Theater Heilbronn Großes Haus 14.02.2015

Tschick

Wenn man keinen Spitznamen hat, ist man entweder wahnsinnig langweilig oder man hat keinen Freund, glaubt der 14-jährige Maik Klingenberg und schlussfolgert, dass auf ihn wohl beides zutrifft. Er lebt mit seinen Eltern in einer teuren Villa, aber sie streiten sich nur und interessieren sich nicht für ihn. Fast als einziger ist er nicht zum »Ereignis des Jahres« eingeladen, der Party bei der schönen Tatjana, in die Maik heimlich verknallt ist. »Da war die Scheißschule, und da war das Scheißmädchenthema, da gab es keinen Ausweg. Dachte ich jedenfalls immer, bis ich Tschick kennenlernte.« Tschick heißt eigentlich Andrej Tschichatschow, ist Russlanddeutscher und kam vor vier Jahren ohne ein Wort Deutsch zu können nach Deutschland. Zunächst auf die Förderschule, dann die Hauptschule, dann auf die Realschule, und jetzt hat er es sogar aufs Gymnasium geschafft. Tschick ist auch Außenseiter, aber es scheint ihm nichts auszumachen. Als die Sommerferien beginnen, fährt Maiks Mutter wieder in die als Beautyfarm getarnte Alkoholentzugsklinik und sein Vater mit der jungen Assistentin auf Geschäftsreise. Der Junge soll es sich zu Hause gemütlich machen, 200 Euro liegen für ihn bereit … Da steht Tschick mit einem geborgten Lada vor Maiks Tür und will mit ihm in den Urlaub fahren. Es beginnt die aufregendste und tollste Woche ihres Lebens, in der Maik nicht nur die faszinierende Isa kennenlernt, sondern in der er immer weniger versteht, warum sein Vater ständig sagt: »Die Welt ist schlecht und der Mensch ist schlecht. Vielleicht stimmte das ja auch, und der Mensch war zu 99 Prozent schlecht. Aber das Seltsame war, dass Tschick und ich auf unserer Reise fast ausschließlich dem einen Prozent begegneten, das nicht schlecht war.«

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