Ein Architekturrundgang durch Heilbronn im Hanix-Magazin No.41

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Architektur in Heilbronn, gestern, heute – und was wird morgen?

»Es gibt nichts Herrlicheres als Architekt zu sein. Man darf für Menschen arbeiten, die sich Bauherren nennen und wollen, dass man das Unmögliche schafft, also goldene Brücken, Luftschlösser, den Turm zu Babel oder einen Flughafen in Berlin. Und immer haben diese Leute eine Meinung zu dem, was man tut …«. So beginnt das »Streiflicht« in der »Süddeutschen« vom 23. Dezember 2015 um höchst feinsinnig die inflationäre Verwendung des Wortes »Architekt« (z.B. Kohl als »Architekt deutschen Einheit«) aufs Korn zu nehmen. Das zeigt: Der Bedeutung von Architektur für Stadt, Land und den Mensch wird ihm immer bewusster. Auch in Heilbronn.

das Marrahaus in Heilbronn

Architektur kann Menschen groß machen und klein, kann Ideologien und Herrschaftsansprüche in Stein meißeln und in Gehirne brennen, so wie sie auch Forum der Freiheit und Spielstätte des Geistes sein kann. »Architektur bekommt Sinn nur durch den Menschen«, sagte der bedeutende deutsche Architekt und Städteplaner Gerhart Laage (1925 bis 2012), der die Wechselwirkung von Architektur und Stadtmarketing als Voraussetzung für eine nachhaltige Stadtentwicklung bezeichnet – unter der Voraussetzung, dass man die Stadt als wirtschaftliche, gesellschaftliche, kulturelle und ökologische Einheit sieht.

Wie sieht es damit aus in Heilbronn, wo man sich derzeit geradezu daran »besäuft«, welche Riesensprünge nach oben die Stadt in den diversen Städte-Rankings macht? Dient hier Architektur dem Menschen und damit auch der Stadt? Wer von der Höhe des Jägerhauses herübersieht auf den »Badener Hof« kommt nicht umhin sich zu fragen: Steht dieser undefinierbare »Häuserhaufen« für Architektur und Stadtplanung in Heilbronn? Geht man durch die Straßen des einst mit großen Erwartungen erschlossenen Wohngebietes, stellt man zwar fest »So schlimm ist es nicht!« Aber ist »So-Schlimm-ist-es-nicht« ein Maßstab?

Dirk Vogel leitete das Heilbronner Hochbauamt von 1993 bis 2011, ist heute im Unruhestand Berater der Dieter-Schwarz-Stiftung in architektonische Fragen und als Preisrichter tätig. Bei einer »Tour d’Horizon« durch Heilbronn und seine Architektur kann er frei von der Leber weg argumentieren. Er sagt zum »Badener Hof«: »Hier ist immerhin etwas entstanden. Auch wenn alle meckern, aber es ist besser geworden, Strukturen sind erkennbar, Highlights fehlen«, man müsse solchen Stadtteilen auch Zeit geben. Und schon ist man mitten drin in den Außenbezirken: Viel schlimmer sei, wie das Areal des Jägerhauskrankenhauses bebaut wurde, nicht nur gegen seine Topographie, sondern auch gegen einen großartigen Architektenentwurf. Das imposante ehemalige Militärlazarett und Krankenhaus hatte in seiner dreiflügeligen Form eben diese Topographie aufgenommen, sollte, um »zwei Finger« ergänzt, eine Form der Wohnbebauung außerhalb der Norm bieten. Dafür fehlte dem Gemeinderat der Mut, ein symptomatischer und sich wiederholender Vorgang. Auch der Heilbronner Architekt Franz-Josef Mattes (von ihm sind u.a. Klosterhof, Volksbank an der Allee) trauert dieser vertanen Chance nach.

Wie lang ist eigentlich die Liste der Versäumnisse, der »Untaten« und verpatzen Gelegenheiten in Heilbronn? Länger als die der gelungenen Beispiele. Überhaupt diese 60er und 70er Jahre, in denen man sprengte was das Zeug hielt, nicht nur das alte Fischer-Theater! Und das, um anschließend Bauwerke von banal bis brutal zu errichten. Es fehlte der Mut, den großen Wurf eines stilreinen 60-er-Theaterbaus von Graubner zu errichten, aber er reichte aus, ihn so zu verstümmeln, dass es im »K3« endete und das die Innenstadt wie die Berliner Mauer abschottet. Mattes nennt das Haus einen »Problemfall für die Inhalte« (Musikschule und Stadtbibliothek), ein »Fiasko für den nördlichen Stadteingang«. Diesem »pragmatischen Aktionismus« der 90er Jahre musste sich auch der Architekt beugen. Jahrzehntelang hegte man die Hoffnung, das Kaufhaus Breuninger hierher zu holen. Alt-OB Helmut Himmelsbach vergisst den Tag nicht, an dem die Stuttgarter endgültig »Njet« sagten: Es war der 11. September 2011. An mangelnder Kaufkraft lag es nicht, eher wohl an der Wechselwirkung von Architektur und Stadtmarketing. Heilbronn hat keinen Charme.

Der vielzitierten »zweiten Zerstörung« der Stadt fielen auch die erhaltenswerte Gebäude zum Opfer, die diesen Charme bewahrt hätten, z.B. das noch bis zur »Bel Etage« erhaltene Rauch’sche Palais am Marktplatz. Ein Immobilienmakler, dessen Namen keiner mehr nennt, stellte stattdessen einen gesichtslosen Zweckbau hin – einfach eine Schande. Warum werden die dafür Verantwortlichen eigentlich nie benannt – diese Ratsprotokolle sind nicht verschwunden! Doch wäre man heute so klug, hier entweder das Palais zu rekonstruieren (wie den Deutschhof) oder würde man einem Bauwerk der Gegenwart die Chance geben, dem Anspruch seines Vis-à-vis, der Kilianskirche, zu entsprechen? Dirk Vogel bemängelt als eines der Grundübel der Stadtplanung, dass man in Heilbronn »keine Ecken kann«. Schon die Kaiserstraße bietet dazu mehrere Beispiele.

Entwurf der experimenta II in Heilbronn

Die Aufzählung der Sünden der Vergangenheit tut weh, ist aber notwendig, sie wirken bis heute nach. Ein paar Schritte weg von Rathaus und Kilianskirche und schon steht man in den hässlichsten Hinterhöfen. Diverse »Gassenkonzepte« dafür verstauben seit Jahren in den Schubladen der Planer. Vogel kritisiert, dass in diesen schäbigen Arealen zwischen Rathaus und Turmstraße immer noch nichts passiert sei, das seien doch wunderbare Flächen für eine Innenstadtbebauung! Und schon geht der Architekt mit ihm durch, skizziert er in die Luft, wie man über Garagendächer und verschiedene Ebenen Wohnqualität mit neuen Zugangsbereichen und Gärten schaffen könne. Er sagt, hier hätte die Stadt die Liegenschaften über Jahrzehnte hinweg aufkaufen müssen: »Wenn nicht da, wo sollte sonst die Stadt etwas entwickeln?

Franz-Josef Mattes bekräftigt das: »Innerstädtisches Potential sehe ich zwischen den drei wichtigen Nord-Süd-Achsen Allee, Fleiner- / Sülmerstraße und Untere Neckarstraße durch bereits vorhandene, aber stiefmütterlich behandelte innerstädtische Flächen. Am ehesten sieht man dieses Potential im Höfchen der Nikolaikirche. Solche Flächen sind entlang der Sülmer- und Fleinerstraße in regelmäßigem Wechsel vorhanden, traurige Hinterhöfe, wie z.B. bei Hasengasse, Franziskanerhof, Innenhof Falkengasse, Innenhof Schulgasse usw. Hier könnten grüne und ruhige Quartierhöfe mit hoher innerstädtischen Aufenthaltsqualität entstehen, in West-Ostrichtung queren Gassen die Innenstadt, in denen kreative und spannende Läden entstehen können. Ein herausragender Ort ist der Innenhof des Deutschhof.«

Das beste »schlechte Beispiel« dafür, wie das Gestern das Heute bestimmt, ist das Wollhauszentrum. Es geht auf das Konto der »Ära Haldy«, so wie u.a. auch die massive Rosenbergbebauung oder die Sprengung des Hallenbades am Wollhausplatz. Der SPD-Baubürgermeister (seit 1971), geprägt von der Ästhetik des Ruhrpotts, hinterließ Spuren, die seine SPD-Nachfolger Ulrich Bauer und Hans Ulrich Frey nicht mehr tilgen konnten. Franz-Josef Mattes beschreibt diese Zeit so: »Nach dem Wiederaufbau mit zum Teil beachtlichen Bauwerken (Hauptbahnhof, Harmonie, Autohaus an der Stuttgarter Straße, Rathausanbau, Möbelhaus Kost…) war die Zeit der 60er bis 80er Jahre von purem Pragmatismus geprägt. Die Heilbronner waren mit dem Erscheinungsbild ihrer Stadt nicht zufrieden und das artikulierten sie auch, aber kaum jemand hat sich aktiv dafür eingesetzt, die »Entschuldigung« war die Zerstörung vom 4. Dezember 1944. Erst Anfang der neunziger Jahre war die Zeit reif für ein Umdenken. Ich glaube, dass zum Erwachen aus dem »Dornröschenschlaf« sehr viel Baubürgermeister Ulrich Frey und mit ihm Stadtrat Friedrich Niethammer beigetragen haben.«

Den architektonischen Aufbruch in der Stadt markieren für Mattes u.a. die Architekturgespräche der Architektenkammer, die es seit Mitte der 90er Jahre gibt. Frey habe sehr früh das architektonische Defizit in Heilbronn benannt und sich für architektonischen Anspruch in Heilbronn eingesetzt, sagt er, nicht indem er die Stadt schlechtredete, sondern nach Lösungen suchte, unterstützt durch Dirk Vogel. Dieser plädiert schon lange und vergeblich für die (Wieder-)Einführung einer Gestaltungskommission, die sich besonders der städtebaulich wichtigen privaten Bauvorhaben annimmt, auf die Chancen hinweist, die durch konkurrierende Verfahren (Mehrfachbeauftragungen und Wettbewerbe) entstehen könnten. Den früheren Vorsitzende der Kammer, Architekt Adolf Herzog, auch kein »Bequemer«, regt z.B. auf, dass die Geschäftshäuser ihre Fronten bis zum Anschlag an die Bürgersteige heranbringen, dadurch Arkaden, typische Baumerkmale von Urbanität, entfallen und die Häuser optisch nach vorn kippen. Architektenaugen sehen eben anders!

Als im Herbst wurden die Ergebnisse des zweijährlichen Architekturwettbewerbs der Kammer in der Region bekannt gegeben wurden war nicht ein einziges Wohngebäude dabei. Gelungene Beispiele von Wohnhäusern liegen länger zurück, aktuelle sind Protzbunker, betongewordener Ausdruck von Großmannssucht, z.B. in der Lerchenstraße – oder Häuser, bei denen die Ausdrucksformen kurzlebiger Trends unreflektiert aufgenommen wurden, wie z.B. an einem Eckhaus in der Sandbergsteige, das ohne jeden Bezug zu Standort und Umgebung jetzt schon sein eigenes Verfallsdatum vorführt. Dabei hat gerade die Baugesinnung privater Bauherren einst die Stadt geprägt. Die wenigen noch erhaltenen Villen im Osten der Stadt zeigen was heute noch gelten sollte: Konsens bei Stil, Material (Heilbronner Sandstein) und Dimensionen, repräsentativ ja, aber auch offen zur Stadt.

Dirk Vogel bedauert, dass es seit den 50er Jahren beim öffentlichen Wohnbau in Heilbronn immer nur Quantität vor Qualität gegolten habe. Das ist ein auch ein Warnruf bezogen auf das ambitionierte Programm von OB Harry Mergel, der in fünf Jahren 2000 neue »bezahlbare« Wohnungen bauen will (Zum Vergleich: Das ganze Land Rheinland-Pfalz plant 4000 Wohnungen). Wo diese Wohnungen (ent)stehen werden ist umrissen, sicher nicht auf teuerstem Baugrund, aber wie werden sie aussehen? Der Blick vieler deutscher Städte richtet sich gerade über die Grenze auf das »Wiener Modell«. Im Wiener Sonnwendviertel kann man zu sozialen Preisen (7 Euro/qm – der Heilbronner Durchschnittswert liegt knapp darunter, bei Stadtsiedlungswohnungen unter 5 Euro) in Wohnanlagen leben, geplant von namhaften Architekten, mit geradezu luxuriösen Gemeinschaftseinrichtungen, möglich durch langfristige Kredite der Stadt. Selbst für 4 Euro/qm wohnt man nicht schlecht in Wien. Mergel will keine Mittel der Stadt einsetzen. Aber warum nicht einen Wettbewerb ausrichten, an den Ehrgeiz appellieren, anderswo zeigen Investoren und Architekten ja auch, dass »gut« oder »sehr gut« auch preiswert geht. Mattes’ Forderung ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit: »Bei jedem Bauvorhaben muss es zuerst um die Stadtgestalt insgesamt gehen, denn nur bunte Papageien ergeben kein intaktes Stadtbild – und dann um das Einzelgebäude mit seinen städtebaulichen Chancen.«

Zur Zeit richten sich alle Blicke auf den Neckarbogen, das benachbarte Gewerbegebiet »Wohlgelegen« sollte auch bei der Buga mitspielen – nun sagt Dirk Vogel, diese Chancen seien fast schon verspielt. Er kritisiert vor allem auch, dass die Anlage des Container-Terminals in Fortsetzung des Areals, ob er nun wirtschaftlich funktioniere oder nicht, viele Zukunftschancen zur Freihaltung des Neckars und der Anbindung des »Wohlgelegen« auf immer »verbaut« hat. So wie hier eine Großspedition das Areal zu einem weiteren »Container-Terminal« zerstückt hat, davon lenkt auch der Blick in die Höhe zum WTZ-Turm nicht ab. Wie gute Architektur die Macht des guten Beispiels ausüben kann, zeigt der Business-Park Schwabenhof, da muss »Wohlgelegen« noch nachlegen.

Zu den vielen verpassten Chancen gehören auch die Bebauung des Landerer-Areals, also da, wo heute die Stadtgalerie wie ein gelandetes Ufo steht. Mattes erinnert an den Wettbewerbsentwurf von Meinhard von Gerkan von Anfang der Neunziger für die Stadtbücherei und Volkshochschule auf dem Landerer-Areal. Auch andere Architektenplanspiele dafür gab es, man träumte u.a. von einer Elite-Uni für Juristen, die Besseres versprachen. Immerhin: Die Sichtachse auf den Götzenturm blieb erhalten und dichte Bebauung, enge Straßenschluchten sind auch ein Zeichen für Urbanität – seit Reichsstadtzeiten!

Zu den gelungenen neuen Achsen die sich jetzt bilden, zählt das grüne Band – der Neckar und was sich an seinen Ufern tut – als die wichtigste, weil verbindend für die ganze Stadt. Der Leiter des Grünflächenamtes, Hans Peter Barz, hat schon lange vor der Buga hier Pionierarbeit geleistet, aber weil er als »Stadtgestalter« eher von der leiseren Art ist, wurde das nicht immer gebührend gewürdigt. Barz hat, was in anderen Ämtern mitunter schmerzlich vermisst wird, einen philosophischen Unterbau für seine Arbeit – genau das generiert Nachhaltigkeit! Was er für die Neugestaltung des Harmoniegartens, verbunden mit dem geplanten Hotelneubau (Vogel sagt »dieser Investor ist ein Glücksfall für Heilbronn!«) plant, wird auch diesen optimieren und dafür sorgen, dass dieser wieder wird, was er einst war: Treffpunkt und ein von allen angenommener öffentlicher Raum.

Demokratie braucht die »polis«, weil sie mehr ist als die Anhäufung von Häusern und Wohnungen – und die »polis« (Stadt) braucht die »Agora« , den Marktplatz, als zentralen Ort der Volks-Versammlung, schon die alten Griechen wussten, dass ohne öffentlichen Diskurs Demokratie nicht funktioniert. Für Homer war das Fehlen einer Agora ein Anzeichen von Recht- und Gesetzlosigkeit und »Agora« heißt die von Dieter Schwarz gestiftete Skulptur des berühmten Bildhauers Joannis Avramidis, sie steht richtig vor dem Rathaus. Nach wie vor ist der Kiliansplatz am schönsten, wenn er Platz sein darf, nur von Menschen belebt. Zugerammelt von Werbezelten, Hüpfburgen und Bratwurstständen – dieses Schicksal möge dem neuen Platz am Götzenturm erspart bleiben. Dirk Vogel hält ihn für weitgehend gelungen, auch wenn er statt der Sonnensegel lieber eine längere Baumachse gesehen hätte.

Hier, am Bollwerksturm ist besonders gut erlebbar, wie sich Qualität beim Bauen auch in der Wahl der Baustoffe definiert. Das preisgekrönte Parkhaus (Architekt Mattes zählt es neben dem Theodor-Heuss-Gymnasium und dem Experimenta-Parkhaus zu seinem Lieblingsbauten) und die so wertig-selbstverständliche Architektur des benachbarten Bildungscampus stehen da in Idealkonkurrenz zum »Riverside«-Komplex mit seinen vorgesetzten Klinkertapeten und dem Mercure-Hotel mit seinen toten Fenstern und der Farbwahl von Kinderkacke. Wie gut hätte hier ein Wettbewerb getan.

Und wie steht es mit den Solitären, die jedem Stadt- und Quartierensemble erst seinen Stellenwert geben? Ob der Hype um das Marrahaus gerechtfertigt ist, wird sich noch zeigen. Es ist – unbestritten – Beweis dafür, dass Investoren nicht nur nach Gewinnmaximierung streben. Dirk Vogel meint, dass sich der Effekt, den seine Farbigkeit zweifellos auslöst, durch die Sehgewohnheit abnützen wird. Das mag sein, aber jedem Heilbronn-Besucher wird es dennoch ins Auge fallen. Einen »Bilbao-Effekt« verspricht sich Franz-Josef Mattes von der Experimenta 2. Was die weltweit agierenden, preisgekrönten Architekten Sauerbruch & Hutton hier entworfen haben, verbietet gängige Superlative wie »spektakulär« oder das meiststrapazierte Wort in Heilbronn: »Leuchturmprojekt«. Dieser große Wurf geht darüber hinaus, dieser Bau wird nicht mehr und nicht weniger als ein Kunstwerk werden und er wird vorführen, wie ein genialer Architekt die innere Logik eines Gebäudes so nach außen trägt, dass es Kunst wird, so wie ein großer Musiker eine große Symphonie komponiert.

Der Neckarbogen – in einem Satz

Vorzuführen, wie man heute für morgen baut, ist immer noch erklärtes Ziel für diesen neuen Stadtteil, trotz mancher Abstriche an dessen zukunftsweisenden Konzept. Die Warnungen (»Wir springen viel zu kurz«) von Buga-Geschäftsführer Hanspeter Faas angesichts der Entwicklungsschnelligkeit bei autonomem Fahren oder E-Mobilität fanden kein Gehör, nach dem Beschluss des Gemeinderats »pro Tiefgaragen« äußert er sich nicht mehr dazu. Warum auch? Dass hier Bauprojekte in innovativer und zukunftsweisender Architektur, mit den Risiken der Erstmaligkeit behaftet, ins Wanken gekommen sind, ist nicht »Künstlerpech«, sondern auch Folge der Zeitknappheit. In einem Satz: Wenn es gelingt, für das Holzhybridhochhaus (Architekt Wittfoht, Stuttgart) nach Absage von Wüstenrot einen anderen Investor zu finden, wenn das »Haus der Ökumene« auch als sinngeschrumpftes Objekt seine Einheit aus Form und Funktionalität einigermaßen behält (Müller Architekten, Heilbronn), wenn die »Grüne Ecke«, deren Architekt Franz-Josef Mattes zusammen mit Mike Schlaich von dem weltweit renommierten Planungsbüro Schlaich & Bergemann (Stuttgart, Berlin) daran arbeitet, Ultraleichtbeton als Baustoff der Zukunft (Mattes: »Das Ende der ›fossilen Stadt‹«) für den Geschosswohnungsbau gegen die Phalanx von Bedenkenträger auch in der Heilbronner Verwaltung durchzusetzen, wenn sich andere Bauträger in ihrer Hinwendung zu neuen Wohnformen, neuer Mobilität (Investor Kruck plant zusammen mit dem Fraunhofer-Institut) und höchsten Ökostandards dennoch in Funktion und Form dem Anspruch »Wohnen von Morgen« auch in ästhetischer Hinsicht nachkommen, dann kann der Neckarbogen immer noch ein Vorzeigequartier werden! Wenn!

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