Jochen Wieland Taschenkontrolle Hanix No.44

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Der 52-jährige Heilbronner JOCHEN WIELAND ist ein Reisender, Spieler, leidenschaftlicher Vater und Netzwerker. Seine Neugier und sein Enthusiasmus treiben ihn dazu, seine Visionen umzusetzen: ein charmantes Café am Neckar, einen angesagten Alternativ-Club und eine Perle der Heilbronner Kulturszene gastronomisch zu führen. Von Maria Maroge
Fotos: Meli Dikta

Kaffeebucht, mobilat club, Theaterschiff, mindestens eine Location davon kennt vermutlich jeder Heilbronner. Hinter allen Dreien steht ein Name: Jochen Wieland. Das mobilat führt er seit 20 Jahren, fast so lange verantwortet er den gastronomischen Bereich auf dem Theaterschiff. Die idyllische Bucht am Neckar, in der Nähe des Freibads Neckarhalde, eröffnete er 2008. »Mein Freund Pierre Gattinger und ich sind am Neckar entlang gelaufen, fotografierten schöne Stellen, an denen wir uns die Kaffeebucht vorstellen konnten«, erzählt der 52-jährige Gastronom. Zwei Jahre dauerte dann der Prozess bis zur Eröffnung. Das Café am Neckar erfreute sich schnell großer Beliebtheit. Klein, aber fein gibt es etwa selbstgebackenen Flammkuchen oder Quiche, die man auf den Liegestühlen an der kleinen Sandbucht oder auf der Holzterrasse über dem Wasser genießen kann. »Ich habe den besten Job überhaupt: Ich bin Organisator, Gastronom und Event-Manager!«, erklärt Jochen Wieland. Er möge den Umgang mit Menschen und habe mittlerweile ein großes Netzwerk. Das sei auch der Grund, warum er an Heilbronn hänge, seiner Geburtsstadt. Immer wieder trieb es ihn in die Ferne, um am Ende festzustellen: »Es kommt nur darauf an, was man daraus macht!« Und so bereicherte er die Käthchenstadt einfach um die Locations, die seiner Meinung nach noch fehlten. Das Know-how dafür sammelte er in seinen Lehrjahren. »Mein Plan war: Ich werde Koch, um die Welt zu sehen!« Das tat er dann auch. Er lernte drei Jahre im Inselhotel. Nach der Lehre fing das Reisen an: Ein halbes Jahr im Restaurant des Onkels in Schweden, dann nach Würzburg – »da habe ich auch alles aufgesaugt«. Also ging es im Steigenberger Hotel in Frankfurt weiter, um dann weiter zu ziehen nach Garmisch-Patenkirchen und anschließend nach Berlin. Dort hatten Freund Pierre und er die Idee, in Griechenland ein Restaurant zu eröffnen. Doch das scheiterte. Also dachten wir uns »dann sparen wir noch etwas und eröffnen eben in Heilbronn etwas Neues, mit einem Hauch vonUnderground und Avantgarde«. Das war dann das »Pro Vanille«, eine Kneipe mit künstlerischem Ambiente. Der Wunsch nach was Größerem folgte irgendwann. Die Vision vom mobilat. Und die Räumlichkeit ergab sich nach längerer Suche: ein in Wasser mit einer Ölschicht auf der Oberfläche stehender Keller! Eigentlich ein Schrecken. Doch die beiden Freunde sahen irgendeinen Zauber darin. Also sanierten sie ein halbes Jahr lang. ›Willkommen im Nischenclub‹ hieß es dann 1996. Mit Erfolg. Die Location existiert noch immer und ist bei bestimmten Zielgruppen sehr beliebt. Die Flyer zu den wöchentlichen Veranstaltungen trägt er in der Ledertasche bei sich. Ebenso natürlich den Spielplan vom Theaterschiff, aber auch vom Complex 23, seinem liebgewonnenen mobilat-Nachbarn. Tochter Milla (9) findet auch Platz in seiner Tasche, mit einem Freundschaftsbändchen und einem selbstausgestellten Gutschein, den Vater 100 Mal zur Kaffeebucht zu begleiten. Das kann Papa Jochen nur recht sein, denn er bezeichnet die Kleine als »sein größtes Glück«. Er könne dank seiner flexiblen Arbeitszeiten viel Zeit mit dem Töchterchen verbringen. Mit Mutter Alexandra ist er seit über 20 Jahren zusammen und seit fast zwei Jahren auch verheiratet. Und was hat es mit dem Songtext und den Gitarren-Blättchen auf sich? »Es gibt verschiedene Methoden, mit denen ich runterkomme, wenn mir mal der Kopf raucht, z. B. Songtexte auswendig lernen und die Riffs dazu auf der Gitarre spielen. Musik machen tut mir gut.« Eine weitere Methode sei das Lesen, vor allem Bücher von Anselm Grün. »Er findet die richtigen Worte, worauf es im Leben ankommt. Ich formuliere daraus meinen eigenen Glauben, etwa dass alles was von mir ausgeht, auch wieder zurück kommt. Alles ist miteinander verbunden.« Und so ist er ständig unterwegs und aktiv, mit Skifahren, schwimmen, Badminton, Rommé, Billard, Tischtennis, Squash oder sein Glück beim Skat gegen den 80-jährigen Papa versuchen. »Ich bin eben ein begeisterter Spieler«, sagt Jochen lachend. »Und ich bin entdeckungsfreudig. Wenn mir was in den Kopf kommt, presche ich vor.« Er sei ein Macher, einer mit Feingefühl. Und so wird er auch in der Zukunft weiterhin in der Heilbronner Szene mitmischen, bei allem, was ihm in den Sinn kommt und sich fügt. ◆

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