Lieblingsding Hanix No.43

direkt zum Hanix-Magazin No.43

SONJA KNOBLAUCH fühlt sich zum Gestalten berufen. Folgerichtig studierte sie Kommunikationsdesign und magnatürlich, wenn ihr Auge durch den Anblick schöner Dinge gestreichelt wird. Eine nicht perfekte Fotografie, die ihr fast durch die Lappen ging, ist dabei ihre klare Nummer Eins. Interview: Robert Mucha
Fotos: Meli Dikta

Erzähl uns etwas über dein Lieblingsding! Was ist es?
Sonja Knoblauch: Das Bild, das hier in der Küche hängt. Das mit dem Huhn.
Wo hast du es her?
Ich muss in der Schweiz beginnen, wo ich in einem Gestaltungsbüro gearbeitet habe. Dieses Büro hat eine Fotoauktion veranstaltet, an deren Vorbereitung und Durchführung ich beteiligt war. Als ich das Bild mit dem Huhn sah, wollte ich es unbedingt haben. Ich setzte mir ein Limit von 800 Franken zum Mitbieten. Innerhalb kürzester Zeit war mein Limit überschritten und ich war bitter enttäuscht, mir die Fotografie nicht
leisten zu können. Doch zu meinem Abschied aus der Schweiz haben mich meine Chefs dann mit diesem Bild überrascht! Es gab wohl noch ein paar Exemplare und ich habe mich riesig gefreut!
Du kamst also unverhofft zu deinem Lieblingsding?
Ja! Und, egal wo ich in Zukunft wohnen werde: es wird immer über dem Esstisch hängen, da es oft ein Gesprächsthema ist, wenn Gäste zu Besuch sind. Viele fragen, ob ich das auf dem Bild bin. Ich selbst frage mich häufig, wie dieses Bild überhaupt entstanden ist? Was der Auslöser war, dass die Fotografin den Knopf gedrückt hat?
Was spricht dich an dem Motiv so an?
Auf der einen Seite ist das Bild statisch, die Person darauf sitzt. Aber das Huhn ist in Bewegung. Eine gute Kombination, finde ich. Und das Bild ist nicht perfekt, was mich sehr anspricht. Im unteren Bereich des Fotos kann man einen Teebeutel herumliegen sehen. Was macht der da?
Man spürt deine starke Bindung zum Bild. Kannst du sie beschreiben?
Es war Liebe auf den ersten Blick! Warum, kann ich nicht erklären. Und natürlich erinnert es mich an meine Zeit in der Schweiz und zeigt mir, dass meine Chefs meine Arbeit geschätzt haben. Sie haben mir auch eine schöne Widmung auf die Rückseite geschrieben.
Was müsste man dir bieten, um dir das Bild abzukaufen?
Natürlich ist es unverkäuflich. Besonders berührt mich, dass meine Chefs damals gemerkt haben, wie schlimm es für mich war, dieses Bild nicht ersteigern zu können. ◆

Facebook Posts

This message is only visible to admins.

Problem displaying Facebook posts.
Click to show error

Error: No posts available for this Facebook ID