Mein Lieblingsding im Hanix-Magazin No.42

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»Political Spraytments«

Interview: Sarah Baudenbacher
Fotos: Meli Dikta

Calvin Bynum hat verschiedene Talente. Zum einen hat er eine Stimme, die so heiß ist, dass man »schwitzt wie ein Pudding aufm Picknick« und zum anderen hat er ein ziemliches Händchen dafür, schöne Dinge aufs Papier zu bringen. Oder eben auf Pressspan.

Hanix: My dear, was ist dein absolutes Lieblingsding und warum?
In diesem Raum sind es tatsächlich meine selbst gesprayten Bilder. Die besitzen meinen Charakter, weil ich sie mit meiner eigenen Hand erschaffen habe. Ich weiß, welcher Aufwand dahinter steckt. Sie setzen sich aus verschiedenen Elementen zusammen: graue Schattierung, weißer Hintergrund und der harte, schwarze Kontrast.
Hanix: Was hat dich dazu bewegt, genau diese Jungs, Obama und Kurtis Blow, zu malen?
Das war während meines Studiums. Ich hatte die Aufgabe, eine Geschichte innerhalb eines Bildes zu erzählen und so habe ich in die Stücke immer Gegensätzliches mit eingebaut. Bei Barack Obama Zeitungsausschnitte, ein Autogramm und den Rücken eines Sklaven. Um noch mehr Kontraste zu schaffen, habe ich mich eines Schwarz-Weiß-Kontrasts bedient. Bei dem Bild von Kurtis Blow hat mich die Hip-Hop-Legende nach einem zufälligen persönlichen Treffen höchstselbst inspiriert: Ich traf ihn auf der Musikmesse Frankfurt, als wir dort mit »Shure« einen Messeauftritt hatten. Er kam einfach zu uns an den Stand um sich zu erkundigen, was es so Neues an Mikros gab. Ihn hat kaum jemand erkannt, aber ich war total geflasht und habe mir ein Autogramm geben lassen. Er hat sich auch gefreut, weil er nicht erwartet hatte, dass ihn jemand erkennt. Das war mega. Auf meinem Bild ist seine ganze Haltung, seine »Attitude« einfach nur »Hip-Hop«.
Hanix: Welche Botschaft steckt hinter den Bildern?
Zum Teil haben sie immer einen politischen Hintergrund. Zum Beispiel beim John Lennon-Bild: Zwei Hände, die einander reichen; er ist ja für Frieden eingestanden. Bei Bob Marley ist es so, dass es ewig Sklaverei auf Jamaika gab und er eine Art Sprachrohr für die Leute dort war. Um ihnen zu zeigen, wo ihre Wurzeln sind, damit sich das nicht verliert. Barack Obama? Es ist bemerkenswert, wie sich unsere heutige Gesellschaft aufstellt. Dass Dinge möglich sind, die damals undenkbar waren, dass ein Schwarzer Präsident wird. Obwohl die ganze Welt weiß, dass der Rassismus in Amerika noch immer nicht überwunden ist, beschreibt es doch, wie sich die Gesellschaft geöffnet hat.
Hanix: Hast du schon mal dran gedacht, deine Werke zu verkaufen?
Ich hab echt überlegt, ob das überhaupt jemand haben möchte. Ich habe mal mit einer befreundeten Heilbronner Künstlerin gesprochen und die meinte, ich könne durchaus was dafür verlangen. Das bestärkt mich in dem, was ich mache. Ich fände es natürlich cool, wenn die Bilder irgendwo hängen würden, wo sie gesehen werden. Gerade weil eine Message dahinter steckt.

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