Abenteuer um die Ecke im Hanix-Magazin No.42

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Abenteuer um die Ecke: experimenta

Was kostet nicht viel, lässt sich innerhalb eines Tages in der Region erledigen und bringt im besten Fall auch noch Spaß? In jeder Ausgabe begeben wir uns auf die Suche nach ebensolchen Aktivitäten, die man in Heilbronn erleben kann. Ein Abenteuer um die Ecke eben. Diesmal: ein Besuch der experimenta.

Um das Klischee des Geisteswissenschaftlers zu bedienen: Die naturwissenschaftlichen Fächer lagen mir nie. Im Laufe meiner Schullaufbahn kamen mir beispielsweise die Mathestunden vermehrt wie Altägyptisch vor (wobei das ja noch erlernbar scheint). Dabei habe ich gar nichts gegen Naturwissenschaften! Jede Wissenschaft hat ihre Berechtigung, ohne das eine funktioniert das andere nicht. Bei mir jedoch funktionierten Exponentialfunktionen, Strukturformeln oder physikalische Gesetze irgendwie selten. Bis gar nicht. Zeit also, nochmal bei null zu beginnen und Zeit, mich den Ängsten meiner Jugend zu stellen.

Von Angstgefühlen kann in der experimenta allerdings keine Rede sein. Und von trocken auch nicht, gibt es doch einige Stationen, die die Funktionsweise von Wasserkraft zeigen. Und zugegeben: ich hatte auch keine muffigen Physikräume erwartet. Schließlich beschreibt sich die experimenta als eine Lern- und Erlebniswelt. Und auch wenn das Programm und die interaktiven Exponate hauptsächlich auf Kinder zugeschnitten sind, bin ich von fast jedem der 150 Ausstellungsstücke, die explizit zum Anfassen gedacht sind, fasziniert. Das Kind im Manne (oder in der Frau) verschwindet eben glücklicherweise nie ganz und in der experimenta kann man es perfekt ausleben. Die Ausstellung ist in vier Themenbereiche unterteilt, für jeden ein Stockwerk. Im »E-Werk« kann man sich einen Eindruck über Energie und deren Umwandlung verschaffen, die »Werkstatt« zeigt verschiedenste Formen der Nutzung von Technik, das »Netzwerk« beleuchtet Kommunikation (also auch etwas für Geisteswissenschaftler!) und zu guter Letzt wird im »Spielwerk« Freizeitgestaltung präsentiert. Überall sind hilfsbereite Mitarbeiter, die erklären, helfen und Tipps geben. Abgerundet wird das Angebot durch kleine »Talentschmieden«, in denen die Kinder selbst Hand anlegen können. Beispielsweise kann man ein Spielauto bauen oder in einem kleinen Film die Hauptrolle übernehmen und ihn selbst schneiden. Zusätzlich gibt es wechselnde Sonderausstellungen, »Muskelspiele« beleuchtet noch bis Mitte April unsere Körperkraft.

Überhaupt: Alles ist interaktiv, vom Ausrichten eines Spiegels auf Sonnenkollektoren, dem Energieerzeugen auf einem Fahrrad, dem Steuern mehrerer Kräne mittels Schnüren oder der Bedienung eines Sortierroboters. Man kann eine Blinden-Schreibmaschine ausprobieren und erfährt beim Drücken einer Morsetaste etwas über den Morsecode. Rohrpost, musikalische Klangtische, Werfroboter, eine Runde Beachvolleyball in der erweiterten Realität? Die Möglichkeiten sind beinahe unbegrenzt und innerhalb eines Tages kaum zu schaffen. Überall gibt es Neues zu entdecken und zu lernen: Beispiel? Das Wort »Hallodri« kommt aus dem Griechischen (allótrios = »zum Fremdartigen gehörig«).

Fazit:

Egal ob groß oder klein, alt oder jung, ein Besuch der experimenta lohnt sich auf jeden Fall. Bei der Hülle und Fülle an interaktiven Ausstellungsstücken ist für jeden etwas dabei und selbst Themen, die auf den ersten Blick uninteressant wirken, sind spannend aufgearbeitet. Dass die Stationen in erster Linie für Kinder gedacht sind, macht es meiner Meinung nach gerade für Erwachsene noch interessanter. Ein ideales Familienausflugsziel also, welches eine Erweiterung des eigenen Horizonts bietet, so wie es Wissenschaft eben immer sein sollte!

SCHWIERIGKEITSGRAD: Einfach

DAUER: 4 Stunden sollte man mindestens einplanen

ORT: Kranenstraße 14, 74072 Heilbronn

KOSTEN: Kinder ab 6: 4 €, Erwachsene: 8 €; es werden auch Jahreskarten angeboten

TIPP: Es droht optische Reizüberflutung, lieber ein paar Stationen auslassen und ein zweites Mal kommen.

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