Taschenkontrolle, Uschi Marcu, Hanix No.48

Heiter durchs Leben mit einer Tasse Tee

Sich treiben lassen, die Ruhe, aber auch den Puls des Lebens spüren, viel lachen, quatschen und sich selbst nicht so wichtig nehmen, dankbar sein für die kleinen Dinge im Leben und sie bewusst genießen – das ist wohl das Rezept für das heitere Gemüt von Uschi Marcu. Die 45-jährige Heilbronnerin und Mutter des 19-jährigen Lauren ist Goldschmiedin, Heilerziehungspflegerin und seit fünf Jahren ausgebildete Tee-Sommelière. Im Kaffeehaus Hagen verrät sie in Seminaren und hinter dem Verkaufstresen die Geheimnisse guten Tees.
Von Maria Maroge, Fotos: Meli Dikta

»Ich bin etwas chaotisch veranlagt«, erklärt Uschi lachend, als sie aus ihrem einfachen Stoffbeutel den Inhalt herauskramt. Das Notizheft soll zukünftig verhindern, dass sie ständig Geburtstage vergisst, etwa von ihren Freunden. »Ich habe einen konstanten Freundeskreis, der mir sehr wichtig ist. Er ist mein Ruhepol.« Dazu zählen auch die Kinder der Freunde, bei denen Uschi mit ihrer offenen und herzlichen Art beliebt ist. »Ich habe mir wohl den kindlichen Blick noch erhalten!« Darum darf sie auch ins Freunde-Album der vierjährigen Bo reinschreiben, für die die Sticker gedacht sind. Neben Mädchenkram wie Lippenpflege und Handcreme in schöner Verpackung trägt sie auch immer den Schlüsselbund ihres verstorbenen Vaters bei sich zur Erinnerung. Ihre Eltern stammen ursprünglich aus Rumänien, wo Uschi auch zur Welt kam. Sie war sechs Jahre alt, als Heilbronn zur ihrer neuen Heimat wurde und seither blieb. Nur einmal zog es sie länger nach Asien, als sie der Liebe folgte.
Mit 25 Jahren wurde sie Mutter und beschloss, Lauren in Deutschland aufzuziehen. Die Eltern halfen ihr durch alle Höhen und Tiefen. Den Spaß ließ sich Uschi selten nehmen. »Ich bin grundsätzlich ein fröhlicher Mensch, kann mich an kleinen Dingen erfreuen und kreise nicht unnötig um mich selbst herum.« Sie geht Wege, wie sie sich eben ergeben. Nach ihrer Ausbildung zur Goldschmiedin arbeitete sie in einem gänzlich anderen Bereich: in den Beschützenden Werkstätten. Das schien zu ihrer sozialen Ader besser zu passen und so erlernte sie vier Jahre lang den Beruf der Heilerziehungspflegerin.
Als unkomplizierte, lustige Labertasche beschreibt sich Uschi. Und einen langen Atem hat sie. Ob mit ihrer »verrückten« Katze Soumi oder in ihrem weiteren Berufsverlauf. Seit 14 Jahren arbeitet sie nun im Kaffeehaus Hagen, erst im Service, dann hinter dem Verkaufstresen. Vor fünf Jahren bildete sie sich berufsbegleitend zur Tee-Sommelière weiter. Denn was manche nicht wissen: Die Kaffeerösterei Hagen verkauft auch circa 160 Sorten offenen Tee.
Die Tee-Expertin informiert neben dem Verkauf seither auch in Seminaren über die Welt des Genussgetränkes – natürlich mit Teeverkostung im Kaffeehaus. Tee sei ein sehr spannendes Thema, das sie am liebsten auch einem jüngeren Publikum näher bringen würde, betont Uschi. Die Teilnehmer erfahren etwa, dass als »Tee« eigentlich nur bezeichnet werden darf, was auch tatsächlich von der Teepflanze stammt und das ist Schwarzer, Grüner und Weißer Tee – die übrigens alle von der gleichen Pflanze stammen, sie unterscheiden sich nur in der Verarbei-
tung. Aus Roibusch, Kräutern und Früchten werden »teeähnliche Erzeugnisse« hergestellt.
Bleibt noch die Frage: Beutel oder loser Tee? »Geschmacklich liegen Welten dazwischen«, erklärt die 45-Jährige.»Doch egal welcher Tee, ob mit Milch oder Zucker, ob klassisch oder aromatisiert, entscheidend ist, dass man ihn genießt und den Lärm der Welt dabei vergisst!« ◆

Beruf: Tee-Sommelière
JAHRGANG: 1971
BERUFUNG: Frohnatur und Labertasche

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