Theater Heilbronn Großes Haus 23.06.2015

Wahlverwandtschaften nach Johann Wolfgang von Goethe; Gastspiel des Staatsballetts Hannover

Literarische Vorlagen inspirieren Jörg Mannes, den Ballettdirektor des Staatsballetts Hannover, immer wieder zu tänzerischen Auseinandersetzungen. Nach Choderlos de Laclos’ »Gefährliche Liebschaften«, die auch in Heilbronn zu sehen waren, bringt er nun mit den »Wahlverwandtschaften« nach Johann Wolfgang von Goethe erneut Weltliteratur auf die Bühne. Diesmal hat er sich für Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy, Wolfgang Amadeus Mozart und Johann Sebastian Bach entschieden. Wieder sind es menschliche Gefühle und Konflikte, die ihn zur choreografischen Auseinandersetzung reizen. Er folgt dem goetheschen Entwurf, die Konstellationen der vier Hauptfiguren unter dem Aspekt eines naturwissenschaftlichen Experiments von Anziehung und Abstoßung zu betrachten. In ruhiger Zweisamkeit leben Eduard und Charlotte auf ihrem Landgut. Frei von materiellen Sorgen pflegen sie eine Harmonie, in die sie ihre ganze Umgebung einbeziehen wollen. Entsprechend der herrschenden Mode verwirklichen sie ihr Ideal in der Anlage eines Landschaftsparks. Doch ihr Arkadien wird durch zwei Gäste gestört: Charlottes Nichte Ottilie und Eduards Freund Otto bringen neue Energien in das Kraftfeld. Während sich Charlotte von dem tatkräftigen Otto angezogen fühlt, nimmt die einfühlsame Ottilie Eduard für sich ein. Aus unverfänglicher Freundschaft wird bald erotisches Begehren. Die Sehnsucht wandelt eine Liebesnacht zum Vexierspiel, in dem Charlotte sich mit Otto und Eduard sich mit Ottilie vereint fühlen. Doch während Charlotte aus moralischen Gründen ihrer Liebe zu Otto entsagen will, möchte Eduard sich seiner Leidenschaft hingeben. Um dem Dilemma zu entgehen, verlässt er den gemeinsamen Wohnsitz. Da auch Otto das Gut verlassen hat, bleiben die beiden Frauen allein zurück. Als Charlotte entdeckt, dass sie von Eduard schwanger ist, erwartet sie seine Rückkehr. Ihr Mann fühlt sich der Situation jedoch nicht gewachsen und verpflichtet sich dem Militär. Ottilie versucht sich mit den Verhältnissen zu arrangieren. Sie macht sich überall nützlich und sorgt für Charlottes Sohn, der das gemeinsame Kind aller vier zu sein scheint. Doch weder die Zeit noch die räumliche Trennung vermag die emotionale Konstellation zu neutralisieren. Wie in einer chemischen Versuchsanordnung unterliegt das schwache dem starken Bindungsvermögen. Und was als heiterer Lebensentwurf begann, wirft alle ins Chaos und endet mit Verlust, Tod, Trauer und Einsamkeit.

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