt miteinander plauschen, ehe der eng getaktete Stundenplan einen Großteil der Zeit der DHBW-Studenten in Anspruch nehmen wird und die hohen Anforderungen ihrer Ausbildung nur wenig Zeit zum Gespräch jenseits akademischer Themen zulassen, werden.

Schon nach der zweiten Location, dem Winterdorf, herrschte Partystimmung im Gelenkbus. Als der offensichtlich etwas überladene Stadtbus einmal mit dem Unterboden aufsaß, brandete Applaus der Studentenschaft auf. Fast schwappte auch die erste La Ola durchs Gefährt. In der Südstadt wurde dann beim Italiener eingekehrt, um sich mit Schnitzel Mailänder Art zu stärken. Die 28-jährige Julia Baumann aus Würzburg ist von ihrer ersten Studienwoche sehr angetan, da sie von Heilbronn nicht viel erwartet hat. »Ich habe im Vorfeld viel Schlechtes gehört. Vor allem der Polizistenmord von 2007 hat bei mir ein negatives Heilbronnbild geprägt. Jetzt bin ich seit etwas über einer Woche hier und muss mein vorgefasstes Bild der Stadt revidieren. Die Heilbronner sind offene, hilfsbereite Leute und an der Uni kümmern sich auch alle rührig um uns.« Von der Kneipentour angetan war auch Julian Baier, der für seine letzten beiden Semester von Bad Mergentheim nach Heilbronn umsiedeln musste, da sein Studiengang »Food Management« vom Taubertal an den Neckar gezogen ist. »Ich kannte die Stadt bisher überhaupt nicht. Durch die Tour habe ich nun zumindest schon ein, zwei Anlaufstellen für ein Feierabendbier entdecken können. Ins »PlanB« werde ich sicher öfter einkehren.« Auch die Großstadt Heilbronn hat einen positiven ersten Eindruck bei ihm hinterlassen. »Ich habe es hier hektischer und unübersichtlicher erwartet«, ist Baier überrascht von der großstädtischen Gemütlichkeit. Und wie sehen Gastronomen die wachsende Schar an Studierenden in der Stadt? Dirk Stein vom Hartman’s erzählt, dass das Hartman’s bisher jedes Jahr Station auf der studentischen Kneipentour war. »Dennoch haben wir kaum Studenten unter unseren Gästen. Viele Neuankömmlinge wissen gar nicht, dass es uns gibt oder wo unser Laden ist«, erklärt Stein, der eben noch Sekt an die akademische Meute ausgeschenkt hat. »Vielleicht fehlt mir als Ü50er aber auch schlicht die Denke, um mit unseren Angeboten an das junge Volk heranzukommen«, merkt er selbstkritisch an. Währenddessen zieht die studentische Hundertschaft angeheitert dem Tourguide Thomas Aurich hinterher weiter ins nächste Lokal, ehe am nächsten Tag der universitäre Ernst des Lebens über sie hereinbricht.

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