Lieblingsding Farbenmetzgerei Hanix No.44

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CLAUDIA WAGNER ist ein ziemlich talentiertes hübsches Fräulein, liebt die bunten Farben
und kleine Details, denen kaum einer Achtung schenkt. Die Liebe dazu findet sich in jeder
einzelnen ihrer Arbeiten der Farbenmetzgerei wieder. Wie sie zu etwas Kleinem, Süßem
aus Plastik kommt, daß nur gegen etwas Bestimmtes wieder einzutauschen wäre, erfahrt
ihr jetzt gleich … Interview: Sarah Baudenbacher, Fotos: Meli Dikta

Hanix: Claudia, was ist dein Lieblingsding?
Claudia Wagner: Mein liebstes Ding ist eine wunderschöne Plastikuhr. Eigentlich ist ihr Vorgängermodell mein Lieblingsding. Die gibt es aber nicht mehr.
Dein Original-Lieblingsding gibt es nicht mehr? Was war es?
Meine liebste Freundin aus dem Studium hat zwei Jahre in Japan gelebt und da habe ich sie natürlich besucht. Dort habe ich auch mein erstes Lieblingsding erworben. Das war in Kyōto in einer sehr coolen Mall. Da bin ich eh total fasziniert gewesen, weil alles so laut und bunt und schrill war. In einem der unzähligen bunten Shops gab es so coole Sachen. Zum Beispiel eine wunderschöne Uhr mit einem mintgrünen Band mit goldenem Verschluss und in der Uhr war ein 3D-Bild – das war ein Hase, der im Garten Kaffee getrunken hat. Wirklich ganz-ganz-super-süß!
Was ist mit der Hasenuhr geschehen? Ich befürchte das Schlimmste …
Ich hab Sie überfahren. Das war ganz tragisch. Ich hatte sie einfach so oft an und dann hat sich der Steg unbemerkt gelöst,während ich irgendwas an meinem Kofferraum rumgefummelt habe. Schließlich ist sie mir runtergefallen, wieder unbemerkt. Und so habe ich das gute Stück am nächsten Tag leider überfahren. Und dann hab ich da den Hasen liegen sehen, ohne Tasse … (traurig)
Hast du das totgefahrene Stück weiterhin bei dir behalten?
Ja ich habe sie lange aufbewahrt, besser gesagt die Einzelteile des Uhrenmassakers. Aber das hat mir irgendwann so wehgetan, dass ich sie begraben habe. Im Mülleimer …

Und dein jetziges Lieblingsding ist der Nachfolger von der Hasenuhr?
Genau, die hab ich während eines zweiten Besuchs in Japan mitgebracht. Bei der Uhr war es Liebe auf den ersten Blick.

Hast du die Uhr im selben Laden bekommen?
Das war ganz witzig. Meine Freundin musste arbeiten und ich durfte alleine diesen Laden finden. Sie sagte: »Kein Problem, ich schreib dir die Adresse auf, das zeigst du dann einfach dem Taxifahrer.« Der Taxifahrer hat es natürlich nicht lesen können und es hat echt eine halbe Ewigkeit gedauert, um dahin zu kommen. »Shoppingcenter?!« Die betonen ja alles immer anders und deswegen hat er mich wohl nicht verstanden. Irgendwann bin ich dann in dem Center gelandet, vorbei an so riesigen Spielhöllen, wo tatsächlich Leute arbeiten, um die Zocker anzufeuern. Ich habe irgendwann auch wieder den Laden gefunden. Leider gab es die Hasen- Uhr nicht mehr. Aber es gab diese wunderbare Bären-Uhr.

Was liebst du so sehr an ihr?
Sie erinnert mich einfach an so eine tolle Zeit, und weil sie schon an der Grenze zu hässlich ist, aber ich finde … sie ist nur fast hässlich.

Hast du einen besonderen Bezug zu Plastik?
Ich mag es, wenn die Sachen mich überleben. Ich habe deshalb auch einen Plastikbaum im Wohnzimmer stehen. Der wird mal auf meinem Grab stehen … mega geil. Dann wird man sich auch noch in 1000 Jahren an mich erinnern. (lacht) ◆
Neugierig auf Claudias Arbeiten?
www.farbenmetzgerei.de

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