Abenteuer im Salzbergwerk Hanix No.44

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In Bad Friedrichshall wird, wie der Name den aufmerksamen Leser vermuten lässt, seit dem 19. Jahrhundert Salz in einem riesigen Bergwerk abgebaut. Hier wird mit enormem Aufwand in hunderten Metern Tiefe das kostbare Gut unserer Erde entrissen. Erstaunlich hierbei ist, dass etwa nur drei Prozent des abgebauten Salzes tatsächlich auf unseren Pommes oder im Salat landen: Der größte Teil ist sog. »Industrie- oder Auftausalz«, das unter anderem zur Veredelung textiler Fasern, Konservierung oder eben dem Auftauen unserer Straßen genutzt wird.

Nach einem fröhlichen »Glück auf!« vom »Liftboy« geht es im zweistöckigenAufzug gemeinsam mit den anderen Gästen nach unten, tief in die Erde. Eine Anzeige an der Fahrstuhldecke zeigt die Tiefe in
Metern an, bei etwa 180 stoppt der Aufzug. Die Türen werden geöffnet und schon steht man in einem ausladenden Gang, der von seinen Dimensionen eher an eine Autobahn unter Tage erinnert – keine Spur von engen Stollen, tiefen Decken oder Geröll. Stattdessen wird man von einem nahezu perfekt ausgefrästen, rechtwinkligen Tunnel in Empfang genommen. Der Rundgang durch das Salzbergwerk beginnt. Nach wenigen Schritten durch den Fels gelangt man in einen Stollen, in dem Salz abgebaut wurde, was sich durch seine immense Größe zeigt: bestimmt über 100 Meter erstreckt sich eine riesige Halle, die gut zehn Meter hoch und zehn Meter breit ist. Hier beginnt die eigentliche Ausstellung, die die Geschichte des »weißen Goldes« erzählt: Ein über 100 Meter langer Bohrkern reicht von einem Ende des Stollens bis ans andere und zeigt so eindrucksvoll, wie tief der Mensch inzwischen ins Erdinnere vordringt. Anhand des Bohrkerns lassen sich die verschiedenen Schichten des Untergrunds erkennen, die nicht nur verraten, in welcher Tiefe das weiße Gold versteckt liegt. Auch die Wissenschaft profitiert von den wertvollen Hinweisen auf Klima oder längst versteinerte, ausgestorbene Tiere.

Aufgelockert wird der Rundgang durch riesige begehbare Würfel, in denen es allerhand Interessantes und Wissenswertes zu erfahren gibt. Ein Stollen ist einem finsteren Kapitel in der Geschichte des Salzbergwerks gewidmet. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Schächte aufgrund der alliierten Bombenangriffe für die Produktion von Flugzeugmotoren genutzt; zahllose KZ-Häftlinge mussten unter unmenschlichen Bedingungen unter Tage schuften. Viele Exponate zeugen vom Schicksal der Arbeiter und bringen den Besucher zum Nachdenken. Natürlich dürfen auch Informationen und Exponate zum eigentlichen Abbau im Bergwerk nicht fehlen. Ausgestellt werden neben allerlei historischem Gerät auch
modernere Bohr- und Baufahrzeuge, anhand deren die Besucher Schritt für Schritt lernen können, wie der »Arbeitsalltag« beim Salzabbau unter Tage funktionierte und funktioniert.
Fazit:
Das Salzbergwerk Bad-Friedrichshall bietet einen teilweise überwältigenden Einblick unter den Boden, auf dem wir uns täglich bewegen. Die gewaltigen Dimensionen von Stollen und Gerät werden erst dann richtig
deutlich, wenn man sie selbst live und in Farbe innerhalb des Bergwerks in 180 Metern Tiefe erfährt – ein echtes Erlebnis!

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