Taschenkontrolle Hanix No.43

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Engins Beutelinhalt verrät schnell seine Leidenschaften: Schrauben, Fahrradfahren, Kinder. Der gelernte
Zweirad-Mechaniker machte jüngst seine Leidenschaft sogar zum Beruf: er eröffnete im April seinen eigenen Fahrradladen in Heilbronn am Wollhaus. Seine zwei Söhne und Freunde unterstützen ihn tatkräftig – denn sonst ist Engin gern für alle immer da. Von Maria Maroge Fotos: Meli Dikta

»Ich liebe Heilbronn. Es ist so familiär!«, konstatiert der 36-jährige Engin. Er ist in der Käthchenstadt geboren, in Talheim aufgewachsen, lernte und arbeitete in der Region und pflegt ein großes Netzwerk. Der schwäbelnde Türke hat zwei Söhne: Noel (11) und Elias (9). Mit Rita ist er seit 20 Jahren zusammen und die Hälfte der Zeit davon schon verheiratet. Er ist hier verwurzelt und seit seiner Kindheit war ihm klar: »Hier mach ich mal meinen eigenen Fahrradladen auf!« Als Achtjähriger schraubte er bereits an Rädern
und experimentierte. Vermutlich baute er da schon den Vorboten eines E-Bikes, ohne es zu wissen. »Ich hatte ein Bonanza-Fahrrad mit dem Motor eines Rasenmähers zusammengebaut. Das Ergebnis: Es funktionierte leider nicht!«, erklärt er lachend. Ab dem 13. Lebensjahr tanzte er im Olga-Jugendzentrum Breakdance und jobbte in den Ferien im Fahrradladen. Nach seiner Lehre dann in weiteren Fahrradbetrieben der Region, wo er Erfahrung und Mut fürs eigene Geschäft sammelte. Fahr-Rad heißt sein moderner Bike-Shop am Wollhaus, der Anfang April eröffnete. Etwa 50 neue und gebrauchte Bikes
hat er im Angebot (ja, man kann ihm auch sein Markenrad und Raritäten zum Verkauf anbieten!). Was unterscheidet ihn aber von anderen Fahrradläden? »Mein Service!« Damit meint er nicht nur
seine freundliche und offene Art, sondern seine Werkstatt direktim Laden. Er »pimpt« Räder auf, repariert sie, holt sie daheim ab und liefert sie bei Bedarf wieder. »Fahrräder sind Kunstobjekte für mich, man kann so viel aus ihnen machen!« Er selbst besitzt zwölf daheim. Mit den Söhnen ist er natürlich viel mit den Bikes in der Freizeit unterwegs. Darum hat er immer Stecklichter und Fahrrad-Handschuhe dabei im Rucksack. Die von Elias auch, »weil er die immer sucht«. Klar hat er Taschenmesser und
Schraubenschlüssel auch im Gepäck. »Es kann ja immer was zu Reparieren geben!«, schmunzelt Engin. Die genähte Stoffpuppe ist sein Glücksbringer »Klein-Eli«. Er sei sehr stolz, wie kreativ und handwerklich begabt seine Söhne seien. Der Apfel fällt eben nicht weit vom Stamm. »Meine Jungs sind Papa-Kinder, die nachts nach mir rufen oder meistens immer noch bei uns im Bett landen!« Er könne schlecht ›Nein‹ sagen, sei gutmütig und immer sofort zur Stelle, wenn ihn Familie oder Freunde brauchten. »Ich suche
immer die Harmonie und bringe Menschen gern zusammen.« So ist sein Zuhause auch gern Treffpunkt für alle. »Wenn die Kumpels Gesellschaft wollen, heißt es ›Komm wir gehen zum Engin!‹«, erzählt er amüsiert. Auf sein Netzwerk ist er stolz. Und darauf, wie sehr die Familie und Freunde ihn bei der Realisierung seines Traumes unterstützt haben. Und was macht Engin sonst gern in seiner Freizeit? Deftig
kochen, zum Beispiel sein Leibgericht Sauerbraten mit Spätzle. Und Musik auflegen würde er gern mal wieder. Das vermisse er, aber sein Equipment habe er leider vor längerer Zeit verkauft. Dafür sammelt er seit Jahren fleißig Aufkleber. Einfach so und von überall her. Er habe Hunderte in einer Box daheim. »Damit kann man z.B. Fahrräder verschönern!«, rechtfertigt er sich grinsend. ◆

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